Schmerzen unter der Achsel – Ursachen und Bedutung

Mögliche Ursachen für einen Schmerz unter der Achsel

Schmerzen sind stets ein Warnsignal des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Für einen Schmerz unter der Achsel kann es diverse Ursachen geben, die in vielen Fällen harmlos sind.

Damit Du Deine Gesundheit jedoch nicht auf die leichte Schulter nimmst, ist es immer sinnvoll, die Schmerzen nicht zu ignorieren. Bleiben sie mehrere Tage bestehen, ist eine Abklärung beim Arzt sinnvoll. Dieser Artikel gibt Dir eine kurze Übersicht zu den gängigsten Ursachen hinter den Schmerzen.

Das Wichtigste im Überblick – Schmerzen unter der Achsel

  • Schmerz unter der Achsel kann harmlos sein, verursacht etwa durch eine Rasurverletzung
  • häufig liegen auch Muskelkater, Verspannungen oder Zerrungen vor
  • oft reagiert das Immunsystem durch geschwollene Lymphknoten auf eine Entzündung
  • hält der Schmerz an, können ernste Entzündungen, etwa im Herzen, vorliegen
  • die Schilddrüse sowie Krebs als Ursachen sind selten, sollten bei Dauerschmerz jedoch abgeklärt werden

Der offensichtlichste Grund: sichtbare Verletzungen

Schmerzt es unter einer Achsel, solltest Du zunächst im Spiegel mit gehobenem Arm nachschauen, ob eine offenkundige Verletzung vorliegt.

Es kann sich beispielsweise um einen Mückenstich handeln oder um den Biss einer Zecke. Auch Schnittwunden bei der Rasur geschehen oft unbemerkt und machen sich erst nach einigen Stunden bemerkbar.

Stellst Du eine Verletzung fest, entscheidet das Ausmaß darüber, ob ein Arzt besucht werden muss. Gerade bei kleineren Schnittwunden reicht es oft, die Wunde in Ruhe zu lassen, denn sie verheilt binnen weniger Tage. Auch ein Mückenstich ist nervig, jedoch meist harmlos. Lokal aufgetragene Wundsalbe sowie etwas Kühlung kann die Heilung beschleunigen.

Anders sieht es bei Zeckenbissen aus, da eine Borreliose vom Arzt ausgeschlossen werden sollte. Entferne das Tier auf keinen Fall, indem Du es herausreißt, denn dadurch können Erreger in den Körper gedrückt werden.

Sehr häufig und harmlos: Verspannungen und Zerrungen

Schmerz unter der Achsel kann auf einfache Muskelverspannungen zurückgehen. Hast Du beim Sport am Vortag besonders intensiv trainiert oder auch zum ersten Mal ungewohnte Übungen gemacht, können die Muskeln entsprechend reagieren. Auch eine leichte Zerrung ist prinzipiell möglich, wenn eine ruckartige Bewegung durchgeführt wurde, etwa beim Heben von Umzugskisten.

Meist musst Du Dir in diesen Fällen keinerlei Sorgen machen. Mit etwas Schonung sind die Beschwerden binnen weniger Tage wieder verschwunden und werden in der Zwischenzeit von Tag zu Tag besser. Viele fühlen sich besser, wenn die Stelle etwas gekühlt wird, anderen hilft im Gegenteil ein warmes Bad. Dies solltest Du einfach für Dich ausprobieren.

Bleibt der Schmerz unter der Achsel länger bestehen und/oder verschlimmert sich, könnte ein Teil des Bewegungsapparates jedoch stärker verletzt sein. Muskelfaserrisse oder Verletzungen an Sehnen, Knorpeln und Knochen rufen ebenfalls Schmerzen hervor, die jedoch nicht so einfach von selbst gehen. Hier sollte ein Arzt die Diagnose stellen und gegebenenfalls eine Therapie einleiten.

Schmerz unter der Achsel aufgrund von Entzündungen

Ebenfalls möglich sind lokale Entzündungsherde. Der Schmerz unter der Achsel ist in diesem Fall oft stärker als bei Verspannungen und die Region ist sowohl geschwollen als auch wärmer. Das liegt an der stärkeren Durchblutung sowie an der Tatsache, dass bei Entzündungen die Lymphknoten anschwellen.

Rasierst Du Dir die Achseln, kann beispielsweise die Reizung eines Haarfollikels dazu führen, dass sich eine kleine Entzündung gebildet hat. Auch die Bildung eines Furunkels ist möglich und äußerst schmerzhaft.

Da die Achseln für das gesamte Lymphsystem im Körper zwei wichtige Sammelpunkte sind, muss der Schmerz gemeinsam mit der Schwellung jedoch nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Entzündung in der Achsel selbst ist. Er kann auch darauf hindeuten, dass auf dieser Körperseite in der Nähe eine Entzündung wütet.

Folgende Entzündungsherde sind denkbar, wenn die Lymphknoten unter der Achsel anschwellen:

  • Zahn- und Zahnfleischentzündungen
  • viraler Infekt der oberen Atemwege (eine klassische Erkältung)
  • die „echte“ Grippe
  • Lungenentzündungen
  • Herzmuskelentzündungen
  • größere Wunden in der Haut
  • bösartige Mutationen, etwa Brustkrebs

„Da neben Erkältungen also auch bösartige Krankheiten wie Krebs die Lymphknoten anschwellen lassen, ist eine Abklärung beim Arzt sinnvoll.“

Oft vergessen: Die Schilddrüse als Ursache

Da die kleine Drüse im Hals sitzt, denkst Du sicher nicht an sie als Verursacher der Schmerzen. Tatsächlich ist es auch vergleichsweise selten, dass die Drüse hinter dem Schmerz steht. Liegen jedoch bösartige Mutationen oder Entzündungen in der Drüse vor, kann sich das durch Schmerz unter der Achsel bemerkbar machen. In diesem Fall reagieren die Lymphdrüsen, da sie in der Nähe liegen.

Schilddrüsenkrebs sollte daher bei anhaltendem Schmerz unter der Achsel ausgeschlossen werden. Patienten mit chronischen Schilddrüsenproblemen, beispielsweise der Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis, sollten auf die Schmerzen reagieren und den aktuellen Status ihrer Schilddrüse zeitnah beim Internisten abklären lassen. Eventuell muss die medikamentöse Therapie angepasst werden oder es ist eine Operation nötig.

Den Schmerz richtig einordnen

Beim Gang zum Arzt hilft es diesem bei der Diagnose, wenn Du nicht nur von Schmerz unter der Achsel sprichst, sondern die Beschwerden einordnen kannst. Folgende Fragen helfen, genauer zu werden:

1. Treten die Beschwerden nur bei bestimmten Bewegungen auf und falls ja, bei welchen?
2. Ist der Schmerz druckabhängig?
3. Fühlt sich das Gewebe insgesamt erhitzt an und/oder ist gerötet?
4. Sind Schwellungen beim Abtasten der Achsel fühlbar?
5. Sind beide Seiten betroffen, oder schmerzt nur eine Achsel?
6. Sind Schilddrüsenleiden bekannt?

Da beim Arzttermin häufig wenig Zeit ist, kannst Du das Arzt-Patienten-Gespräch optimieren, indem Du vorab über diese Fragen nachdenkst und die Antworten (gemerkt oder aufgeschrieben) direkt mit ins Untersuchungszimmer mitbringst.

 

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