Pochen im Kopf bei Bewegung, Anstrengung oder Bluthochdruck

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Pulsierende Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können eine Vielzahl von „relativ“ harmlosen Ursachen haben, es kann aber auch eine lebensbedrohliche Grunderkrankung dahinter stecken.

Insofern gilt ganz allgemein, dass jeder neu auftretende Kopfschmerz abgeklärt werden muss, was auf Grund der unspezifischen Symptomatik natürlich ein langwieriger Prozess sein kann.

Pochen im Kopf?
Pocht dein Kopf? Copyright: Mykola_Samoilenko bigstockphoto

Warnzeichen Pochen im Kopf

Insbesondere ein plötzlicher Schmerz oder ein akut auftretendes Pochen im Kopf, das mit Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen im Gesicht oder an Armen und Beinen einhergeht, ist ein Notfall und sollte zum sofortigen Arztkontakt führen.

Es kann schwierig sein, einem Arzt oder ganz allgemein einer anderen Person die eigene Schmerzsymptomatik alleine mit Hilfe von Worten darzulegen.

Allerdings berichten Patienten, die unter Kopfschmerzen leiden, manchmal von einem Pulsieren oder einem Pochen im Kopf und wollen damit verdeutlichen, dass es sich bei der vorliegenden Symptomatik um einen in sehr kurzen Abständen wiederholt auftretenden und wieder nachlassenden Schmerzreiz handelt. Dieser als Pochen im Kopf beschriebene Schmerz kann dem behandelnden Arzt schon Hinweise geben, wo die Ursache der Erkrankung liegt.

Kopfschmerz und seine möglichen Ursachen

Im Folgenden sollen die möglichen Ursachen einer Kopfschmerzsymptomatik aufgelistet und näher erläutert werden:

  1. Eine Migräne kann zu überaus heftigen pochenden Schmerzen führen. Diese Erkrankung tritt attackenweise auf und wird in vielen Fällen von weiteren Symptomen, wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit begleitet.
  2. Der sogenannte Spannungskopfschmerz ist eine überaus häufige Ursache für das Auftreten von einem Pochen im Kopf. Da hier häufig Verspannungen des Nacken- oder Schulterbereiches ursächlich sind, merken die Betroffenen schnell selber, woher die Symptome kommen.
  3. Der sogenannte Cluster-Kopfschmerz der meist periodisch gehäuft (in „Clustern“) und auf der gleichen Seite im Bereich der Schläfen auftritt gehört zu den schmerzhaftesten Erkrankungen überhaupt und wird umgangssprachlich auch als Selbstmord-Kopfschmerz beschrieben. Auch dieses „Pochen im Kopf“ kann von Übelkeit und Lichtempfindlichkeit begleitet sein.
  4. Kopfschmerzen können auf einen Hirntumor hinweisen, sind dann aber in den meisten Fällen von einer weitergehenden Symptomatik begleitet, die von der jeweiligen Lokalisation abhängt. Typisch hierfür sind beispielsweise Sehstörungen, Erbrechen, Sprachstörungen, Persönlichkeitsveränderungen oder Lähmungen.
  5. Ein akut auftretendes Pochen im Kopf, das von weiteren neurologischen Störungen begleitet ist kann auf einen Hirnschlag oder auf eine zerebrale Blutung hinweisen. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe vonnöten.

Diagnostische Schritte

Falls es sich bei dem Pochen im Kopf nicht um einen medizinischen Notfall, wie einen Schlaganfall oder ein „aktiviertes“ Aneurysma handelt und falls dieses Symptom möglicherweise auch schon über einen längeren Zeitraum hinweg besteht, wird der involvierte Mediziner nach einer ausführlichen Patientenbefragung, also einer Anamnese, eine Zahl an diagnostischen Schritten einleiten.

Insbesondere wenn die Kopfschmerzen von neurologischen Auffälligkeiten, wie Sehstörungen und epileptischen Anfällen begleitet werden, gehört natürlich auch der Ausschluss eines Gehirntumors zu den durchzuführenden Tests und dieser Verdacht wird dann zunächst mit Hilfe einer Kernspintomographie ausgeschlossen oder bestätigt.

Man zur Beruhigung sagen, dass ein Pochen im Kopf nur in den allerseltensten Fällen auf einen Tumor hinweist. Falls doch, so handelt es sich meistens um Schmerzen, die durch einen erhöhten Hirndruck ausgelöst werden und sich daher zur Nachtzeit, beziehungsweise in liegender Position verstärken.

Bei den weiteren Kopfschmerzarten gibt meistens schon das Arzt-Patienten-Gespräch die entscheidenden Hinweise.

Bei heftigen und periodischen Schmerzen im Stirnbereich, die von Übelkeit und Lichtempfindlichkeit, aber auch weiteren Symptomen auftreten können, handelt es sich meist um Migräneattacken. Bei einem im Bereich des Schläfenbeins lokalisierten und kaum zu ertragenden Pochen im Kopf, das in Clustern, also in „Häufungen“ auftritt kann den Beschwerden ein sogenannter Cluster-Kopfschmerz zugrunde liegen.

Die häufigste Form von Kopfschmerz ist der Spannungskopfschmerz, der – wie der Name schon sagt – durch Verspannungen und Blockaden im Hals- und Nackenbereich verursacht wird, die in unserer Gesellschaft schon alleine durch das dauernde Sitzen am Schreibtisch ein zentrales Problem sind.

Wie wird man das Pochen im Kopf wieder los: Behandlungsmöglichkeiten

Periodisch auftretende Kopfschmerzarten, wie der Cluster-Kopfschmerz oder Migräneattacken lassen sich fast nur symptomatisch mit Hilfe von Schmerzmitteln und Ruhepausen in einem möglichst abgedunkelten Raum behandeln.

Allerdings liegen den Attacken insbesondere im Falle der Migräne häufig Auslöser zugrunde und der Patient kann lernen verursachende Faktoren zu meiden. Zu diesen auslösenden Faktoren gehören beispielsweise ein Schlafmangel, eine unausgewogene Ernährung, Der Arzt wird seinen Patienten möglicherweise animieren können, eine Art Kopfschmerztagebuch zu führen um so herauszufinden, was die ganz persönlichen Auslöser für die Schmerzproblematik sein könnten.

Denkbar sind hier neben Stress und Schlafmangel natürlich auch schwankende Hormonlevel oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie eine Histaminintoleranz, die ebenfalls häufig der Auslöser für ein Pochen im Kopf ist. Vergleichsweise gut behandelbar sind Schmerzen, die von Nacken -oder Schulterverspannungen herrühren.

Liegt der erwähnte Spannungskopfschmerz vor, können Physiotherapeuten helfen und dem Patienten mit gezielten Übungen und Anwendungen, wie Massagen, Erleichterung verschaffen.

Natürlich ist es dann die Aufgabe des Patienten, diese Hilfestellungen auch in seinem Alltag zu nutzen und Formen der Bewegung zu suchen, mit denen er oder sie eine wahrscheinlich vorliegende einseitige Belastung wieder ausgleichen kann. So wird sich das Pochen im Kopf auf Dauer nicht mehr einstellen.

Fazit

Ein Pochen im Kopf kann die Lebensqualität erheblich einschränken, in vielen Fällen liegt der Störung aber eine vergleichsweise harmlose Erkrankung zu Grunde.

Dringender Handlungsbedarf ist allerdings gegeben, wenn der Schmerz plötzlich und ungewohnt heftig Auftritt und wenn er von einer weiterführenden Symptomatik begleitet wird, die auf Störungen des zentralen Nervensystems hinweisen.

Die Behandlung von Kopfschmerzen kann ein langwieriger Prozess sein, der die Geduld des Patienten möglicherweise auf die Probe stellt. Schmerzmittel können und sollen zur Linderung bei einer akuten Problematik vorübergehend eingesetzt werden, allerdings hat deren Wirksamkeit insbesondere bei Vorliegen der unvorstellbar heftigen Cluster-Kopfschmerzen ihre Grenzen und der Körper gewöhnt sich leider sehr schnell an diese Präparate.

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