Ist dein Ph-Wert Sauer oder basisch?

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Sauer oder basisch – Störungen des Säuren-Basen-Haushalts

Unter dem Säuren-Basen-Haushalt lässt sich ein physiologischer Regelkreis verstehen, über den es möglich ist, den pH-Wert im Blut auf einem konstanten Level zu halten. Ein optimaler Referenzbereich liegt zwischen 7,35 und 7,45. Wird dieser Referenzbereich unterschritten oder überschritten, kommt es zu einer Störung des Säuren-Basen-Haushalts, was wir im Folgenden näher erläutern.

pH-Wert sauer oder basisch?
Ph-Wert messen – Urheber: ginasanders / 123RF

Der menschliche Organismus und der Säuren-Basen-Haushalt

Im Prinzip steuert der menschliche Organismus den Säuren-Basen-Haushalt über den Stoffwechsel und insbesondere über die Atmung. So erfolgt eine Ausscheidung über die Niere und eine Abgabe von Kohlenstoff-Dioxin bei der Ausatmung über die Lunge. So genannte Puffersysteme bilden das Kohlensäure-Bicarbonat und das Phosphat Puffersystem. Die elementaren Stoffwechselprozesse stehen in direkter Abhängigkeit zu einem optimalen pH-Wert im Blut.

 

Störungen des Säuren-Basen-Haushalts und die Folgen

Im menschlichen Organismus finden fortwährend Stoffwechselprozesse statt. Es erfolgt eine stetige Zersetzung sowie eine Verwertung von Nahrungsmitteln und Bestandteilen. In diesem Zusammenhang kommt es zu einem Aufbau und Abbau sowie zu einem Umbau von Substanzen. Ein großer Teil aller Stoffwechselprodukte und Lebensmittel hat einen sauren Gehalt. Doch woran liegt es eigentlich, dass unser Körper nicht jedes Mal in einem sauren Bereich landet, sobald wir so genannte saure Lebensmittel aufnehmen? Das haben wir schlussendlich den Koffersystemen im menschlichen Körper zu verdanken.

Diese werden immer dann aktiviert, sobald eine saure Substanz in das Blut gelangt. In der Folge kommt es zu einer Neuinstallation der Säure, sodass der menschliche pH-Wert immer auf einem neutralen und gesunden Level bleibt. Doch können Sie die Kapazität und die Fähigkeit der Systeme nicht beliebig überstrapazieren, denn dann erreichen Sie den Zustand, dass genau diese Puffersysteme erschöpft sind. In diesem Fall lagern sich saure Substanzen in den Muskeln und Gelenken sowie im Bindegewebe ab.

 

Gefahr einer Übersäuerung und Untersäuerung

Im Grunde genommen stellen die Säuren keine ausschlaggebende Gefahr für unseren Körper dar. Es kommt immer auf die Konzentrationen und die Mengen an, die Sie im Hinblick auf das Blut einnehmen. Gerade unser Magen braucht die Salzsäure, um eine Desinfektion durchzuführen oder Verdauungsprobleme zu steuern. So wird zum Beispiel bei Sauerstoffmangel in den Muskeln nicht genügend Milchsäure bzw. Laktat gebildet.

Ein gesunder, regulierender Gegenpol zur Säure sind die Basen. Gemeinsam mit dem Säuremolekül bildet sich ein neutrales Wassermolekül. Diese werden auch als eine Form von mineralischen Stoffen bezeichnet, wie zum Beispiel Magnesium, Natrium, Kalium oder Eisen.

Liegt eine Störung des Säuren-Basen-Haushalts vor, kann dies zu dem Zustand der Azidose führen. Unter der Azidose lässt sich die Übersäuerung verstehen. Steigt der pH-Wert wiederum über 7,43, bewegen Sie sich im Zustand der Alkalose. Im Prinzip unterscheidet die Medizin fünf verschiedene Gruppen der Störungen des Säuren-Basen-Haushalts:

 

  1. Metabolische Alkalose,
  2. Metabolische Azidose,
  3. latente metabolische Azidose,
  4. Respiratorische Alkalose und
  5. Respiratorische Azidose.

 

Es ist von oberster Wichtigkeit die zugrundeliegende Erkrankung zu erkennen, die für die Störung des Säuren-Basen-Haushalts gesorgt hat. Auf diese Weise ist es möglich, diese Störfaktoren zu definieren, auszuräumen und eine langfristige Verbesserung zu erreichen.

Zu einer der häufigsten Ursachen gehören Durchfall und Erbrechen über eine längere Zeit. In diesem Zusammenhang kann es zu zwei unterschiedlichen Formen kommen. Die Additionsalkalose ist die Folge von einer übermäßigen Beigabe von Basen. Im Gegensatz dazu kommt es zur Subtraktionsalkalose, wenn es zu einem Verlust von Wasserstoffionen kommt. Dieser Zustand ist auch einer der Folgender der Magersucht, denn den Betroffenen gehen viele Kaliumsionen verloren. Es kann zu einer Muskelschwäche, zu chronischen Verstopfungen und zu Herzrhythmusstörungen kommen.

 

Metabolische Alkalose

Die Ursache für diese Alkalose ist eine Stoffwechselstörung, die zumeist auf eine Erhöhung des Bicarbonats oder auf einen Verlust von Wasserstoffionen zurückzuführen ist. In diesem Fall wird der pH-Wert des Körpers auf einen Wert über 7,45 steigen. Zum Beispiel bei Erbrechen kann der Überschuss an Basen zu einem Verlust von Säuren führen. Der Körper ist nicht in der Lage, diesen Zustand selbstständig und aus eigener Kraft zu kompensieren. Möchten Sie über eine Therapie eine Verbesserung dieser Störung erreichen, geht die Behandlung mit einer Beigabe von Salzsäure, Kaliumchloridlösungen oder Argininhydrochlorid einher.

 

Metabolische Azidose

Diese Form der Stoffwechselstörung liegt immer dann vor, wenn der pH-Wert unter den Gegenwert von 7,36 sinkt. In diesem Fall kommt es zu einem Überschuss von Säuren und zu einem Mangel an Basen. Ein Arzt wird das Grundleiden eines Patienten untersuchen und über eine Ernährungsumstellung und eine Lebensumstellung eine Harmonie des Säuren-Basen-Haushalts erreichen. Nehmen Sie vermehrt basische Lebensmittel auf und weniger säurehaltige Lebensmittel. In der Folge kommt es dann zu einer Harmonisierung dieser Störung. Für die metabolische Azidose empfiehlt man zumeist die folgenden Mineralstoffe:

  • Kaliumcitrat,
  • Calciumcitrat,
  • Magnesiumcitrat und
  • Natrium Carbonat.

 

Die häufigsten Formen der Stoffwechselstörungen

Zu den häufigsten Formen der Stoffwechselstörung gehört die Ketoazidose, unter der vornehmlich Diabetiker leiden. Diabetiker weisen einen Insulinmangel auf, sodass der Körper für die Energiegewinnung immer wieder Fettsäuren verbrennt. Folglich kommt es zu einer vermehrten Entstehung von Ketonsäure, die wiederum eine Übersteuerung des menschlichen Blutes hervorruft.

Auch die Laktatazidose gehört zur Gruppe der metabolischen Azidose. Zu diesem Zustand kommt es immer dann, wenn vermehrt Milchsäure im Blut gebildet wird. Insbesondere in der Folge von Schockzuständen, bei einer Lungenembolie oder auch bei Diabetes und im Hinblick auf Operationen kann es zur verstärkten, anaeroben Energiegewinnung kommen.

Betroffene berichten von einer Vertiefung der Atmung, in diesem Zusammenhang sinkt auch der Blutdruck. Dies ist zumeist in Schockzuständen der Fall. Eine verlässliche und konkrete Diagnose kann man nur in Form einer Blutgasanalyse durchführen. Diese Übersäuberung lässt sich der Kussmaulatmung beim Patienten erkennen. Obendrein wird ein erhöhter Wert von Kohlendioxid ausgeschieden.

 

Fazit: pH-Wert sauer oder basisch?

Im Prinzip funktioniert der gesamte Organismus auf Grundlage einer Harmonie zwischen Säuren und Basen im Blut. Kommt es einmal zu einer Störung, weichen die Werte von den Regelwerten zwischen 7,35 und 7,45 erheblich ab. In diesem Fall ist von einer Übersäuerung oder einer Untersäuerung die Rede, die im erheblichen Maße zu einer Beeinträchtigung des gesamten Organismus führt. Insbesondere wenn der Körper über Erbrechen und Durchfall an lebenswichtigen Substanzen verliert und geschwächt ist, kann es zu folgenreichen Störung kommen, die in den schlimmsten Fällen lebensbedrohliche Ausmaße annimmt.

Über die Weitergabe spezieller Mineralien und Medikamente kann ein Facharzt diesen Zustand behandeln und schnellstmöglich verbessern. Begeben Sie sich bei ähnlichen Symptomen sofort in die Hände eines Facharzt und lassen über eine Blutanalyse den Säuren-Basen-Haushalt des Blutes überprüfen. Bei chronischen Fällen wird vor allen Dingen eine Therapie, eine Lebens- und Ernährungsumstellung empfohlen.

 

weiterführende Information

http://www.medizinfo.de/ernaehrung/saeuren-basen-haushalt/start_erkrankungen.shtml

Seit 2010 schreibt der erfahrene Medizinredakteur Artikel und Nachrichten über verschiedene Gesundheitsthemen auf vitaloo.de. Er ist freier Publizist und Herausgeber des Magazins.