Schmerzen beim Wasserlassen – was kann Frau tun?

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Brennen beim Wasserlassen: Clamydien, Pilzinfektionen, Blasenentzündung

Mehr als die Hälfte aller Frauen haben schon einmal unter Schmerzen beim Wasserlassen gelitten. Ein äußerst unangenehmer Schmerz, der sich auf das gesamte Wohlbefinden auswirkt. In diesem Beitrag wollen wir die häufigsten Ursachen dieser Beschwerden beim Wasserlassen zusammenstellen, um im Notfall direkt zu handeln.

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
Schmerzen nach dem Wasserlassen – Urheber: sifotography / 123RF.com

 

Ursachen für Schmerzen beim Wasserlassen

Der häufigste Grund für ein Brennen beim Wasserlassen ist zweifelsfrei die entzündete Blase. Mitunter hat die Hälfte aller Frauen mindestens einmal im Leben mit diesem Problem zu kämpfen. Die Ursache für eine entzündete Blase sind bestimmte Bakterien mit dem Namen Escherichia coli, diese können zu unerträglichen Schmerzen führen, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Entzündung.

Die Bakterien siedeln sich in den meisten Fällen direkt an und gelangen mit Leichtigkeit in die Blase. Zumeist tritt der Schmerz erst mit dem Ende des Wasserlassens auf. Das passiert vor allen Dingen, wenn sich die Blase vollständig entleert hat und die Wände sich berühren. In Kombination mit den Schmerzen kann es wiederum zu Unterleibschmerzen kommen. In einigen Fällen kommt es auch zu Blut im Urin. Zu den typischen Symptomen gehört vor allen Dingen das Anzeichen, nahezu stetig das Gefühl zu haben, auf die Toilette zu müssen. Die Blase ist demzufolge überaktiv.

 

Blasenentzündungen und Schmerzen vermeiden

Um den Schmerzen beim Wasserlassen direkt aus dem Wege zu gehen, sollten wir vermehrte Aufmerksamkeit dem eigenen Körper zukommen lassen. So solltet ihr direkt bei den ersten Anzeichen einer leichten Blasenentzündung handeln. Greift zu Wasser, Tee und Säften sowie Suppe und führt eurem Körper so viel Flüssigkeit wie nur möglich zu. Beobachtet die Färbung des Urins, wenn dieser eine wasserähnliche Farbe annimmt, stimmt die Konzentration.

 

Darüber hinaus sagt man gerade Bärentraubenblättern eine heilsame Wirkung bei Harnwegsinfekten zu, da sie die Keime töten. In der Apotheke erhaltet ihr einen Tee, der Bärentraubenblätter verwendet. Ihr solltet euch von einem Fachmann beraten lassen. Gönnt dem ganzen Körper und der entzündeten Blase jede Menge Ruhe und legt zum Beispiel eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Unterleib.

Auch wenn es schmerzhaft ist, solltet ihr nicht zu viel Urin zurückhalten, denn die Keime müssen erst komplett aus der Blase herausgespült werden, bevor sich schlussendlich eine Linderung der Schmerzen beim Wasserlassen einstellt. Im Prinzip könnt ihr erst über einen Urintest, den ihr in der Apotheke erhalten, auch feststellen, ob sich Keime oder Bakterien im Urin befinden.

 

Schmerzen beim Wasserlassen in der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft kommt es sehr häufig zu Blasenproblemen und zu Schmerzen beim Wasserlassen. Zumeist verschwinden die Beschwerden bereits nach ein paar Tagen. Erst wenn die Schmerzen beim Wasserlassen über drei Tage hinweg anhalten und sich weiterhin Schmerzen in der Nierengegend einstellen, solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen. Hier kann eine Nierenbeckenentzündung vorliegen, die unbedingt behandelt werden muss.

Fachärzte gehen davon aus, dass 80 % aller Entzündungen in diesem Bereich ganz von allein abklingen. Ihr könnt jedoch davon ausgehen, dass ihr mithilfe dieser Tipps den Heilungsprozess um ein Vielfaches vorantreibt. In Abhängigkeit von einer vorliegenden Schwangerschaft verschreibt der Arzt Antibiotika, diese werden zumeist nur für drei Tage verschrieben. In Verbindung mit einer längeren Einnahme geht man davon aus, dass die Rückfallquote relativ hoch ist. Zudem hat eine Studie von Wissenschaftlern in Hannover herausgefunden, dass Schmerzmittel wie Ibuprofen viel schneller weitergeholfen haben als Antibiotika.

 

Infekte und Entzündungen als Ursache für Blasenschmerzen

Eine weitere Möglichkeit, die hinter Schmerzen beim Wasserlassen stecken, ist die Entzündungen im Intimbereich. Hier kann in einigen Fällen eine Entzündung der Scheide und der Schamlippen vorliegen. Der Großteil der Ursachen verweist auf Bakterien, die eine Blasenentzündung hervorgerufen haben. Wobei in diesem Fall die Scheide und die Harnröhre auch von diesen Bakterien betroffen sind.

Eine der häufigsten Varianten sind die Chlamydien – in Verbindung mit sexuell übertragbaren Krankheiten, die über den Sexualverkehr auch an andere weitergegeben werden. Es kommt zur Ausfluss, zu einem Ziehen im Unterleib und zu einem Brennen beim Wasserlassen. Weitere Infektionen, wie zum Beispiel die Pilzinfektion können ebenso zu Schmerzen beim Wasserlassen führen, die mit Jucken und Ausschluss einhergehen. Doch in einigen Fällen kann es möglich sein, dass sich die Schamlippen auch ohne Einwirkung von Bakterien von allein entzünden. Dies kann wiederum zu scharfem Urin führen. Nicht in allen Fällen muss direkt zu Antibiotika gegriffen werden, manchen kann  zum Beispiel auch ein Vaginalgel weiterhelfen.

 

Pilzinfektionen als Ursache für Schmerzen beim Wasserlassen

Gerade bei Pilzinfektionen der Scheide, greifen viele nicht mehr zu Antibiotika, sondern holen sich ein Zäpfchen oder eine Creme aus der Apotheke. Diese Medikamente zur Selbstbehandlung arbeiten mit Clotrimazol und sollen die Scheidenflora wieder auf ein harmonisches Level bringen. Erst wenn es zu einer chronischen Infektion oder Krankheit kommt, lohnt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Nur wenige wissen, dass sich zum Beispiel Pilze gern in Karieslöchern verstecken und so ohne Probleme den Intimbereich besiedeln. Es kann also lohnenswert sein, sich in diesem Zusammenhang auch in die Hände eines Zahnarztes zu begeben, um mögliche Entzündungsherde im Mundraum behandeln zu lassen.

 

Fazit

Für alle Frauen unter 25 zahlt die gesetzliche Krankenkasse ein jährliches Clamydien Screening. Selbst wenn sie keine Krankheitssymptome verspüren, macht dieser Test Sinn, da viele Symptome völlig unbemerkt ablaufen. Das Robert-Koch-Institut hat darüber hinaus einen Schnelltest für Zuhause herausgebracht, da sich Pilzinfektionen ohne Probleme zuhause behandeln lassen. Erst wenn ihr mehr als viermal im Jahr an solch einer Entzündung im Scheidenweg leiden, solltet ihr zum Arzt gehen. In der Schwangerschaft gilt folgender Leitsatz: Bei jeglichen Problemen im Geschlechtsbereich gilt es, den Frauenarzt aufzusuchen.

 

weiterführenden Information:

http://www.apotheken-umschau.de/blase/brennen-beim-wasserlassen