Leberschaden, was bedeutet der GLDH Blutwert?

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Bedeutung des GLDH-Blutwert

Die Abkürzung GLDH steht für die Glutamat-Dehydrogenase, ein in der Leber existierendes Enzym. Vorwiegend kommt es in den Mitochondrien, kernförmigen Zellorganellen der kernhaltigen Zellen, vor.

In den Leberparenchymzellen befindlich, gilt GLDH als leberspezifisches Protein.

Es katalysiert die Oxidation von Glutamat, einem relevanten Neurotransmitter im Zentralen Nervensystem, zu Ammoniak und Alpha-Ketoglutarat.

Niedrigdichte Lipoprotein (LDL) -Teilchen transportieren die wasserunlöslichen Lipide wie Cholesterin, Phospholipide, Triglyceride und bestimmte Vitamine im Blutplasma von der Leber zu anderen Organen und Geweben. Copyright: animaxx3d, Bigstockphoto

Hierbei handelt es sich um ein bedeutsames Zwischenprodukt unterschiedlicher Stoffwechselprozesse. Die Umkehrreaktion hängt ebenfalls von der Glutamat-Dehydrogenase ab. Ein niedriger GLDH-Blutwert bekommt im Normalfall keine medizinische Bedeutung.

Welche Aussagekraft kommt dem Blutwert GLDH zu?

In der Medizin, vorrangig im Bereich der klinischen Chemie, dient GLDH als spezifischer Marker für die Diagnostik von Leberschäden. Gleichzeitig verweist das Enzym auf einer Leberzellnekrose.

Der Fachbegriff steht für die vollständige Zerstörung der Leberzellen. Steigt der GLDH-Wert an, diagnostizieren die Ärzte eine schwerwiegende Erkrankung des Organs. Wenige Komplikationen im Bereich der Leber gehen ohne oder nur mit einem niedrigen GLDH-Blutwert einher. Dazu zählt beispielsweise die Fettleber.

Die fibrosierenden Steatohepatitides untersuchen die Mediziner mit gepaarten Biopsien (McPherson, S., et al.: Evidence of NAFLD progression from steatosis to fibrosing-steatohepatitis using paired biopsies: implications for prognosis and clinical management (2014).

Wann liegt die Glutamat-Dehydrogenase unter dem Normbereich?

Im Normalfall erhalten ausschließlich gestiegene GLDH-Blutwerte eine medizinische Bedeutung. Obgleich sich das Enzym auch in anderen Körpergeweben befindet, gilt es als leberspezifisch.

Folglich tritt es ausschließlich bei einem schwerwiegenden Leberschaden ins Blut. Um die Glutamat-Dehydrogenase zu messen, nehmen die Mediziner eine Blutuntersuchung bei Ihnen vor. Anhand der folgenden Tabelle erkennen Sie die Normwerte des aussagekräftigen Blutwerts:

GLDH Normwerte

Geschlecht Männer Frauen
GLDH-Blutwert in Units pro Liter bis 4,0 bis 3,0

 

Niedriger GLDH-Blutwert: wichtige Faktoren zusammengefasst

Während ein erhöhter GLDH-Blutwert ein Indiz für die Leberzellzerstörung darstellt, besitzt ein niedriger Blutwert keine medizinische Aussagekraft.

Bei einer Untersuchung der Leberwerte, betrachten die Ärzte GLDH in Zusammenhang mit weiteren, leberspezifischen Werten.

  1. Die Glutamat-Dehydrogenase kommt vorwiegend in den Mitochondrien vor.
  2. Erst bei einer Nekrose steigt der GLDH-Wert an, bei leichten Zellschäden existiert keine Veränderung des Werts.
  3. Sinkendes GLDH kann nach einer langfristigen zuckerreduzierten Diät auftreten, da den Mitochondrien die Energiequelle fehlt.

Ursachen niedriger GLDH-Blutwerte?

Bei gesunden Menschen existiert kaum Glutamat-Dehydrogenase im Blut. Aus dem Grund kommt einer geringen Konzentration des Enzyms keine medizinische Bedeutung vor. Dennoch existieren Lebererkrankungen, die trotz niedriger GLDH-Menge auftreten.

Zu ihnen zählen:

  •        die Fettleber,
  •         eine akute Virushepatitis,
  •         die Leberzirrhose,
  •         oder ein Lebertumor.

Welche Symptome folgen einer geringen GLDH-Konzentration?

Da eine geringe Menge an GLDH im Blut keinen Krankheitswert besitzt, entstehen keine spürbaren Anzeichen.

Können aus niedriger Glutamat-Dehydrogenase Komplikationen entstehen?

Ein niedriger GLDH-Blutwert zieht keine negativen Folgen nach. Lediglich bei einer fehlenden Messung weiterer Leberenzyme können Konsequenzen auftreten. Mehrere Schäden im Lebergewebe führen zu einem geringen oder keinem Anstieg des GLDH.

Beachten die Mediziner die weiteren Laborwerte, beispielsweise ALT und GOT nicht, droht unter Umständen eine Fehldiagnose. In der Folge schreitet die Beschädigung der Leberzellen fort. In seltenen Fällen verläuft der Vorgang symptomlos. Lediglich eine leichte Gelbfärbung von Haut und Nägeln setzt ein.

Gehen Betroffene dem Krankheitsbild nicht nach, kommt es zu schwerwiegenden Leberschäden, die bis zum Leberversagen führen. Hierbei handelt es sich um den kompletten Funktionsverlust des Organs.

Zusammenhänge zwischen der Glutamat-Dehydrogenase und Insulin

In der Biochemie unterscheiden die Forscher bei der Glutamatdehydrogenase zwei Isoformen. GLUD1 kommt vorwiegend in der Leber, der Bauchspeicheldrüse und in den Nieren vor.

Der Wert GLUD2 findet sich in der Netzhaut, in den Hoden und im Zentralen Nervensystem. Für eine Blutuntersuchung eignet sich ausschließlich die Form GLUD1.

In seltenen Fällen weise Neugeborene eine Mutation des Glutamat-Dehydrogenase-Gens auf. Bei ihnen kommt es zu einer kongenitalen Hyperinsulinämie. Der Fachbegriff bezeichnet eine pathologisch erhöhte Insulinsekretion. Vorwiegend beobachteten Wissenschaftler das Phänomen in Zusammenhang mit dem GLUD1.

Diese Form des GLDH befindet sich in der Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Sie beteiligt sich in dem Organ am Ausschütten des Insulins. Durch die Gabe bestimmter Medikamente senken die Mediziner bei den Kindern den GLDH-Blutwert. Eine Überdosierung der Arzneien führt zu einem stark erniedrigten GLDH-Spiegel. Dabei entstehen keine gesundheitlichen Komplikationen.

Tipps um den GLDH-Blutwert zu normalisieren

Liegt bei Ihnen ein niedriger GLDH-Blutwert vor, brauchen Sie diesen nicht zu erhöhen. Dennoch lohnt eine leberschonende und gesunde Lebensweise.

Achten Sie auf eine ausreichende Aufnahme fett- und zuckerfreier Getränke. Zusätzlich lohnen sich fettreduzierte Speisen und ein bedachter Alkohol- und Nikotingenuss. Um die Leberzellen zu stärken, greifen Sie auf verschiedene Methoden der Naturmedizin zurück. Beispielsweise unterstützen Auszüge der Mariendistel die Regeneration der Leberzellen.

 

 

 

 

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