Wie gefährlich sind Schlaftabletten wirklich?

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Wie gefährlich ist die dauerhafte EInnahme von Schlaftabletten

Um Schlafstörungen zu bekämpfen werden immer häufiger Schlaftabletten verwendet. Auch Hausärzte verschreiben die vermeintlichen Helferlein zumindest am Anfang noch recht großzügig, um dem schlaflosen Patienten zum wohlverdienten Schlaf zu verhelfen.

Allerdings sollte sich jeder Konsument bewusst werden: Schlaftabletten haben negative Auswirkungen auf Deine Gesundheit. Medikamente, ganz gleich welcher Art, sollten immer das letzte Mittel der Wahl sein.

Wie gefährlich sind Schlaftabletten

Schlaftabletten gegen Schlaflosigkeit – das musst du wissen:

Für Schlaflosigkeit gibt es mindestens genauso viele Ursachen wie Ausprägungen.

Was wohl jeder von uns kennt ist der Druck, endlich schlafen zu müssen, da in sechs, fünf oder gar vier Stunden bereits der Wecker klingelt und es Zeit ist aufzustehen.

Ist es dann so weit fühlen wir uns ausgelaugt, kaum erholt und so, als hätten wir nicht geschlafen. Fitnesstracker, die den Schlaf überwachsen, sind hier ebenso wenig hilfreich:

Sie zeigen die Schlafdauer und Schlafqualität zwar an, doch helfen sie Dir nicht beim Ein- oder Durchschlafen. Die Erkenntnis „schwarz auf weiß“ zu haben, dass Du wieder einmal nicht gut geschlafen hast, setzt Dich zusätzlich unter Druck, es an diesem Abend wirklich besser hinzubekommen.

Bist Du bereits über einen längeren Zeitraum schlaflos, fühlst Dich tagsüber matt und müde und findest abends nicht in den Schlaf, ist der Gedanke an Schlaftabletten völlig normal. Die Aussicht, endlich mal wieder eine Nacht durchzuschlafen, nur weil man eine kleine Tablette nimmt, klingt verlockend.

Zwar warnen sowohl Ärzte als auch Apotheker und Artikel im Internet und in Zeitschriften vor der regelmäßigen Einnahme von Schlaftabletten, aber eine Tablette wird schon nicht schaden oder? Wie gefährlich sind Schlaftabletten wirklich und welche Alternativen gibt es?

Faktenblock: Wie gefährlich sind Schlaftabletten wirklich?

  • Jeder vierte Deutsche leidet temporär oder dauerhaft unter Schlafstörungen
  • Die chemischen Wirkstoffe in Schlafmedikamenten verändern die natürlichen Schlafphasen
  • Schlaftabletten machen abhängig. Bei regelmäßiger Einnahme ist eine Dosiserhöhung für den gewünschten Effekt unumgänglich
  • Schlaftabletten sollten nur bei akutem Stress und nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden
  • Es gibt viele pflanzliche Alternativen zu chemischen Schlafmitteln. Dir Wirkung lässt jedoch längere Zeit auf sich warten

 

Wie gefährlich sind Schlaftabletten wirklich?

Was Du beim Griff zur Schlaftablette wissen solltest ist, dass die chemischen Wirkstoffe in dem Medikament Deine natürlichen Schlafphasen verändern.

So sind die wichtigen Traumphasen Deines Schlafes verkürzt. Das Ergebnis: Du fühlst Dich längst nicht so erholt, als wenn Du die gleiche Zeit ohne Schlaftablette geschlafen hättest.

Chemische Schlafmedikamente haben oft auch einen sogenannten „Schlaf-Kater“ zur Folge, den Du am nächsten Morgen verspürst und der Dich daran hindern kann, gut in den Tag zu starten.

Nimmst Du regelmäßig Schlaftabletten ein, wirst Du schnell feststellen, dass Du bereits nach kurzer Zeit die Dosis erhöhen musst, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Dies liegt am sogenannten Gewöhnungseffekt, den letztendlich jedes chemische Schlafmittel nachweislich hat. Auf Dauer machen Schlafmedikamente sogar abhängig; der natürliche, erholsame Schlaf rückt in immer weitere Ferne.

Chemische Schlafmittel sollten daher nur bei akutem Stress und nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Hierbei ist es wichtig, dass Du Dich exakt an die Dosierung und Einnahme-Empfehlung Deines Arztes hältst. Erzielen die verordneten Medikamente nicht die gewünschte Wirkung, ist ein erneuter Gang zum Arzt der Eigendosierung vorzuziehen.

Wie gefährlich sind Schlaftabletten wirklich? – Alternativen

Ein guter Hausarzt wird Dir empfehlen, chemische Schlaftabletten mit natürlichen Wirkstoffen wie beispielsweise Baldrian zu kombinieren. Wichtig zu wissen ist, dass pflanzliche Mittel ebenfalls hochwirksam sind, ihre Wirkung jedoch erst nach einer gewissen Einnahmedauer bemerkbar sind.

Nimmst Du also 14 Tage parallel ein chemisches Mittel in Kombination mit einem pflanzlichen Medikament, ersetzt die pflanzliche Wirkung die der chemischen Schlaftablette nach dem Absetzen. Die Gefahr einer Abhängigkeit kannst Du so um ein Vielfaches reduzieren. Außerdem unterstützen pflanzliche Schlafmittel Deine natürlichen Schlafphasen.

Nach einer 14-tägigen Einnahme von Baldrian, wird Deine Tiefschlafphase bereits deutlich verlängert. Hopfen in Kombination mit Baldrian hat eine ähnliche Wirkung wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin. Lavendelöl unterstützt Dich in Deinem Entspannungsprozess.

Ein heißes Bad vor dem Einschlafen unterstützt diese Wirkung. Ebenfalls hilfreich aber nicht so bekannt ist der Effekt der Passionsblume, welcher die Wirkung des Entspannungshormons GABA in Deinem zentralen Nervensystem unterstützen kann. Ein erfahrener Naturheilpraktiker kann Dir sicher mehr zu pflanzlichen Alternativen bei Schlafstörungen sagen.

Auch Entspannungsmethoden wie Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung oder Traumreisen können Dich beim Einschlafprozess unterstützen. Allerdings bedarf es auch hier Zeit, Geduld und vor allem Eigeninitiative, damit sich der gewünschte Effekt einstellt.

Bist Du abhängig von Schlaftabletten?

Greifst Du bereits längere Zeit zu Schlafmitteln und hast auch schon die Dosis erhöht, liegt der Verdacht nahe, dass Du abhängig bist. Hierbei kann Dir natürlich in erster Linie der Hausarzt helfen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Du trotz der längerfristigen Einnahme noch nicht gut schlafen kannst.

Hat sich Deine Schlafqualität deutlich verbessert, kannst Du versuchen, Deine Schlafmitteldosis jede Woche um eine halbe Tablette zu reduzieren, bis Du schließlich keinerlei Tabletten mehr benötigst. Allerdings solltest Du in dieser Zeit nicht auf andere Mittel, auch nicht auf pflanzliche Mittel, zurückgreifen.

Zeitgleich hilft Dir ein guter Psychotherapeuth herauszufinden, warum Du so schlecht schläfst. Schlafstörungen sind ein Symptom, dessen Ursachenbekämpfung das beste Mittel ist, um langfristig wieder gut in den Schlaf zu finden.

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