Zwanghaftes Skin Picking: Dermatillomanie Symptome und Ursachen

Zwanghaftes Hautknibbeln und Zupfen an der Haut

Die Zwangserkrankung Dermatillomanie (Skin Picking)  kennzeichnet einen unüberwindbaren Drang, an der  Epidermis zu zupfen, zu drücken oder zu zerren. Die Folgen der stetigen Bearbeitung der Haut sind Hautunreinheiten und Irritationen.

Nicht selten entsteht aufgrund übermäßiger Behandlung eine Wundstelle. Berühren die Erkrankten diese weiterhin, kann es zu Infektionen und schwerwiegenden Entzündungsprozessen kommen. Das Hautbild verschlechtert sich.

Durch eine Verschlimmerung des Hautzustands nimmt der Berührungsdrang zu. Es entsteht ein Kreislauf, der die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt. Für das Skin Picking existieren mehrere Auslöser.

Vorwiegend ein hoher psychischer oder körperlicher Druck sorgt für das Auftreten des Krankheitsbilds. Bleibt dieses unbehandelt, folgen der Dermatillomanie unter Umständen depressive Verstimmungen. Diese resultieren aus den äußerlichen Schäden der Haut sowie dem Unvermögen, den Drang zu kontrollieren.

Mit äußerer Reinheit innere Unreinheit bekämpfen

Bei der Dermatillomanie leiden die Betroffenen unter echten oder eingebildeten Hautunreinheiten. Oft handelt es sich um kleine Pickel oder Mitesser. Infolge einer psychischen Krise oder eines Belastungszustands konzentrieren sich die erkrankten Menschen verstärkt auf ihren Hautzustand.

Dadurch lenken sie sich von den eigentlichen Problemen ab. Drücken sie beispielsweise einen Pickel aus, kommt es zu einem schnellen Erfolgserlebnis. Die unliebsame Hautirritation verschwindet. Als Betroffener freust Du Dich über die Kontrolle über Deinen Körper.

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Bis zu diesem Punkt stellt die Behandlung der Epidermis kein Problem dar. Jedoch führt das Krankheitsbild dazu, dass Betroffene stetig neue Hautirritationen, Pickel oder Mitesser ausfindig machen. Dabei erleben sie ihr Hautbild deutlich verschlechtert, was zu einer beeinträchtigten Selbstwahrnehmung führt.

Bei vielen Patienten kommt es zu einer klaffenden Differenz zwischen Selbstbild und Fremdbild. Drücken sie an mehreren Gesichtsarealen vermeintliche Hautirritationen aus, schwillt die Epidermis an. Gleichzeitig führt die Verwendung von Nadeln und Pinzetten zu geröteten Stellen.

Nimmt die Dermatillomanie einen schweren Verlauf, leidest Du unter Umständen an einem roten und geschwollenen Gesicht. Dieser äußerliche Makel belastet  schwer, sodass eine depressive Verstimmung einsetzen kann. Weitere Behandlungen der Haut verschlimmern deren Zustand. Ein Kreislauf aus Missfallen und Hautbeschwerden entsteht.

Vorwiegend junge Erwachsene leiden an Dermatillomanie

Das Skin Picking betrifft in der Regel Jugendliche oder junge Erwachsene. Oft beginnt die psychische Erkrankung mit dem Ausdrücken eines Mitessers oder einer unscheinbaren Hautirritation. Die Betroffenen zeigen übermäßiges Interesse an ihrem Hautbild. In dessen Folge  untersuchen sie den vermeintlichen Schandfleck im Spiegel oder berühren ihn vermehrt. Dadurch dringen Bakterien und andere Erreger in die bereits gereizte Epidermis und sorgen für einen Entzündungsvorgang. Dieser zeichnet sich durch folgende Symptome aus:

  •        Ausschlag,
  •        Rötungen,
  •        Schwellungen,
  •        übermäßige Talgproduktion,
  •        Schmerzen.

Bei der Dermatillomanie erweisen sich die Patienten als unfähig, die gereizte Haut zu schonen. Sie verspüren den Drang, sie zu behandeln. Je weiter sich das Hautbild verschlimmert, desto mehr versuchen sie, die Epidermis zu reinigen. Salben, Nadeln und Pinzetten kommen zum Einsatz.

Bleibt der gewünschte Effekt aus, greifen manche Menschen zu vermeintlichen Wundermitteln aus dem Handel. Die Inhaltsstoffe sowie eine übermäßige Anwendung intensivieren die Hautschädigung.

Das Skin Picking tritt schätzungsweise bei bis zu fünf Prozent der Bevölkerung auf. Vermehrt leiden Frauen unter dem Phänomen. In den ersten Stadien bemerken die Betroffenen sowie das Umfeld den Kontrollzwang über die eigene Haut nicht. Erst bei einer sichtbaren Hautschädigung fällt die psychische Störung ins Auge. Bemerkst Du, dass eine Person aus Deinem Familien- oder Freundeskreis an der Dermatillomanie leidet, hilft zunächst ein klärendes Gespräch.

Welche Auslöser führen zum Skin Picking?

Mit Stresssituationen gehen Menschen auf unterschiedliche Weise um. Oft entstehen durch die seelische Belastung nervöse Ticks. Diese äußern sich beispielsweise in Form eines Bewegungsdrangs.

Ebenso existieren Menschen, die chaotischen Umständen durch eine starke Kontrollsucht begegnen. Diese führt unter Umständen zu einer übermäßigen Behandlung der Haut. Die genauen Auslöser für das Skin Picking kennt die Wissenschaft bisher nicht. In der Regel beginnt die psychische Störung schleichend. Sie nimmt auf die Dauer an Intensität zu.

Zunächst dient das Kratzen und Zupfen an der Epidermis als Mechanismus, um Stress zu regulieren. Speziell Menschen, die starken Druck erleben, suchen diese Lösung zur schnellen Stressreduzierung.

Des Weiteren tritt die Krankheit bei Menschen ohne äußerliche Belastung auf. Diese weisen beispielsweise eine geistige Veranlagung zur Dermatillomanie auf. Vorwiegend bei Jugendlichen kommt es vor, dass sie sich die Verhaltensweise bei Gleichaltrigen abschauen. Im Verlauf der Krankheit verselbstständigt sich der Behandlungsdrang.

Die Betroffenen leiden stark am schlechten Zustand ihrer Epidermis und den körperlichen Schäden, die aus der Behandlung resultieren. Beispielsweise folgen dem stetigen Kratzen an der Haut:

  •        Entzündungen,
  •        schlecht heilende Verletzungen,
  •        Narben.

Des Weiteren entstehen bei ihnen Schamgefühle, da sie ihren Drang nicht bezwingen. Belehrungen und Vorhaltungen ihrer Mitmenschen, beispielsweise durch die Eltern, verschlimmern die seelische Pein. Auf den inneren Aufruhr reagieren die Patienten erneut mit dem Skin Picking.

Ein typisches Symptom der Erkrankung besteht im erfolglosen Versuch, die Haut unberührt zu lassen. Mit der Zeit verlernen die Patienten, das Berührungsverhalten bewusst zu kontrollieren.

Welche Symptome weisen auf das Skin Picking hin?

Das Skin Picking erkennst Du an typischen Anzeichen. Vorwiegend die roten und entzündeten Hautstellen der Betroffenen fallen ins Auge. Die Patienten berühren die gereizte Epidermis häufig, kratzen sich und zupfen an der Haut. Sie neigen dazu, den Hautzustand vermehrt im Spiegel zu begutachten. Die Kratz- und Zupfbewegungen geschehen unwillkürlich und nicht selten unbewusst. Vorwiegend in Stresssituationen verschlimmert sich dieses Verhalten.

Erkennst Du diese Handlungsweisen bei einem Freund oder einem Familienmitglied, reagierst Du verständnisvoll. Vorwürfe oder Ärger intensivieren die Nervosität der Betroffenen.

Finden diese keinen Weg, eigenständig mit der psychischen Störung zu brechen, besuchst Du mit ihnen einen Hautarzt. Dieser verschreibt entzündungshemmende und antibakterielle Hautsalben. Die Pflege der Epidermis erhält Relevanz, um den Hautzustand zu verbessern. Ebnet sich das Hautbild, reduziert sich häufig der Stresslevel der Patienten.

Anschließend besteht die Möglichkeit, das Grundproblem für den Stress in Erfahrung zu bringen. Alternativ eignet sich eine kognitive Verhaltenstherapie.

Diese hilft den Betroffenen, den Kreislauf der Dermatillomanie zu durchbrechen. Sie lernen, ihre Stressreaktionen ohne körperliche Verletzungen zu regulieren.

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