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Patellasehnenentzündung: Ursachen, Symptome & Behandlung auf einen Blick

Wenn das Knie schmerzt, lässt es sich zumeist kaum noch beugen oder bewegen. Dabei ist die Patellasehnenentzündung eine der häufigsten Ursachen, die in 10 bis 20 Prozent sogar beidseitig auftritt. Falsche Belastung, intensive Reibung und fehlerhafte Stellungen führen zu dieser unangenehmen Sehnenentzündung, die Sie nur mit einer fachgerechten Behandlung wieder in den Griff bekommen. Wir liefern in diesem Ratgeber die Ursachen, Symptome und die Behandlungsansätze für die Patellasehnenentzündung.

Was ist eine Patellasehnenentzündung?

Möchten wir diese Erkrankung etwas besser verstehen, sollten wir uns zunächst den Aufbau des Knies anschauen. Zumal gerade der Kniestreckermuskel oftmals unterschätzt wird. Dabei liegt ein Anfang oftmals sogar im Becken und im Oberschenkel. Dieser Muskel zieht die Kniescheibe, die Patella, nach oben. Wobei die Patellasehne die Verbindung zwischen Kniescheibe und Schienbein darstellt.

Tatsächlich muss der gesamte Muskel das Körpergewicht im Sprung, beim Gehen, Laufen und Stehen festhalten. Eine gesunde Patellasehne ist zumeist sehr stabil, robust und breit, was sie mit einer optimalen Strapazierfähigkeit stattet. Selbst untrainierte Menschen haben eine Patellasehne, die maximal bis zu einem siebenfachen des eigenen Körpergewichts hält, ohne dabei einen Schaden zu nehmen.

Die Patellasehne hält das 7-fache unseres Körpergewichts.

Die häufigsten Ursachen der Patellasehnensentzündung

Erst wenn es zu einer Überlastung kommt oder die Sehne regelmäßig an den Knochen des Knies reibt, entzünden sich diese. Wie wir bereits bei Sehnensentzündungen in der Schulter beschrieben haben, sind diese äußerst schmerzhaft. Betroffene können sich oftmals den Ursprung und die Ursache dieser Schmerzen nicht erklären.

Dabei gehen Orthopäde mittlerweile davon aus, dass Fehlhaltungen und Fehlstellungen die häufigsten Ursachen von muskulären Dispositionen sind. In der Folge bedingt dies auch einer fehlerhafte Führung der Kniescheibe, die ihre ursprüngliche Position immer öfter verlässt.

Infektiöse und nicht infektiöse Faktoren

Wir unterscheiden bei der Patellasehnensentzündung infektiöse und nicht infektiöse Ursachen. So dringen bei Infekten Erreger in den Körper ein, was aber äußerst selten der Fall ist. Zu einer Infektion kann es nur dann kommen, wenn im betreffenden Bereich eine offene Wunde prangert. Dazu bedingt die nicht-infektiöse Entzündung der Patellasehne gleich zahlreiche Faktoren auf einmal.

Insbesondere beim Sport reicht es manchmal aus, wenn es zu einer kurzfristigen Überlastung kommt. Das ist immer dann der Fall, wenn Sie sich nicht aufgewärmt haben und sofort in den vollen Belastungsmodus übergehen.

Überraschenderweise können selbst Antibiotika eine Patellasehnenentzündung nach sich ziehen. Umso wichtiger ist eine fachmännische Diagnose beim Orthopäden. Denn nur wenn Sie die wirklichen Ursachen kennen, können Sie mit einer konkreten Therapie und Behandlung eine schnellere Verbesserung erzielen.

5 Klassische Symptome der Patellasehnensentzündung

Um diese Entzündung zu diagnostizieren, nehmen wir uns die fünf Entzündungszeichen vor:

  1.  Zunächst treten Schmerzen infolge von Belastung auf.
  2. Dieses bedingt wiederum eine Einschränkung in der Funktion.
  3.  Zudem treten Schwellungen am betroffenen Bereich auf.
  4.  In einigen Fällen kommt es auch zur Rötung am Knie.
  5.  Schlussendlich verweist die Überwärmung folgerichtig auf diese Entzündung.

Krankheitsverlauf der Patellasehnenentzündung

Das Tückische sind die schleichenden Symptome, die wir oftmals erst viel zu spät mitbekommen. So können die Entzündungen auch erst einmal schwach auftreten. Werden die Kniegelenke dann immer noch falsch belastet, intensiviert sich dieser Verlauf. So ist es gar nicht ungewöhnlich, dass Betroffene diese Erkrankung gerade im Anfangsstadium noch nicht bewusst wahrnehmen.

In einigen Fällen ist sogar davon auszugehen, dass gar keine direkten Symptome auftreten. Erst wenn die Schmerzen sich steigern und es zu einer merklichen Einschränkung kommt, merken viele, dass etwas mit dem Kniegelenk oder der Sehne nicht in Ordnung ist.

Diese Einschränkungen können zum Beispiel beim bergab laufen, aber auch beim Treppensteigen auftreten. Oder sobald Sie den Oberschenkel Muskel belasten. Oftmals ist auch von Druckschmerzen oder Berührungsschmerzen die Rede.

Wenn das Knie knackt

Zu einem chronischen Krankheitsverlauf kommt es, wenn zuzüglich zur Entzündung der Patellasehne Kalk-Ablagerungen hinzutreten. Dies erkennen Sie zumeist an leicht knarschenden Geräuschen im Knie, soweit Sie dieses bewegen. In diesen Fällen tritt oftmals auch eine knotenartige Verdickung direkt an der Sehne auf, die Sie ertasten können.

Behandlung der Patellasehnensentzündung

Orthopäden und Fachärzte gehen bei der Therapie konservativ vor. Das bedeutet: Sie werden mit Schmerzmitteln und Medikamenten behandelt. Erst bei intensiven Krankheitsbildern ist eine OP oder eine Rehabilitation unausweichlich.

Liegen hier infektiöse Ursachen zu Grunde, werden diese mit einem Breitband Antibiotikum behandelt. Diese wirken gegen eine ganze Palette unterschiedlicher Erreger und werden zu therapeutischen Zwecken gezielt eingesetzt.

Wie lang nimmt die Heilung in Anspruch?

Außerdem sollten Sie sofort die Überlastung und die Bewegungen, bei denen die Schmerzen auftreten, meiden. Der Prozess der Heilung kann unterschiedlich ausfallen, denn hier spielen der Patient, seine Konstitution, die Fitness, das Alter und die Vorgeschichte eine ausschlaggebende Rolle. Oftmals können Krankengymnastik und Dehnungsübungen sowie gezielte Kälteanwendungen die Heilung beschleunigen.

Obendrein helfen entzündungshemmende Medikamente, die der Arzt verschreibt und die Sie regelmäßig einnehmen. Bei besonders schwer-wiegenden Schmerzen werden die Entzündungshemmer auch direkt in die Patellaregion eingespritzt. Kombinieren Sie die Behandlung mit einer orthopädischen Bandage, die dem Kniegelenk und der Kniescheibe die nötige Stabilität verleiht.

Fazit: Was tun bei Patellasehnenentzündung?

Im Grunde genommen bleibt Ihnen nichts weiter übrig, als über den gesamten Verlauf der Heilung Ihr Knie zu schonen, regelmäßig zu kühlen und die empfohlenen Übungen täglich zu absolvieren. Gerade chronische Patienten müssen sich mit einem längeren Heilungsprozess abfinden. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich eine Patellasehnenentzündung vollständig auskurieren lässt.

Dabei gehen Ärzte und Orthopäden davon aus, dass Sie Ihr Leben lang eine erhöhte Anfälligkeit für diese Entzündung aufweisen.

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