Ernährung bei Gicht

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Gicht gehört zu einer vorwiegend europäischen Wohlstandskrankheit und Folge einer fleischhaltigen und ungesunden Ernährung. Diese Erkrankung lässt sich den Ausprägungsformen dem Rheuma zuordnen und kann lediglich über eine spezifische Ernährung eine körperliche Linderung erfahren. Sie wollen mehr über die wirkungsvolle Ernährung bei Gicht erfahren? Dann werfen Sie einen Blick auf den folgenden Beitrag.

Gicht an den Händen
Folgen einer Gicht-Erkrankung Urheber: stockdevil / 123RF.com

Was ist die Ursache von Gicht?

Die Ursache von Gicht lässt sich in den meisten Fällen auf einen erhöhten Harnsäurespiegel zurückführen. Die Basis der Harnsäure geht auf tierische Lebensmittel zurück. Diese kurbeln die Harnsäureproduktion an. Außerdem hemmt Alkoholkonsum die Ausscheidung von Harnsäure. Die zentrale Rolle in der Ernährung bei Gicht kommt den Nieren zu, da sie Harnsäure ausscheiden. Regelmäßige Entgiftungskuren wirken sich positiv auf den allgemeinen Krankheitsverlauf aus. In diesem Zusammenhang empfehlen Heilpraktiker zum Beispiel eine regelmäßige Kur mit der Heilpflanze Solidago.

Ernährung bei Gicht – die wichtigsten Grundsätze

Über eine spezifische Ernährung können Sie eine spätere Erkrankung sogar vermeiden. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die folgenden Faktoren:

–       möglichst wenig tierische Produkte,

–       eine fettarme Zubereitung der Speisen,

–       sehr viel trinken,

–       täglich Obst und Gemüse, aber

–       wenig Zucker.

Leiden Sie bereits unter Gicht, verzichten Sie auf eine tägliche Fleischportion. Gerade Wurst und Fisch sollten maximal 100 g im täglichen Speiseplan einnehmen. Darüber hinaus gilt es, vollständig auf Innereien zu verzichten. Gerade Kalbsbries steht auf der Roten Liste der Ernährung bei Gicht.

 

Der korrekte Umgang mit Purinen

Einige Fischarten, wie zum Beispiel Forelle oder Sprotte, enthalten jede Menge Purine. Purine produzieren Harnsäure und machen sich negativ im Verlauf der Krankheit bemerkbar. Purine sind auch in der Haut von Geflügel und in Schweinefleisch enthalten. Joghurt, Eier, Käse und Butter sowie Milch sollten Sie aus diesem Grund nur in Maßen zu sich zu nehmen.

Im Hinblick auf Obst und Gemüse gibt es kaum etwas, zu beachten. Eine Ausnahme bilden in der Ernährung bei Gicht lediglich Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel Bohnen und Linsen, aber auch Spinat, Spargel und Rhabarber. Möchten Sie Brot, Brötchen oder Kuchen backen, vermeiden Sie Hefe und greifen alternativ zu Backpulver.

 

Die Top 7 Facts zur Ernährung bei Gicht

  1. Bevorzugen Sie Vollkornbrot.
  2. Essen Sie Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln.
  3. Greifen Sie bei Fisch zu Scholle, Kabeljau und Seezunge.
  4. Im Hinblick auf Fleisch empfehlen wir Wild.
  5. Über Weizenmehl, Grieß, Reis und Nudeln sowie Roggen decken Sie Ihren Kohlenhydrate-Haushalt.
  6. Einigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Cranberrys, Zwiebeln, Mohrrüben und Tomaten, Erdbeeren und Pflaumen sagt man sogar nach, sie würden sich lindernd auswirken und den Harnsäurehaushalt senken. Integrieren Sie mindestens eine dieser Zutaten in den täglichen Speiseplan.
  7. Gerade Cranberrys wirken sich auf den gesamten Organismus positiv aus. Wir empfehlen 100-prozentigen Cranberrysaft aus dem Reformhaus.

Ebenso wichtig wie die korrekte Ernährung bei Gicht ist eine entsprechend hohe Flüssigkeitszufuhr. Sie sollten jeden Tag zwischen 2-3 l Wasser oder Kräutertee trinken. Das entgiftet und spült den Urin, so kann die Harnsäure besser aus dem Körper geleitet werden. Darüber hinaus bleibt die Chance, reichlich Flüssigkeit das persönliche Wohlbefinden auf lange Sicht zu verbessern.

 

Der Purin-Gehalt ausgewählter Lebensmittel:

–       150 Gramm Hering mit Haut: 480 mg

–       125 g Rinderleber: 450 mg

–       200 g Spinat: 100 mg

–       150 g Schweinefilet: 225 mg

–       150 g Hühnerkeule: 225 mg

–       100 g Äpfel : 15 mg

 

Fazit: Gicht kommt selten allein

Eine Gichterkrankung kommt selten allein und geht mit einer energiereichen Ernährung und einem hohen Alkohol- sowie Fleischkonsum einher. Weitere Faktoren zur Begünstigung dieser Erkrankung können Medikamenten und eine körperliche Überanstrengung sein. Fastenkuren können eine Erkrankung sogar auslösen. Viele Betroffene leiden neben der eigentlichen Gicht unter Diabetes, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen. Ein Großteil aller Patienten ist zum Teil übergewichtig. Das Ziel der Ernährung bei Gicht ist es, auf lange Sicht den Harnsäurespiegel im Blut zu senken. Halten Sie sich an die Leitlinien der purinarmen Ernährung, ist es Ihnen sogar möglich, harnsäuresenkende Medikamente vollkommen abzusetzen und eine erhebliche Linderung zu erzielen.