Das Augenlid zuckt ständig – pochendes Augenlid und Muskelzucken am Auge

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Was tun bei Pochen und Muskelzucken am Auge?

Tatsächlich gehören nervöse Muskelzuckungen am Auge, pochende Augenlider und ständige Zuckungen zu einem recht verbreiteten Symptom, das oftmals unbedenkliche Ursachen hat.

Fragen Sie sich dennoch, warum Sie immer wieder unbewusst mit dem Auge zucken? Dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf den folgenden Artikel werfen. Nur in ganz seltenen Fällen liegt nämlich eine äußerst ernsthafte Erkrankung zu Grunde.

Das Augenlid zuckt ständig - pochendes Augenlid
Das Augenlid zuckt ständig – pochendes Augenlid Copyright: Evgenyjs1 bigstockphoto

Augenlid zuckt ständig

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die so etwas – insbesondere in Stresssituationen – noch nicht erlebt haben:

Ein pochendes Augenlid. Insbesondere wenn dieses auffällige Zucken über einen längeren Zeitraum besteht, kann das eine überaus belastende Angelegenheit sein. Allerdings ist es sicher sinnvoll zu betonen, dass diesen unwillkürlichen Bewegungen des Lidmuskels nur in den allerseltensten Fällen eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt.

Insbesondere darf nicht davon ausgegangen werden, dass diese auf den Augenbereich begrenzten Muskelzuckungen oder Faszikulationen auf eine schwere Nervenerkrankung wie eine ALS hinweisen. Zwar sind hier unwillkürliche Muskelkontraktionen ein typisches Erstsymptom, dieses ist allerdings erst bei weitläufigerer Ausbreitung und in Verbindung mit weiteren Symptomen, wie Spastiken, Muskelschwund oder Lähmungen wirklich ein Hinweis auf eine solche schwere Erkrankung.

Pochendes Augenlid: Mögliche Ursachen

Wenn das Augenlid ständig zuckt und ein pochendes Augenlid nicht von selbst wieder verschwinden will, sollten die folgenden möglichen Auslöser in Erwägung gezogen werden:

(1) In den meisten Fällen ist ein pochendes Augenlid auf Stress zurückzuführen. Das Flattern am Auge ist hier zwar nicht Symptom einer ernsthaften Erkrankung, aber es zeigt, dass der Körper sich in einem dauerhaften Zustand der Anspannung befindet und dass Botenstoffe und Hormone, wie Adrenalin und Cortisol in einer Menge ausgeschüttet werden, die dem Körper schaden kann.

(2) Wenn das Augenlid zuckt, kann so ein pochendes Augenlid auch auf einen bereits länger bestehenden Bluthochdruck hinweisen, der zur Folge hat, dass die erweiterten Adern sich im Kopfbereich berühren. Eine Blutdruckkontrolle und eine Untersuchung der hirnversorgenden Arterien können hier Klarheit verschaffen.

(3) Ein Mineralstoffmangel kann ein pochendes Augenlid hervorrufen. Die üblichen Verdächtigen sind hierbei insbesondere das Magnesium, das für die Aufrechterhaltung einer regelrechten Muskelfunktion der wohl zentralste Bestandteil ist. Wenn das Augenlid ständig zuckt und ein pochendes Augenlid keine Ruhe geben will, kann jedoch auch ein Mangel an lebenswichtigem Kalzium dafür ursächlich sein.

(4) Wenn die Augen – etwa durch ein beständiges Sitzen vor dem Bildschirm – überanstrengt werden, kann diese Verspannung selbstverständlich auch ein pochendes Augenlid hervorrufen. Dem lässt sich durch regelmäßige Entspannungsübungen und Pausen vorbeugen.

(5) Nur wenn eine Reihe anderer Symptome, wie etwa eine beginnende Schwäche der Muskulatur oder Lähmungserscheinungen zu den Faszikulationen hinzukommen, muss eine ernsthafte neurologische Erkrankung in Betracht gezogen und beispielsweise eine ALS (Amyotrophische Lateralsklerose) ausgeschlossen werden. Hier frühzeitig Ängste zu entwickeln ist natürlich nicht hilfreich.

Diagnostische Schritte

Abwarten und den Lebenswandel ändern

Grundsätzlich bedarf ein pochendes Augenlid in den meisten Fällen keiner tiefergehenden oder gar apparativen Diagnostik und man kann zunächst eine Eigentherapie mit Entspannungsmethoden oder mit der Zuführung von Mineralstoffen starten.

Der Versuch der Umstellung auf eine ausgewogenere Ernährung ist hierbei eine noch vielversprechende Option und auch bei Gabe von Magnesium oder Kalzium sollte darauf geachtet werden, dass die empfohlene Tagesdosis nicht überschritten wird.

Die Gefahr ein pochendes Augenlid auf Grund eines Mineralstoffmangels zu entwickeln ist natürlich bei den Personengruppen größer, die bestimmte Medikamente einnehmen oder einen Lebenswandel mit einer einseitigen Ernährung führen.

Die Antibabypille bildet in der Gruppe der Frauen die Hauptursache für einen Magnesiummangel. Aber auch der Versuch, alternative Ernährungsformen, wie den Veganismus auszuprobieren bedarf häufig einer guten Planung und auch in dieser Umstellungsphase kann es durchaus zu Mangelerscheinungen kommen.

Nervöse Augenzuckungen – Der Ausschluss ernsthafterer Erkrankungen

Wenn das Augenlid ständig zuckt und ein pochendes Augenlid mit weiteren Symptomen, wie Schmerzen im Stirnbereich oder den genannten weiteren Einschränkungen der Muskelfunktion einhergeht, ist eine weitere Analytik notwendig.

Der Verdacht auf das Vorliegen bestimmter erblicher oder erworbener Muskelerkrankungen kann häufig durch Messung bestimmter Blutwerte erhärtet werden. Das Enzym Creatin-Kinase weist bei einer deutlichen Erhöhung üblicherweise schon sehr bald auf eine Muskelatrophie (also einen „Muskelschwund“) hin.

Bei einer erhöhten Creatin-Kinase kommen auch Faszikulationen vor, üblicherweise sind diese dann aber über größere Bereiche des Körpers verteilt und nicht alleine auf den Augenmuskel beschränkt. Sollte der Arzt die Vermutung haben, dass eine venöse Fehlbildung auf Grund eines lange Zeit unbehandelten Blutdruckes die Ursache für ein pochendes Augenlid ist, wird er entsprechende bildgebende Verfahren anordnen. Hier kann in Einzelfällen dann ein minimalinvasiver operativer Eingriff notwendig werden.

Behandlungsoptionen für ein flatterndes Augenlid

Es kann überaus belastend sein, wenn das Augenlid ständig zuckt und ein pochendes Augenlid nicht von selbst wieder weggeht. Durch Ungeduld und unrealistische Ängste werden die Beschwerden aber eher verstärkt als gebessert.

Da ein guter Arzt nicht mit „Kanonen auf Spatzen schießen möchte“ ist eine medikamentöse Therapie des Zuckens grundsätzlich eher nicht angebracht. Diese würde ja auch nur die Symptome verbessern, das heißt, es handelt sich hier nicht um eine Behandlungsmethode, die einen ursächlichen Ansatzpunkt hat und die Beschwerden damit auf Dauer beseitigt.

Die Nebenwirkungen eine medikamentengestützten Therapie können erheblich sein, somit wird davon eher abgeraten. Wenn das Augenlid ständig zuckt und ein pochendes Augenlid eine ernsthaftere Ursache hat, wird man neben diagnostischen und operativen Schritten natürlich auch eine medikamentöse Therapie in Betracht ziehen.

Ein pochendes Augenlid als Ticstörung

Entgegen der allgemeinen Vermutung sind auch Tic-Störungen neurologische Erkrankungen und es handelt sich nicht unbedingt um Krankheitsbilder, bei denen eine Psychotherapie indiziert wäre.

Bei einer alleinigen Lokalisierung der Tic-Störung auf den Augenbereich, die insbesondere im Kindes- und Jugendalter auftreten kann, wird man eher auch keine medikamentöse Therapie empfehlen.

Anders ist das sicher bei tiefgreifenderen Störungen, wie dem Tourette-Syndrom, bei dem sich die Zuckungen auf verschiedene Körperbereiche ausbreiten können und weitere Symptome hinzukommen. Ein isolierter Tic des Augenmuskels legt sich im Rahmen des Erwachsenwerdens meist von selber wieder. Dennoch kann für ein Brechen des Teufelskreises von Tic und psychischer Anspannung manchmal eine psychotherapeutische Begleitung für das Kind oder den Jugendlichen eine Erleichterung verschaffen oder das Selbstbewusstsein stärken.

Muskelzuckungen am Auge
Muskelspannungen am Auge – zucken? Urheber: dolgachov / 123RF

Die Ursachen von Muskelzuckungen am Auge

Im Prinzip werden die Bewegungen am Auge einzig und allein über die Muskeln, die sich direkt am Auge befinden, ausgelöst.

Die Muskulatur zieht sich zusammen und löst sich. In den meisten Fällen hat dies eine völlig harmlose Ursache. Dennoch sind Muskelzuckungen am Auge störend, gerade weil wir sie nicht kontrollieren können.

Eine der Hauptursachen ist Nervosität. Nur Wenige wissen, dass aus Gründen der Nervosität Menschen auch an anderen Körperbereichen an Muskelzuckungen leiden. Insbesondere die Partie rund um das Auge herum wird nur als besonders lästig und deutlich wahrgenommen.

Das sind die weiterführenden Ursachen für Muskelzuckungen am Auge:

  • Magnesiummangel,
  • Augeninfektionen,
  • Ermüdungserscheinungen des Auges,
  • neurologische Erkrankungen und

In den meisten Fällen treten Augenzuckungen nur einseitig auf. Insbesondere wenn Sie nur zeitweise die Augenzuckungen bemerken, müssen Sie sich keinerlei Gedanken machen und keinen Arztbesuch vereinbaren.

Diese Form der Muskelzuckungen am Auge wird vor allen Dingen durch Stress und Überreizung hervorgerufen.

Versuchen Sie in der Folge zur Ruhe zu kommen und setzen gezielt Entspannungsübungen ein – in Verbindung mit Musik. Letztendlich kann schon eine leichte Massage im Bereich des Auges gegen die unangenehmen Muskelzuckungen helfen. Sie werden sehen, sobald sich der Stress verringert, lassen auch die Muskelzuckungen am Auge nach.

Blicken Sie zu lang auf einen Bildschirm?

Arbeiten Sie täglich über einer längere Zeit am Computer und blicken immer wieder auf Fernseher und Bildschirm? Dann kann sich dies auch in einem vermehrten Aufkommen von Muskelzuckungen am Auge bemerkbar machen. Legen Sie hier öfter eine Pause ein und versuchen, das Auge nicht zu überlasten.

Magnesiummangel als Ursache für Muskelzuckungen am Auge?

Eine weitere Ursache für Muskelzuckungen am Auge lässt sich auf einen Mangel von Magnesium zurückführen.

Bei zu wenig Magnesium im Körper ist die Kommunikation zwischen Muskel und Nerv gestört und dies macht sich nun einmal in den Zuckungen bemerkbar. Insbesondere bei ungesunder und falscher Ernährung ist dies der Fall. Auch wenn sich Menschen für eine einseitige Diät entschieden haben, kann es zu Muskelzuckungen kommen. Haben Sie genau diese Vermutung, nehmen Sie Lebensmittel zu sich, die einen besonders hohen Anteil an Magnesium besitzen, wie zum Beispiel

  • Haferflocken,
  • Spinat oder

Die natürlichen Lebensmittel sind Nahrungsergänzungsmitteln vorzuziehen.

 

Fazit: Wann zum Arzt mit Muskelzuckungen am Auge?

Muskelzuckungen am Auge haben in den meisten Fällen wirklich harmlose Ursachen und sind auf Stress, Magnesiummangel und ein zu intensives Starren auf einen Punkt zurückzuführen.

Legen Sie eine Pause ein, sorgen Sie für Ruhe und Entspannung und Sie werden sehen, die Muskelzuckungen werden nachlassen. Immer dann wenn diese Zuckungen nur teilweise auftreten, müssen Sie sich keinerlei Gedanken machen. Stellen Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder ein chronisches Zucken im Augenbereich fest, sollten Sie die Ursachen von einem Arzt abklären lassen.

 

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