Kinderkrankheiten

Zöliakie – Glutenunverträglichkeit bei Kindern erkennen & behandeln

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall. Dabei hat Ihr Kind keinen Appetit? Nimmt es ohne erkennbaren Grund nur bedingt an Gewicht zu? Gluten – das Klebereiweiß – kann die Ursache sein. Im Prinzip spielt es eine wichtige Rolle, wenn es um unsere Ernährung geht. Dennoch gehört Gluten zu den häufigsten Ursachen für Verdauungsprobleme. Zöliakie ist gleichbedeutend mit der Gluten-Unverträglichkeit, die bei Kindern zu erheblichen Problemen führen. Wie Eltern Zöliakie Symptome erkennen und eine Zöliakie Ernährung durchsetzen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Zöliakie

Was ist Zöliakie?

Im Grunde genommen handelt es sich bei Zöliakie um eine chronische Erkrankung der Dünndarm Schleimhaut. Die Unverträglichkeit und Entzündung geht zurück auf das Klebereiweiß in den Blutzellen. Nun in panische Glutenangst zu verfallen wäre übertrieben.

Was ist Gluten? Prolamin + Glutelin = Gluten

Das sind die häufigsten Eiweiße in Getreide, wie Weißen, Dinkel und Roggen. Erst wenn sich die Proteine verbinden, entsteht besagtes Gluten. Folglich enthält Getreide allein KEIN Gluten!

Den Unterschied macht die Verarbeitung der Getreideprodukte.

Auch ist es nahezu unmöglich, Backwaren ohne Gluten herzustellen. Da es als Klebereiweiß das Ganze wortwörtlich zusammenhält. Andernfalls würden Backwaren enorm an Elastizität verlieren und durch ihre Finger bröseln. So wird der Getreide Mehlteig geknetet, wodurch sich lange Stränge mit flexiblen Formen bilden. Obendrein dehnen dehnen sich diese beim Backen aus und bilden Blasen. Folglich entsteht das leichte Gepäck.

Was passiert im Körper?

Demnach  reagieren Menschen mit einer Gluten Unverträglichkeit mit einer Entzündung auf das Klebereiweiß. Diese Entzündung breitet sich im Bereich des Dünndarms aus. Mit der Aufnahme der Bestandteile sterben millionenfach Dünndarm-Zotten. Wobei diese für die Verdauung von Gluten sorgen.

Zudem nehmen mit einem zunehmenden Absterben die Zöliakie Symptome zu. Tatsächlich drohen über längere Zeit gefährlichere Erkrankungen. Diese Folge-Erkrankungen gehen weit über Verdauungs-Beschwerden hinaus. Schlimmstenfalls kann Zöliakie die Organe schwerwiegend beeinflussen.

Woran erkennen, das mein Kind Zöliakie hat?

  • Kinder wachsen nicht richtig.
  • Kinder klagen nach dem Essen über Bauchschmerzen und Blähungen.
  • Gleichermaßen kommt es häufig zu Durchfall.
  • Kinder zeigen eine blasse Gesichtsfarbe und schnelle Ermüdung.

Dieser Symptome treten zumeist nach der Aufnahme von Gluten auf. Dennoch kann nur ein Facharzt eine Diagnose erstellen und helfen. Zusammenfassend gilt es für alle Eltern, aufmerksam zu bleiben. Schließlich senden die meisten Kinder nur versteckte Krankheits-Anzeichen. So bleibt Zöliakie oft über lange Zeit unentdeckt.

Zöliakie Diagnose beim Arzt

Zumeist schlagen Kinderärzte Alarm, wenn Kinder nicht normal wachsen. Überdies treten in diesem Zusammenhang Beschwerden der Verdauung auf. Folglich bestätigt sich nach einer Blutabnahme der Verdacht von Eisenmangel und Blutarmut.

Über eine Blut Untersuchung weisen Fachärzte Antikörper gegen die Dünndarm Schleimhaut nach. Doch führen diese Tests nicht bei jedem Kind zum Erfolg. Bestätigt sich der Verdacht, werden die Schleimhaut bzw. kleinste Bestandteile entnommen. Danach gehen erste Proben unter ein Mikroskop. So gehen die Fachleute auf Nummer sicher.

Zöliakie Test beim Kind, so geht’s:

  • Erste Anzeichen zwischen 3 bis 6 Monaten.
  • Durchfall oder übel riechender Stuhl nach Getreide Brei.
  • Dicker, aufgeblähter Bauch.
  • Schlechte Laune, zunehmend weinerlich.
  • Faktisch bestimmen Ärzte im Zöliakie Test Antikörper – typisch für Unverträglichkeit.

Ein Test allein führt nicht zum Erfolg. Dennoch liefern die Ergebnisse erste Hinweise für weitere Untersuchungen.

Wie Kinder gesund werden?

Achtung: Wir haben es hier mit einer Krankheit zu tun. Folglich wird Ihr Kind ein Leben lang eine spezielle Ernährung führen. Schlussendlich bedeutet dies eine enorme Umstellung. Ohne Weizenmehl müssen Kinder auch viele Nahrungsmittel verzichten. Dennoch lohnt sich der Aufwand. Um endlich beschwerdefrei zu leben. Eine Zöliakie Ernährung reicht aus, um auf Medikamente zu verzichten.

Zugegeben: Mit der Zeit finden Eltern und Kinder heraus, welche glutenfreie Lebensmittel erlaubt sind.

Vorsicht: Auch winzige Mengen an Gluten rufen die beschriebenen Beschwerden hervor. Jeder Happen zerstört die Darmschleimhaut.

Das dürfen Kinder ohne Bedenken essen:

  •  Obst und Gemüse
  •  Mais
  •  Hirse
  •  Reis
  •  Buchweizen
  •  Quinoa

Tipp: Außerdem gelten viele asiatische Gerichte als glutenfrei. Allerdings sind oft Eiweiße in der Sojasoße enthalten.

Mittlerweile gibt es wirklich viele glutenfreie Produkte, wie glutenfreie Nudeln oder Brote.

Was dürfen Kinder nicht essen bei Zöliakie?

Sie müssen stark sein. Wahrhaftig darf Ihr Kind kein Weizenmehl mehr essen. So fallen ein paar Lieblingsspeisen heraus. Aus diesem Grund ist von strenger Diät die Rede.

Anfangs nehmen Sie sich Zeit beim Einkaufen. Schlussendlich sind in vielen Fertigprodukten, wie Joghurt, Saucen, Suppen, Naschereien, Spuren von Gluten enthalten.

Kennzeichen für glutenfreie Lebensmittel = die durchgestrichene Ähre

Zöliakie Ernährungstipps

  1. Milch und Milchprodukte liefern Calcium. Wussten Sie, dass Hartkäse sogar frei von Milchzucker ist? So können selbst Menschen mit Laktose Intoleranz zugreifen.
  2. Tatsächlich Seefisch liefert wertvolles Selen, Jod und Omega-3-Fettsäuren.
  3. Fleisch gibt dem Körper Eisen, Vitamin B12 und, B1 sowie B6. Konsumieren Sie 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche.
  4. Glutenfreie Produkte liefern die wertvollen Bestandteile der Getreideprodukte. Supermärkte, Reformhäuser und Drogerien führen eine reichhaltige Produkt Palette.
  5. Dennoch wird glutenfreies Brot schneller hart. Am besten im Toaster leicht rösten. Dann verbessert sich auch der Geschmack.
  6. Aus glutenfreiem Mehl selbst Brot backen – schmeckt einfach herrlich!

Merke: Gehen wir von einem Kalorien Bedarf von 2.000 kcal aus? Dann reichen 5 oder 7 Scheiben Brot, 2 bis 3 Kartoffeln oder glutenfreier Reis und Nudeln für eine optimale Versorgung. 

Zöliakie Diät unterwegs – Klassenfahrten, Ausflüge und Urlaub meistern

Im Prinzip sind Vorbereitung und Planung gefragt. Erkundigen Sie sich über glutenfreies Essen und packen Sie ein entsprechendes Lunchpaket. Wissen Freunde, Bekannte und Schule Bescheid? Dann kann auf die besonderen Gegebenheiten eingegangen werden. Allerdings sollten Eltern bei kleineren Kindern mit Pädagogen und Verantwortlichen sprechen. Beispielsweise geben Sie passende Lebensmittel mit auf einen Schulausflug.

Vorsicht: Kontamination glutenhaltiger Lebensmittel

Tatsächlich reicht ein 1/4 Gramm Weizen, um die empfindlich Darmschleimhaut zu schädigen. Außerdem belasten glutenhaltige Verunreinigungen Ihre Mahlzeiten.

Lagerung

  • erstens Lebensmittel getrennt aufbewahren
  • zweitens Gefäße verschließen
  • drittens Körbe, Backformen oder Bleche getrennt lagern

Arbeitsfläche

  • vor Zubereitung gründlich reinigen
  • zudem keine Brettchen aus Holz benutzen, DA sich hier Gluten in den Rillen absetzt
  • Handtücher, Schwämme und Lappen wechseln

Arbeitsgerät

  • separate Formen und Bleche nutzen
  • Arbeitsgeräte kennzeichnen, um Verwechslung zu vermeiden
  • separate Toaster-Taschen verwenden
  • Holzlöffel und Holzwender nicht einsetzen

Fazit

  • Durchaus gibt es viele Hilfen, die betroffenen Eltern unterstützen. Außerdem bringt die deutsche Zöliakie Gesellschaft jährlich ein Buch heraus. Hier findet ihr alle glutenfreien Produkte auf dem Markt.
  • Seit 2015 müssen alle Bestandteile in Nahrungsmitteln aufgelistet werden. Allergiker und Menschen mit Lebensmittel Unverträglichkeiten können so auf Nummer sicher gehen.
  • Begründete Zweifel? Dann schreibt dem Hersteller  eine E-Mail und fragt nach. Das ist die unkompliziertes Variante Auskunft zu erhalten.
  • Gleichermaßen führen Drogeriemärkte ein breit gefächertes Sortiment glutenfreier Lebensmittel – diese stehen im Diätbereich und bei den Bio Lebensmitteln.
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