Rotlauf

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Beim Rotlauf handelt es sich um eine Hautkrankheit, welche auch Erysipel oder Wundrose genannt wird. Dahinter verbirgt sich eine bakteriell verursachte oberflächliche Hautentzündung. Überaus typisch hierfür sind solche Symptome wie etwa eine starke Rötung an den Unterschenkeln oder an den Beinen, allerdings kann auch das Gesicht betroffen sein. Hier tritt diese Rötung flächenmäßig scharf begrenzt auf. Patienten, die an Rotlauf erkranken, verspüren in der Regel starke Schmerzen und ein verstärktes Krankheitsgefühl.

Entstehung des Rotlaufs

Meist sind Streptokokken der Gruppe A die Ursache für eine Erkrankung an Rotlauf, doch auch Streptokokken der Gruppen A, C und G kommen für eine Erkrankung an dieser schmerzhaften Hautentzündung in Frage. Über kleine Verletzungen, wie beispielsweise leichte Kratzer, Insektenstiche oder Hautaufschürfungen können, die Bakterien in den menschlichen Körper gelangen, wo sie schließlich über die Lymphbahnen bis in die Lymphknoten transportiert werden. Das körpereigene Abwehrsystem nimmt anschließend direkt den Kampf gegen die eingedrungenen Zellen auf. Innerhalb der nächsten ein bis drei Tage, nachdem die Bakterien den Körper besiedelt haben, sind bereits die ersten Symptome erkennbar.

Symptome des Rotlaufs

Anfängliche Symptome einer Erkrankung an Rotlauf sind etwa spannende, juckende oder brennende Haut – also Symptome, die meist plötzlich auftreten. Weiter kann es vorkommen, dass es zu oberflächlichen Hautentzündungen kommt. Anfänglich sind die Hautrötungen noch recht hell und eine klare Abgrenzung zu den nicht betroffenen Hautpartien ist erkennbar.

Aufgrund der Ausbreitung der Entzündung über die Lymphspalten können an den Rändern der Hautentzündungen auch flammenartige Abgrenzungen erkennbar sein. Zudem sind die entzündeten Hautpartien erwärmt. Außerdem kann es vorkommen, dass der Betroffene an Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Müdigkeit, einem starken Krankheitsgefühl oder an Übelkeit leidet. Des Weiteren ist es möglich, dass mit dem Fortschreiten der Krankheit die betroffenen Hautstellen und auch die naheliegenden Lymphknoten anschwellen und die Rötung stärker wird. Gelegentlich kann es sogar vorkommen, dass die Entzündung Einblutungen oder die Bildung von Blasen hervorruft.

Komplikationen bei einer Erkrankung an Rotlauf

Sollte eine Entzündung entweder erst recht spät erkannt oder nicht ausreichend behandelt werden, können möglicherweise erhebliche Probleme auftreten. Vor allem Menschen, die an einer Immunschwäche oder an Durchblutungsstörungen leiden, zählen zu einer besonders gefährdeten Risikogruppe. Bedingt durch die Entzündung ist die Entstehung eines Lymphstaus möglich, was wiederum ein Ablaufen der Lymphe verhindert, wodurch schließlich eine Unterversorgung des Gewebes resultiert. Auch verbreiten sich die Bakterien innerhalb der Lymphe und der Rotlauf kann erneut ausbrechen und auch eine Entzündung der betroffenen Venen ist möglich. Gelangen die Streptokokken zudem in die Blutbahn, so kann dies zu einer Blutvergiftung führen.

Rotlauf richtig erkennen

An Rotlauf Erkrankte wiegen sich sehr häufig in dem Glauben, sie haben eine normale Erkältung oder einen grippalen Infekt. Sobald jedoch an den Beinen oder im Gesicht Rötungen festgestellt werden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Um eine Diagnose stellen zu können, bedarf es zunächst einer Hautuntersuchung durch den Arzt, während der nach typischen Symptomen geschaut wird.

Sollten tatsächlich für Rotlauf typische Rötungen auftreten, folgt eine Blutuntersuchung, welche schließlich genaue Informationen zur Entzündung liefert. Hierbei geben die Blutsenkung, die Zahl an weißen Blutkörperchen und der C-reaktive Protein-Wert näheren Aufschluss, da diese Werte bei Rotlauf erhöht sind. Auch ist es bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf möglich, Streptokokken-Antikörper im Blut nachzuweisen. Um die Symptome ganz klar mit Rotlauf in Verbindung bringen zu können, ist eine Blutuntersuchung daher sehr wichtig, da auch andere Krankheiten wie Borreliose, eine Venenthrombose oder eine allergische Kontaktdermatitis ein ähnliches Krankheitsbild aufweisen.

Therapiemaßnahmen bei Rotlauf

Eine Behandlung gegen Rotlauf erfolgt durch das Verabreichen von Antibiotika über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen, wobei hier meist Penicillin verwendet wird. Die Bakterien werden durch das Medikament abgetötet und es kommt infolgedessen zu keiner weiteren Vermehrung mehr.

Sowohl Bettruhe als auch eine Ruhigstellung der erkrankten Körperregionen sind während der Behandlung von Wichtigkeit. Auch eine Behandlung der entzündeten Hautpartien mit einer entzündungshemmenden Salbe wird angeraten. Sollte der Betroffene unter starken Schmerzen leiden, so wird auch die Einnahme von Schmerzmitteln empfohlen. Unbedingt sollten auch die Hautstellen behandelt und gepflegt werden, an denen die Bakterien ihren Weg in den Körper gefunden haben, denn nur so kann einer erneuten Entzündung vorgebeugt werden.

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