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Selbstmordgedanken loswerden und überwinden

Selbstmordgedanken loswerden: Ab wann ist man selbstmordgefährdet?

Angst, Einsamkeit, Panik und Verzweiflung gehören zu den negativen Gefühlen, die dennoch den Weg in unser Leben finden. Dabei ist es gar nicht so ungewöhnlich, wenn sich ganz unvermittelt auch einmal Selbstmordgedanken einfach so in unser Gehirn einschleichen. Wenn man selbst so überanstrengt und überfordert ist, dass der Tod der einzige Ausweg scheint, gilt es jedoch genau diese Gefühle in Angriff zu nehmen. Wir wollen euch dabei helfen, Selbstmordgedanken loszuwerden und die Frage beantworten: Ab wann ist man selbstmordgefährdet?

Selbstmordgedanken loswerden

Selbstmordgedanken drehen sich in dunklen Kreisen

Wie kann man Selbstmordgedanken loswerden?

Zumeist kreisen die eigenen Gedanken unaufhörlich um einen Selbstmord, wenn man keinen Ausweg mehr weiß. An dieser Stelle vor Augen zu halten, dass es eine Lösung geben wird, ist vielleicht nicht zielführend. Gerade wenn ihr alleine dasteht, keine Partnerin oder Familie habt, fällt oftmals schwer, Hoffnung zu schöpfen und Alternativen zu sehen. Schließlich ist man in den Strudel nicht enden wollenden Selbstmordgedanken wie gefangen und gefesselt. In besonders schwerwiegenden Situationen können nur noch Therapeuten und Fachleute weiterhelfen, denn sie weisen einen Weg heraus aus der Dunkelheit.

 

Viele Betroffene fühlen sich nicht im Stande, zu einem Profi oder Therapeuten zu gehen. Schließlich sind sie nicht krank.

„Ich bin doch nicht verrückt.“

„Ich habe mein Leben im Griff.“

„Ich kann noch meine Selbstmordgedanken loswerden, und das ohne professionelle Hilfe.“

 

Selbstmordgedanken loswerden und mit Fachleuten telefonieren

Auf jeden Fall solltest du dich rechtzeitig informieren und vielleicht ganz anonym an einer Krisenhotline mit einem Fremden oder mit einem vertrauten Menschen sprechen.

Hier die aktuellen Hotlines in der Übersicht:

 

  1. Gesellschaft für Suizidprävention: 0921-283301
  2. evangelischer Hotline: 0800-1110111
  3. katholische Hotline: 0800-1110222
  4. Kindertelefon und Jugendtelefon: 08001110333

 

Hier bleibt ihr vollkommen anonym und könnt euch Erleichterung verschaffen. Redet über eure Probleme. Tatsächlich wiegt ein Problem, dass ihr einmal ausgesprochen habt, danach nur noch halb so schwer.

 

Selbstmordgedanken verschieben

Grundsätzlich solltet ihr beim Aufkommen von Selbstmordgedanken diese auf einen Moment, am besten 48 Stunden später, verschieben.  Gedanken haben nicht die Kraft, eine Handlung auszulösen oder einen damit zusammenhängenden Impuls. Sie beeinträchtigen lediglich die seelische und emotionale Wahrnehmung einer Situation. Gebt euch zum Beispiel etwas Zeit, euch neu zu sortieren und denkt zwei Tage später über die Selbstmordgedanken nochmals nach, kann der Prozess an Ernsthaftigkeit verloren haben.

 

Selbstmordgedanken loswerden mit professioneller Hilfe

Geht es um Suizid und Selbstmordgedanken, hat dies mit einem ernst zu nehmenden Zustand zu tun, der Betroffene schnell überfordert. Das mag wohl ein Grund sein, warum Fachleute und Profis hier der richtige Ansprechpartner sind. Sie haben ein spezifisches Studium und eine Ausbildung erfahren, um die passende Therapie und Behandlung für euch zu finden.

Zumeist findet ihr auch über die Seelsorge die passenden Ansprechpartner oder könnt über das Krankenhaus mit einem Seelsorger in Verbindung treten. Auf keinen Fall solltet ihr die Gespräche oder Therapien verschieben, denn das wird den Zustand verschlimmern.

 

Ins Krankenhaus gehen

Greifen die vorhergehenden Tipps nicht und die Selbstmordgedanken lassen euch keine Ruhe mehr? Dann gilt es, keine Zeit zu verlieren. Lasst euch am besten ins Krankenhaus fahren. Dabei solltet ihr nicht denken, dass dies kein Notfall sei, denn die Notaufnahme kümmert sich auch um psychische Krisen. Für viele ist die professionelle Hilfe der letzte Ausweg, einen Selbstmordversuch abzuwenden.

 

Telefonate mit Freunden und Familie

Suizidgedanken können wirklich selbst zerstörerisch sein und euren gesamten Alltag in Anspruch nehmen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nehmt Kontakt zu Familie und Freunden auf und vertraut euer Problem einer anderen Person an. Wenn ihr eure schlimmen Gedanken teilt, kann euch das beruhigen. In vielen Fällen beruhigen sich diese Gedanken, wenn ihr mit einem Freund darüber gesprochen habt. Scham, Peinlichkeit oder eine unangenehme Situation stehen hier nicht im Fokus, sondern die Hilfe und die Befreiung.

 

Verzicht auf Drogen und Alkohol

Selbstmordgedanken sollten keinesfalls mit Alkohol und Drogen vermischt werden. In diesem Zustand werden Menschen unberechenbar und werden noch schlechter mit den Gedanken fertig. Wenn Therapeuten und Ärzte zum Beispiel Antidepressiva verschrieben haben, vertragen sich diese Arzneimittel nicht mit Alkohol. Hier kommt es zu gefährlichen Wechselwirkungen.

 

Checkliste für den Notfall erstellen

In diese Liste solltest du deine eigenen Charaktereigenschaften und deine persönlichen Vorzüge mit aufnehmen. Darüber hinaus spielen die Dinge eine ausschlaggebende Rolle, die dir in der Vergangenheit bereits weitergeholfen haben.

Lieblingsbücher, Musik und Filme, Lieblingsplätze und Lebensretter sind ebenso ausschlaggebend, wie Sport, Leidenschaften und Hobbys. Findest du dich in einem Prozess nicht enden wollenden Angstzustände und Depressionen wieder, halte dir diese Liste vor Augen und ließ sie in Ruhe durch. Sie wird dich mit neuer Hoffnung füllen.

 

Selbstmordgedanken – Womit kannst du dich ablenken?

Wir liefern mit dieser Liste keine Möglichkeit, Selbstmordgedanken zu verdrängen, sondern vielmehr einen konkreten Selbstversuch zu vereiteln. Zumeist belasten die Gedanken so stark, dass Betroffene kaum etwas Anderes denken können und der gesamte Alltag an ihnen vorbeifährt. Da kann es helfen, sich aus diesem Strudel zu befreien und etwas ganz Anderes zu machen, wie zum Beispiel:

  1. schau deinen absoluten Lieblingsfilm
  2. ließ ein paar alte, wichtige E-Mails
  3. mach einen langen Spaziergang in der Sonne
  4. Besuch ein Café oder dein Lieblingsrestaurant
  5. sprich ausgiebig mit deinem besten Freund oder einer Freundin
  6. ließ ein Buch oder ein Lieblingsmagazin

 

Sicherheitsvorkehrungen treffen und das Zuhause sicherer machen

Selbstmordversuche sind wahrscheinlicher, wenn sich Gefahren im Haushalt befinden. So kann es einigen helfen, gerade Waffen, gefährliche Gegenstände und Tabletten zu entfernen. Alternativ dazu gehören diese Dinge in einen Schrank, dessen Schlüssel nicht in deinen Händen ist.

 

Ab wann ist man selbstmordgefährdet?

Wir können keine Pauschalformel liefern, dennoch Anzeichen, die auf einen Suizidversuch hinweisen. Fühlt ihr euch zunehmend zurückgezogen in der Hoffnungslosigkeit und nehmt ihr nicht mehr am sozialen Leben teil, werden euch die Selbstmordgedanken einengen. In diesem Zusammenhang kommt es auch zu Aggression und immer deutlicheren Suizidfantasien, mit denen ihr euch praktisch jeden Tag auseinandersetzt.

 

Therapeuten sprechen in diesem Zusammenhang von drei Phasen, die zunächst einmal mit der Erwägung und der Beschäftigung mit Selbstmordgedanken einsetzt.

 

Wie ist es eigentlich, wenn man tot ist?

Wie funktioniert das Sterben?

Sind damit Schmerzen verbunden?

 

Von dieser Phase geht es dann in die Ambivalenz, das bedeutet, dass der Selbstmord in dieser Stufe eine persönliche Bewältigung eines Problems darstellt. Betroffene suchen nach guten Gründen, weiterhin am Leben zu bleiben. Wobei sie immer noch in der Abwägung und Unentschlossenheit sind. Wir befinden uns hier in einer Phase, in der sich Betroffene helfen lassen, sie sind noch ansprechbar.

 

Die gefährliche Schlussphase

Besonders gefährlich wird es in der Entschlussphase, in dem der Betroffene die Entscheidung bereits gefällt hat, Selbstmord zu begehen. Die Beteiligten beobachten zumeist eine abweisende, distanzierte und kühle Haltung. Einige beginnen sogar schon, ihr Eigentum aufzuteilen und Testamente zu schreiben.

Heute geht man sogar davon aus, dass 75 % aller Menschen einen Selbstversuch sogar ankündigen und zu einem Arzt gehen, um über Beschwerden zu sprechen. Es ist nun die Aufgabe des Umfelds, besonders aufmerksam diese Empfindungen aufzunehmen, um rechtzeitig zu handeln, bevor etwas Schlimmeres passiert.

 

Fazit: Schritt für Schritt Selbstmordgedanken loswerden

So unterscheiden wir die unterschiedlichen Phasen der Selbstmordgedanken und einen Hilfeplan, einen Weg aus dem Strudel aus der Angst zu finden. Checklisten, positive Erlebnisse und Gedanken sind ebenso hilfreich wie Fachleute und Freunde, die ablenken und eine andere Lösung aufzeigen. Zunächst einmal geht es in die Analysephase der Probleme, um diese an der Wurzel anzugreifen, zu bewältigen und endgültig alle Selbstmordgedanken loszuwerden. Das Leben ist viel zu schön, als es vorzeitig zu beenden.

 

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