Alle Folgen von Alkohol für den Körper

Laut statistischer Erhebungen trinken wir in Deutschland durchschnittlich 9,6 l reinen Alkohol jedes Jahr. Stellen wir  und dies einmal bildhaft vor – entspräche dies einer ganzen Wanne voll Bier oder Wein. Die unterschätzten Folgen von Alkohol ziehen sich durch unsere Gesellschaft. Schließlich ist es eines der Genussmittel, dass geschätzt, akzeptiert und konsumiert wird. Das Trügerische: Der Übergang von Alkoholgenuss zu Alkoholmissbrauch geschieht unbewusst und unterschwellig. Viele bekommen davon erst mit, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Es ist gesellschaftsmäßig anerkannt, gemeinsam zu feiern, Spaß zu haben und dabei Alkohol zu trinken. Was kann also falsch daran sein?

Folgen von Alkohol © Rawpixel.com

Wie viel Alkohol gilt als unbedenklich?

Bei maximal einem Glas Alkohol am Tag für erwachsene Frauen und zwei Gläsern Alkohol am Tag für Erwachsene Männer geht man von einem Anhaltspunkt für ein unbedenkliches Level an Alkoholkonsum aus. Wobei auch hier Uneinigkeit vorherrscht,  da ein regelmäßiger Alkoholkonsum bei dem täglichen Glas anfängt. Von daher sollte jeder zumindest an zwei Tagen in der Woche keinen Tropfen Alkohol zu sich nehmen, um eben dieser Routine entgegenzuwirken. Tatsächlich können die Folgen für den Körper bei einer dauerhaften Überschreitung dieses Levels ernsthaft sein. Dabei übertragen sich die gesundheitsgefährdenden Folgen auf das Gehirn und auf den Rest des Organismus, der unter langwierigen Alkoholmissbrauch enorm leidet.

Initiativen wie, Kenn Dein Limit!, verweisen auf die versteckte Gefahr von Alkohol und die gefährlichen Schäden, die dadurch angerichtet werden. Dennoch unterschätzen viele, das Risiko, das von einem regelmäßigen und übermäßigen Konsum ausgeht.

Die drastischen Folgen von Alkohol in der Übersicht

Gehirn und Leber

Leber: Eines der ausschlaggebenden Organe, das unter Alkoholmissbrauch leidet, ist die menschliche Leber. Schließlich wird der Alkohol hier abgebaut. Nehmen Sie über längere Zeit zu viel davon zu sich, hat dies drastische Auswirkungen. So treten nach vielen Jahren eine Verhärtung und eine Verspätung der Leber auf, die schlimmstenfalls im Endstadium in der Leberzirrhose, zu deutsch der Schrumpfleber, endet.

Hätten Sie geahnt, dass die weibliche Leber Alkohol schlechter abbaut als die männliche? Die Deutsche Leberstiftung geht von einem erhöhten Risiko bereits ab einer Tagesdosis von 30 g Alkohol bei einem Mann aus. Das entspricht 600 ml Bier. Bei Frauen steigt das Risiko schon bei 15 g Alkohol am Tag. Dabei dupliziert sich die Schädigung, wenn zusätzlich zu Alkohol Schmerzmittel wie Paracetamol eingenommen werden.

Gehirn: Mit jedem Alkoholrausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. So können sich Menschen, die über längere Zeit zu viel Alkohol konsumieren, zum einen schlechter konzentrieren. Zum anderen lässt die Gedächtnisleistung drastisch nach. Schlussendlich endet der Alkoholmissbrauch in nachlassender Intelligenz und in einem unzureichenden Urteilsvermögen.

Dünndarm, Darm, Bauchspeicheldrüse & Herz

Herz: Zu den häufigsten Folgen von Alkohol gehören Erkrankungen des Herzmuskels sowie damit einhergehender Bluthochdruck.

Bauchspeicheldrüse: Alkohol verursacht im Magen eine Entzündung der Schleimhaut. Hier sprechen wir von der Gastritis. Wenn die Bauchspeicheldrüse entzündet ist, haben wir es mit der Pankreatitis zu tun. Bei einer akuten Pankreatitis gehört der Patient in die Notaufnahme und auf die Intensivstation. Probleme mit der Verdauung, einhergehende Zuckerkrankheit und Fettstühle führen zu diesen eingehenden Beschwerden. Darüber hinaus kann dies zu Magenblutungen führen und zu Verdauungsproblemen, da die Nährstoffe nicht mehr ordentlich aufgenommen und verarbeitet werden können. Eine drastische Störung der Ernährung wird als Malabsorption bezeichnet.

Dünndarm und Darm: Viele Alkoholiker leiden unter einem stetigen Mangel von Folsäure, was wiederum zu Veränderungen der Schleimhaut am Dünndarm führt. Infolgedessen ist der Dünndarm nicht mehr in der Lage Wasser und Natrium ordentlich aufzunehmen, was Durchfall und Darmträgheit bedingt. Darüber hinaus können Bakterien, Schwermetalle und Schadstoffe viel leichter in die Schleimhaut eindringen und zu einer Besiedlung mit Keimen führen. Völlegefühl, Druckgefühl und Schmerzen in Verbindung mit Darmbeschwerden sind die geläufigen Folgen von Alkohol.

Krebs: Das Risiko an Krebs zu erkranken steigt, wenn sie über längere Zeit zu viel Alkohol zu sich nehmen. Zu den häufigsten Krebsarten gehören Erkrankungen der Mundhöhle, Brustdrüse bei Frauen, Speiseröhre, Rachen und Leber.

Folgen von Alkohol am Körper und in der Persönlichkeit

Persönlichkeitsveränderungen: Zu den versteckten und äußerst gefährlichen Folgen von Alkohol gehören Veränderungen in der Persönlichkeit. In diesem Zusammenhang nehmen Depressionen, erhöhte Reizbarkeit, Unruhe ebenso zu wie Unzuverlässigkeit und Ängste im Alltag. So gehören die psychischen Verhaltensstörungen zu den dritthäufigsten Folgen von Alkohol.

Potenz: Nicht nur das sexuelle empfinden, auch die Standhaftigkeit bei Mann wird vom Alkohol negativ beeinflusst und kann bis hin zur Impotenz führen.

Übergewicht: Veränderungen im Gesicht, das Gefühl aufgeschrieben zu sein aber auch Gewichtszunahme sowie der klassische Bierbauch gelten als geläufige Folgen von Alkohol.

Sodbrennen: Tatsächlich ist das aufstoßen des sauren Mageninhalts eine der häufigsten Folgen von Alkohol. Damit einher geht eine Schädigung der Magenschleimhaut, woraus wiederum die Barret-Speiseröhre entstehen kann. Hier stellen die Mediziner über eine  Magenspiegelung Veränderungen am Magen und zum Übergang zur Speiseröhre fest. Wir haben es hier mit eine der Vorstufen von Magenkrebs zu tun, so dass Alkoholiker oftmals über Nasen Rachen Raum und Mundhöhlentumore zu tun haben.

Folgen von Alkohol zeigen sich am Körper

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung –  kurz DGE –  verweist auch auf die körperlichen Anzeichen von ungesundem Alkoholkonsum. So begünstigt dieser die Faltenbildung und Entzündungen auf der Haut. Pickel, rote entzündete Hautstellen, zu trockene und Schober Haut sind ebenso ein Zeichen von Alkohol wie starke Rötungen im gesamten Körperbereich und im Gesicht.

Das sind die häufigsten Folgen für die Haut und Unterhaut:

  •  schnellere Alterung der Haut,
  •  Kupferrose
  •  Schuppenflechte und
  •  starke Kopfschuppen, aber auch
  •  Nagelschuppenflechte.

In diesem Zusammenhang können als Folgen von Alkohol auch nur Störungen und Erkrankungen im Innenohr auftreten. Das gipfelt schlussendlich in einer Schwerhörigkeit oder einem Lochverlust auf einer Seite.

 Anzeichen und Symptome für zu viel Alkohol:

  • Betroffene leiden unter Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.
  • Bei Menschen, die sich im Stadium der Alkoholvergiftung befinden, tritt starkes Fieber, Erbrechen,
  • Gelbsucht ebenso auf wie unwillkürliche Harnverlust.
  • Aber auch Zittern, Untergewicht und Suizidgefährdung gelten als die Folgen von Alkohol, unter denen viele Betroffene leiden.

Nährstoffmangel und Folgen von Alkohol

Wer auf Dauer zu viel Alkohol zu sich nimmt, wird die Nährstoffaufnahme vollkommen aus dem Gleichgewicht bringen. Menschen, die zu viel Alkohol trinken, leiden unter einem chronisch zu niedrigen Folsäurestatus. Das mag zum einen daran liegen, dass die Leber sich unverhältnismäßig oft der Folsäurereserven entleert und zum anderen das toxische Abbauprodukte die Folsäurefunktionen stören. Kommt es in diesem Zusammenhang zu Schädigungen von Magen und Darm, blockieren diese auch die Aufnahme von Vitamin C. In diesem Zusammenhang kommt es oftmals zu einer ungenügenden Nahrungszufuhr, so dass dem Körper Vitamin A und Beta-Carotin fehlen. aber auch Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitamin D und Vitamin K können über den gestörten Organismus kaum noch aufgenommen und verarbeitet werden. Diese Mangelzustände sind zumeist auf Defekte in der Leber, dem Magen, dem Darm und der Bauchspeicheldrüse zurückzuführen. So haben wir es hier mit chronischen Langzeitfolgen von Alkoholmissbrauch zu tun.

 Wie die Warnsignale richtig gedeutet werden?

Insbesondere Darmprobleme gelten heute als Vorboten von schlimmeren Erkrankungen. Von daher müssen Sie den Alarmsignalen auf jeden Fall Beachtung schenken. Insbesondere wenn man im Stuhl Veränderungen in der Konsistenz, im Geruch und in der Farbe feststellt und zu wiederkehrenden Blähungen neigt, die mit Gewichtsstörungen und Müdigkeit einhergehen, sollten Betroffene aktiv werden. Spätestens wenn man Blut im Stuhl entdeckt, gilt dies als Warnsignal. Sie sollten sofort einen Arzt aufsuchen. Unser Körper sendet  unentwegt Signale über Störungen und Effekte, die wir direkt im Alltag spüren. Es ist am Menschen selbst, diese Signale aufzunehmen und ihnen nachzugehen. Viele davon führen auf die Folgen von Alkohol zurück.

Die Risiken und Folgeschäden von Alkohol

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., die unter anderem durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird, warnt vor den drastischen Effekten und Risiken, die sich in Form von Folgeschäden bei dauerhaftem Alkoholmissbrauch zeigen. Der Teufelskreis beginnt mit dem Alkohol, der durch die Blutbahn im gesamten Organismus verteilt wird. So breiten sich die Schädigungen der Zellen nahezu überall aus. Nicht nur die Leber und die Bauchspeicheldrüse, auch das Herz, die Nerven, die Muskulatur und das Gewebe sind von den Folgen von Alkohol betroffen.

Gefahren vom kalten Entzug nicht unterschätzen

Doch nicht nur der übermäßiger Alkoholkonsum stellt ein erhebliches Risiko dar, auch das plötzliche absetzen bei alkoholabhängigen kann Entzugserscheinungen herbeiführen, die für den gesamten Organismus gefährlich sind. In besonders hartnäckigen Fällen können Krampfanfälle ausgehend vom Zentralnervensystem ausgelöst werden. Störungen des Bewusstseins und der Orientierung gehen einher mit Halluzinationen. Wobei der erhöhte Puls und Blutdruck ebenso wie das schwitzen und die Unruhe zu den vegetativen Entzugserscheinungen gehören. Wer sich mit dem Gedanken trägt, vollständig mit dem Alkoholkonsum aufzuhören, sollte sich unbedingt in professionelle Hände begeben. Hierfür gibt es in jeder Stadt nicht nur Beratungsstellen, sondern auch Selbsthilfegruppen und Ärzte, die sich auf die Behandlung von alkoholabhängigen Patienten spezialisiert haben.

Folgen von Alkohol: Woran merken Sie, dass sie abhängig sind?

Viele Betroffene wollen sich gar nicht eingestehen, dass sie ohne Alkohol eigentlich nicht mehr leben können. Dabei gibt es wirklich deutliche Hinweise, dass sie bereits das kritische Level schon überschritten haben:

  •  verzichten Sie auf Alkohol und stellen die oben genannten Entzugserscheinungen fest,
  •  es besteht ein durch dringender Wunsch, Alkohol zu konsumieren,
  •  bei beginnendem Alkoholkonsum, können sich Betroffene nur schwer kontrollieren,
  •  die Toleranz nimmt zu, d.h. für ursprüngliche Wirkungen benötigen Betroffene mehr Alkohol,
  •  auch bei ersten körperlichen und psychischen Schäden, wird der Alkoholkonsum fortgesetzt.

Das Risiko und die Folgen von Alkohol nehmen weiter zu, wenn diese in Zusammenhang mit Betäubungsmitteln und Drogen eine gefährliche Mischung einnehmen. Hier besteht ein extremes Risiko für den gesamten Organismus, da die gefährlichen Nebenwirkungen nicht abgeschätzt werden können.

 

 

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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