Magenknurren Ursachen – Wie Sie Magenknurren unterdrücken:

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Magenknurren ein unliebsames Phänomen unterdrücken

Das Magenknurren ist ein körperlicher Prozess, der weit verbreitet und sicherlich jedem bekannt ist. In erster Linie ist das Magenknurren ein normaler physiologischer Vorgang, der zwar unter gewissen Umständen einen Krankheitswert erreichen kann, im günstigsten Fall jedoch einfach nur lästig ist. In der Regel ist das Magenknurren mit einfachen Mitteln zu beseitigen, welche sich bereits seit langer Zeit bewährt haben und schonend sind.

Magenknurren unterdrücken
Magenknurren Ursachen erkennen, Copyright: yavdat bigstockphoto

Zur Anatomie und Physiologie des Magens

Der menschliche Magen (lat. ventriculi) befindet sich im Oberbauch, bei Frauen liegt er häufig etwas tiefer als bei Männern. Er schließt sich als hohles Verdauungsorgan direkt an die Speiseröhre (Ösophagus) an. Er besitzt eine gebogene Form, wird in vier Abschnitte unterteilt und mündet schließlich in den Zwölffingerdarm (Duodenum). Der Ablauf der Verdauung, welcher in Mund und Speiseröhre begonnen hat, wird im Magen fortgeführt.

Dem Speisebrei wird durch die ständige Produktion von Magensaft u.a. Salzsäure und Enzyme hinzugefügt, gleichzeitig erfolgt eine gründliche Vermengung. Kontinuierlich erfolgt dabei der Weitertransport der Nahrung zu dem Darm.

Magenknurren Ursachen

Ein Überblick zu den Ursachen und Unterdrückungsmöglichkeiten von Magenknurren:

  •  Das eigentliche Magenknurren findet nicht im Magen, sondern im Darm statt
  •  Magenknurren gehört zum normalen, physiologischen Verdauungsvorgang mit dazu
  •  Die Geräusche entstehen insbesondere bei langen Essenspausen durch den Transport von Luft
  •  Das schonendste Mittel, um diese Geräusche zu unterdrücken, ist die regelmäßige Nahrungsaufnahme
  •  Nur in Ausnahmefällen kann häufiges Magenknurren ein Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Erkrankung sein

 

Warum der Magen knurrt – Immer wieder in Bewegung

Die Nahrungsaufnahme löst Nervenimpulse durch das parasympathische System aus, durch welche der Magen einerseits zur Produktion von Speisesaft und andererseits zur vermehrten Muskelkontraktion angeregt wird. Diese Kontraktionen dienen zum Weitertransport der aufgenommenen Nahrung und erfolgten ringförmig und einschnürend in eine Richtung (Peristaltik). Flüssigkeiten verlassen den Magen schneller und schonender als feste Bestandteile. Dieses gesamte Vorgehen erfolgt relativ geräuscharm, nur mit einem Stethoskop sind die dabei entstehenden Geräusche akustisch wahrzunehmen. Eine vergleichbare Peristaltik existiert auch in der Speiseröhre und im Darm. In seiner Gesamtheit nennt man diese generelle Aktivität im menschlichen Verdauungssystem auch „Housekeeping“.

 

Magenknurren bei leerem Magen – Und wenn sich im Magen nichts befindet?

Findet über einen längeren Zeitraum keine Nahrungsaufnahme statt, bedeutet dieses nicht, dass die Kontraktionen im Verdauungstrakt enden. Die Frequenz nimmt durchaus ab, aber dennoch „arbeiten“ die Organe entsprechend weiter. Nun wird also ein Gemisch aus Luft und Magensäure in den Darm gepresst. Dabei entstehen mehr oder weniger laute Töne, beispielsweise in Form von:

  •  Magen Gurgeln
  •  Magen Glucksen
  •  Magen Grummeln
  •  oder dem charakteristischen Magenknurren.

Interessanterweise bildet sich diese Akustik somit nicht im Magen, sondern in den Abschnitten dahinter, und zwar kurz hinter dem Zwölffingerdarm. Dieser Darmsegment im Jejunum wird daher auch passenderweise im Volksmund „Knurrdarm“ genannt.

Und selbstverständlich gibt es auch für das Magenknurren selbst einen medizinischen Fachausdruck, nämlich den „Borborygmus“. Oftmals reicht schon die Vorstellung oder aber die Wahrnehmung von schmackhaften Speisen, um neben einer vermehrten Speichelbildung somit auch das Magenknurren zu provozieren oder zu fördern.

 

Und was genau kann gegen diese oftmals peinlichen Geräusche unternommen werden?

Die Ursache vom eigentlichen Magenknurren, nämlich die bereits beschriebene Peristaltik, lässt sich somit nicht beeinflussen. Aber Sie können sowohl im Vorfeld als auch bei Eintreten der Symptomatik einiges gegen den reinen „Lufttransport“ tun, oftmals auch auf besonders schonende Art und Weise.

So simpel es klingen mag, aber das Essen an sich ist das Mittel der Wahl. Hat das Magenknurren bereits eingesetzt, sollten Sie etwas zu sich nehmen. Je bekömmlicher und leichtverdaulicher, umso besser. Ganz nach Ihrem Geschmack kann es sich dabei um Obst handeln (insbesondere Bananen sind empfehlenswert) oder um Ballaststoffreiches, wie zum Beispiel eine schmackhaft belegte Scheibe Vollkornbrot. Auch eine Portion Gemüse wie Mohrrüben, Tomaten und Gurken schafft mit wenig Belastung Abhilfe gegen das Magenknurren. Viele schwören auch auf eine warme Suppe. Auf allzu süße, scharf gewürzte oder extrem fettige Speisen sollten Sie unbedingt verzichten, genauso wie auf alkoholhaltiges.

Gründliches und langsames Kauen erhöht dabei den positiven Effekt. Essen Sie zu schnell oder sprechen Sie viel beim Essen, wird mehr Luft mit heruntergeschluckt, was eine kontraproduktive Wirkung haben kann.

Wenn Sie sich in einer Situation befinden, in welcher Essen nicht möglich ist oder Sie keinen entsprechenden Zugriff haben (Tipp: entsprechende, gut verträgliche Snacks wie Müsliriegel oder ähnliches mitführen), kann auch der Griff zu Getränken hilfreich sein. Diese sollten möglichst warm sein, da so die Muskulatur im Verdauungsapparat gleichzeitig entspannt wird. Also beispielsweise kein kaltes Glas Wasser, sondern handwarm. Mittel der Wahl kann hier Fencheltee sein.

Die entkrampfende Wirkung von Fenchel auf die Muskulatur ist seit vielen Generationen bekannt und hilft so gegen das Magenknurren auf doppelte Art und Weise. Empfehlenswert, da man sie einfach mit sich führen kann, sind in diesem Zusammenhang auch Fenchelsamen, welche bei Bedarf zwischendurch gekaut werden können. Fenchelsamen sind relativ problemlos in jedem Drogeriemarkt erhältlich.

 

Mageknurren vorbeugen

Gibt es Möglichkeiten, dem Magenknurren im Vorfeld zu begegnen?

Durch eine regelmäßige Nahrungszufuhr können Sie dem Magenknurren prophylaktisch begegnen. Dieses kann unter Umständen eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten notwendig machen. Nehmen Sie unregelmäßig oder sogar nur einmal am Tag Nahrung zu sich, nimmt somit zwangsläufig der Zeitraum zu, in dem sich keine Nahrung in Verdauung befindet und somit das Magenknurren gefördert wird. Bei regelmäßiger Zufuhr, im Optimalfall drei bis fünf Mal am Tag, sind Magen und Darm in physiologisch sinnvollen Intervallen beschäftigt. Weniger Luft befindet sich in den Hohlorganen, daher sinkt die Wahrscheinlichkeit, entsprechendes Magenknurren zu entwickeln.

Weiterhin hat die regelmäßige Mahlzeiteneinnahme nützliche und angenehme Nebeneffekte: die kontinuierliche Zufuhr von Energie und Nährstoffen fördert den Organismus im positiven Sinn, der Vorgang der Verdauung findet insgesamt schonender statt. Das teilweise extreme Völlegefühl, das nach einer großen Mahlzeit entstehen kann, entfällt somit, was sich u.a. durch eine geringere Belastung von Herz und Kreislauf äußert.

Und die Produktion von Salzsäure im Magen, die bei unzureichender Nahrungsverabreichung negative Auswirkungen auf die Schleimhäute sowohl im Magen als auch in der Speiseröhre haben kann (mögliche Folgen: Sodbrennen, Geschwürbildung), wird gehemmt. Diese Wirkungen wurden in unterschiedlichen Studien bestätigt. Studienteilnehmer, welche auf die beschriebene Art ihre Ernährung langfristig umgestellt haben, berichteten mehrheitlich über ein gesteigertes Wohlbefinden und Gewichtsverlust. Medizinisch wurde eine Abnahme von Risikofaktoren bezüglich Herz- und Kreislauferkrankungen beobachtet, beispielsweise durch einen gesunkenen Blutdruck, einen regelmäßigeren Puls sowie durch niedrigere Blutzucker- und Cholesterinwerte. Insgesamt sprachen die Probanden von einer zugenommenen Lebensqualität, einem gesteigerten Antrieb sowie mehr Freude an Aktivitäten.

 

Kann es noch andere Ursachen für das Magenknurren geben?

Das Magenknurren sollte nicht mit den normalen Verdauungsgeräuschen in Magen und Darm verwechselt werden. Diese sind, u.a. bedingt durch entsprechende Gasbildung, aber in der Regel leiser und an anderen Stellen lokalisierbar als das Magenknurren durch den „Lufttransport“.

 

Kann Magenknurren gefährlich sein oder einen Krankheitswert haben?

Auch wenn Sie unvorhergesehen von einem heftigen Magenknurren überrascht werden oder die Häufigkeit zunimmt: lassen Sie sich nicht verunsichern. Diese Geräusche sind harmlos und stellen einen ganz normalen, alltäglichen physiologischen Vorgang dar. Bei anhaltender Persistenz versuchen Sie, Ihre Ernährungsgewohnheiten anzupassen, bewegen Sie sich regelmäßig und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Achten Sie stets auf ausreichend Schlaf. Das dürfte in den allermeisten Fällen bereits für eine Linderung der Symptomatik sorgen.

 

Und wenn meine Beschwerden anhalten oder sogar noch zunehmen?

Geht eine weitere Symptomatik damit ein, beispielsweise Schmerzen oder eine Veränderung der Stuhlgewohnheiten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Unter bestimmten Umständen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Rolle spielen, wenn das Magenknurren zunehmen sollte. Insbesondere bei zusätzlich auftretenden Begleiterscheinungen wie Sodbrennen, Übelkeit, Druckschmerzen oder häufiges Aufstoßen können Zeichen dafür sein. Selbstverständlich sollten Sie auch in diesem Fall umgehend einen Arzt aufsuchen.

Quellen und Literatur:

Gerd Herold et al – Innere Medizin / Auflage 2013
Speckmann/Wittkowski – Handbuch Anatomie, h.f. ullmann Publishing 2015
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. – Essen und Trinken – Broschur, 2012

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