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Polypen in der Gebärmutter

Lästig, jedoch harmlos – Polypen

Bilden sich Polypen in der Gebärmutter, wird das von Frauen meist gar nicht bemerkt. Im Allgemeinen erkennt ein Arzt die kleinen Gebilde eher durch Zufall bei einer Ultraschall-Untersuchung, die aus einem anderen Grund vorgenommen wird. Gelegentlich können Gebärmutterpolypen auch Beschwerden, wie zum Beispiel eine stärkere Menstruation oder Zwischenblutungen, hervorrufen. Manche Frauen berichten von leichten Blutungen, die nach dem Geschlechtsverkehr auftraten oder über die erhöhte Ausscheidung von Ausfluss.

Polypen

Polypen in Gebärmutter Urheber: designua / 123RF.com

Welche Ursachen haben Polypen in der Gebärmutter?

Aus welchem Grund sich Polypen in der Gebärmutter entwickeln, konnte bisher noch nicht genau geklärt werden. Festgestellt wurde, dass diese weichen Anhängsel vermehrt im Verlaufe der Wechseljahre auftreten, so dass hier als Ursache davon ausgegangen wird, dass deren Bildung auf die mangelnde Balance der weiblichen Hormone Gestagen und Östrogen zurückgehen. In diesem Fall teilen sich die Zellen in einigen Bereichen der Schleimhaut über den Durchschnitt oft, beginnen sich zu häufen und wölben sich zunächst ähnlich eines Tropfens und später mit einem Stiel versehen nach vorn.

Polypen, die in der Gebärmutter vorkommen, sind zunächst immer gutartiger Natur. Auftreten können diese

  • im Gebärmutterhals
  • innerhalb der Gebärmutter
  • im Bereich der Vagina.

Sie entwickeln sich immer dann, wenn eine übermäßig starke Teilung der Schleimhautzellen stattfindet. In Erscheinung können Polypen in der Gebärmutter in jeder Altersklasse treten. Vorwiegend werden sie jedoch innerhalb der Wechseljahre diagnostiziert. Ferner kommen als mögliche Ursachen auch

  • die Einnahme von bestimmten Medikamenten – beispielsweise Kortisol
  • eine abgeschwächte Immunabwehr
  • Entzündungen im Bereich der Gebärmutter oder der Scheide mit humanen Papillomaviren
  • mangelnde Intimhygiene
  • psychische Belastungen
  • Stressfaktoren

in Betracht.

Welche Symptome treten bei Uterus-Polypen auf?

Des Öfteren treten länger andauernde oder auch in unregelmäßigen Abständen auftretende Blutungen auf. Die Veränderungen der Schleimhaut können Bauchschmerzen verursachen, die an Wehen erinnern. In einigen Fällen kann es auch zu einem schleimigen oder hell- bis dunkelbraun gefärbten Ausfluss kommen.

Gebärmutterpolypen können verschiedene Größen aufweisen. Im Großen und Ganzen kommt es ausschließlich zur Ausbildung von einem Gebilde. Allerdings kann es unter Umständen auch möglich sein, dass sich mehrere Polypen in der Gebärmutter anhäufen und verschiedene Größen entwickeln. Im Allgemeinen sind diese Anhängsel nur einige Millimeter groß. Bis zu einer Größe von zwei Zentimetern wird von kleinen Polypen gesprochen. Diese lassen sich in der Regel relativ einfach entfernen. Allerdings gibt es auch Polypen in der Gebärmutter, die einen stielförmigen Wuchs annehmen und damit eine Länge von zwei Zentimetern bei weitem überschreiten. Größer als fünf Zentimeter werden diese in aller Regel jedoch nicht. Allerdings verursachen derart große Gebilde innerhalb des Uterus deutlich spürbare Symptome, weshalb diese umgehend entfernt werden.

Diagnostik der Polypen in der Gebärmutter

Zur Diagnosestellung von Uterus-Polypen erfolgt zunächst seitens des Arztes eine Tastuntersuchung, mit deren Hilfe diese Gebilde am äußeren Muttermund feststellbar sind. Mittels Untersuchungen per Ultraschall kann der Arzt Wucherungen im Inneren des Uterus feststellen. Während der Untersuchung der Scheide werden derartige Gebilde sichtbar, sofern diese aus dem Muttermund herausragen. Bei Anwendung einer Kolposkopie oder auch Videokolposkopie besteht die Möglichkeit, den Muttermund zu vergrößern. Dadurch kann ganz gezielt ein Zellabstrich entnommen werden. Dank einer Gebärmutter-Spiegelung ist die nähere Bestimmung von Polypen in der Gebärmutter möglich. So können diese sehr gut von den Myomen abgegrenzt werden. Mithilfe des Zellabstrichs und den Gewebeproben sichert der Arzt die Diagnose ab.

Wie werden Gebärmutterpolypen entfernt?

Sofern eine Frau über Symptome berichtet, wird der Frauenarzt mithilfe eines vaginalen Ultraschalls die inneren Wände der Gebärmutter überprüfen. Obwohl Polypen in der Gebärmutter harmloser Natur sind, wird eine Überprüfung der Wölbung der Schleimhaut in regelmäßigen Abständen auf mögliche Veränderungen empfohlen. Ein halbes Prozent sämtlicher Gebilde kann sich als bösartig erweisen. Wenn sie jedoch im Gebärmutterhals sitzen, braucht sich keine Frau Sorgen machen. In diesem Fall sind diese Wölbungen nahezu immer gutartiger Natur. Sofern die Frau auf Grund der Polypen in der Gebärmutter zu Zwischenblutungen neigt, werden diese allerdings im Allgemeinen entfernt und näher untersucht.

Bildet sich ein kleiner Polyp oberhalb des Gebärmuttermundes, so wird dieser vom Arzt unter örtlicher Betäubung abgetragen. Sitzt das Gebilde allerdings tiefer, macht sich eine Gebärmutterspiegelung inklusive einer Ausschabung erforderlich. Das Ganze geschieht ambulant direkt in der Praxis und dauert etwa eine Viertelstunde.

 

Kurze Zusammenfassung Polypen

Gebärmutterpolypen verursachen in aller Regel kaum Symptome. Bilden sich jedoch Polypen von stielförmigem Wuchs und einer Größe von mehr als zwei Zentimetern aus, treten wahrnehmbare Symptome auf, die sich beispielsweise in Zwischenblutungen oder Bauchschmerzen äußern können. Diese Gebilde werden in der Regel vom Arzt umgehend entfernt. Polypen in der Gebärmutter treten meistens in der Menopause auf. Dabei handelt es sich um gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen entwickeln diese sich zu bösartigen Befunden.

Einer Entwicklung von Polypen in der Gebärmutter kann nicht vorgebeugt werden. Es können lediglich Risikofaktoren ausgeschaltet werden, beispielsweise indem eine Infektion durch Papillomaviren mithilfe eines geschützten Geschlechtsverkehrs oder der Stärkung des Immunsystems vermieden wird.

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