Sind Hämorrhoiden gefährlich
Was sind Hämorrhoiden, Copyright: Tyrannosaurus bigstockphoto

Tabuthema Blutende Hämorrhoiden:

Niemand redet gerne über die unangenehmen Plagegeister am After. Das führt dazu, dass sie für viele Menschen ein Mysterium sind, das sie noch nicht einmal bei ihrem Hausarzt zum Gespräch bringen.

Sind Hämorrhoiden gefährlich? ist daher eine Frage, die sich viele stellen und deren Beantwortung sie sich letztendlich schuldig bleiben. Daher möchten wir Ihnen unangenehme Gesprächsthemen ersparen und Sie hier über Gesundheitsgefahren bei Hämorrhoidalleiden aufklären. Trotzdem sollten Sie sich nicht scheuen, das Thema auch bei Ihrem Hausarzt zur Sprache zu bringen, wenn Sie an akuten Problemen leiden. Nur so kann Ihnen geholfen werden.

Sind Hämorrhoiden gefährlich?

Nein, Hämorrhoiden sind natürlicher Bestandteil des Schließsystems und ungefährlich; selbst wenn sie sich zu einem Hämorrhoidalleiden entwickeln besteht keine unmittelbare Gesundheitsgefahr – höchst unangenehm sind sie durch Juckreiz, Brennen und Blutungen aber allemal.

Sind Hämorrhoiden gefährlich – Was sind Hämorrhoiden überhaupt?

Die gute Nachricht: Hämorrhoiden sind per se keine Erkrankung, sondern eine normale und sogar notwendige Vorrichtung, die jeder Mensch mit sich herumträgt.

Den Enddarm verschließt ein Ringmuskel (Sphinkter), der Afterschließmuskel. Wäre das, was im Enddarm als Endprodukt der Verdauung landet, immer von fester Konsistenz, würde dieser muskuläre Verschluss auch vollkommen ausreichen. Die Erfahrung zeigt, dass das nicht immer der Fall ist: Des öfteren ist der Stuhl dünnflüssig oder plagen Blähungen das Gedärm. Damit selbst Flüssigkeiten und Gase schön drinnen bleiben und erst abgesetzt werden, wenn man das möchte, dafür sind die Hämorrhoiden zuständig.

Dabei handelt es sich um ein spezielles Gefäßpolster, das den Schließmuskel zusätzlich abdichtet. Erst wenn der innere Teil des willkürlich gesteuerten Schließmuskels Stuhl oder Flatulenz freigibt, zieht sich das Blut aus dem Venenpolster zurück und öffnet sich der After.

Sind Hämorrhoiden gefährlich? Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Weder sind Hämorrhoiden gefährlich noch unmittelbar gesundheitsgefährdend. Sie sind natürlicher Bestandteil des Verschlusssystem am Ende des Darmtraktes.
  2. Hämorrhoiden sind ein Gefäßpolster, welches für das Zurückhalten von Flüssigkeit und Gas notwendig ist.
  3. Auch wenn sie nicht wirklich gefährlich sind, können sie anschwellen und Knoten bilden. Ein solches Hämorrhoidalleiden ist vor allem unangenehm, da es sich mit Jucken, Brennen, Schmerzen und Blutungen äußert.
  4. Hämorrhoiden lassen sich recht gut durch eine angepasste Ernährung und Salben oder Zäpfchen behandeln. Dadurch lassen sich Hämorrhoidalleiden verhindern oder lindern.
  5. Dick anschwellende, hervortretende und stark blutende Hämorrhoiden sollten unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Neben dem Hausarzt kommt hierfür ein Proktologe infrage.

 

Wie kommt es zu blutenden Hämorrhoidalleiden?

Hämorrhoidalleiden bedeutet, dass aus dem normalen Gefäßpolster des Afters ein Gebilde wird, das an Krampfadern erinnert. Genau wie bei den Krampfadern in den Beinen geschieht das vor allem, wenn der Druck im Gefäßsystem hoch ist und/oder der Abfluss behindert wird.

Vor allem harter Stuhl, Verstopfungen und die allzu strapazierte Bauchpresse beim Stuhlgang fördern das Entstehen von Hämorrhoidalleiden. Ähnliches gilt für sitzende Tätigkeiten, Mangel an Bewegung, Übergewicht und Schwangerschaft. Viele Schwangere bekommen zusehends Probleme mit Hämorrhoiden, weil die immer schwerer werdende Leibesfrucht auf die Gefäße im Becken drückt und ohnehin eine Neigung zu Verstopfungen hinzukommt.

Wie kann man Hämorrhoidalleiden vermeiden und behandeln?

Vor allem Reduktion von Übergewicht, viel Bewegung und ballaststoffreiche Ernährung bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr helfen Hämorrhoidalleiden zu vermeiden. Leidet man bereits daran, helfen Salben und Zäpfchen, die Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke erhalten.

Hämorrhoiden – Wann muss man zum Arzt?

Auch wenn noch keine Todesfälle durch Hämorrhoiden dokumentiert wurden, empfiehlt sich in einigen Fällen die Behandlung durch den Hausarzt oder gegebenenfalls durch einen Facharzt, der sich mit solchen Erkrankungen besonders gut auskennt, einen Proktologen.

Das gilt vor allen dann, wenn die knotigen Veränderungen am After solche Ausmaße angenommen haben, dass sie bereits das Sitzen behindern und ständige Schmerzen verursachen. Kommt es zu einer Ruptur solcher groß herangewachsenen Hämorrhoiden, sind die damit verbundenen Blutungen oft erheblich.

Zudem sollte man alle persistierenden anatomischen Veränderungen am Enddarm sicherheitshalber ärztlich untersuchen lassen – in selten Fällen kann es sich um andere Erkrankungen handeln, die dringender Behandlung bedürfen. Dazu zählt Darmkrebs (Analkarzinom), Analvenenthrombosen, Analfissuren, Mastdarmvorfall (Rectumprolaps), Analabzesse und Analfisteln.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie e.V. : Internetauftritt.
  • Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e.V.: Internetauftritt. Mit Spezialistensuche im Umkreis über die Postleitzahl.
  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen: 5,00 Punkte, von möglichen 5)