Polypen im Darm

Polypen im Darm treten gar nicht einmal so selten auf. Durchschnittlich bei jeder zehnten Person sind sie anzutreffen. Mit zunehmendem Alter kommt es auch immer öfter zu Darmpolypen. Nach aktuellen Schätzungen wird davon ausgegangen, dass nahezu jede dritte Person über 60 Jahre wenigstens einen Polypen im Darm hat. Bei rund 90 Prozent kann sich hieraus Darmkrebs entwickeln.

Polypen im Darm
Polypen im Darm eraxion / 123RF.com

Welche Formen von Darmpolypen gibt es?

Polypen im Darm lösen kaum Symptome aus, daher werden sie in der Regel eher per Zufall bei Darmspiegelungen erkannt. Der Arzt hat die Möglichkeit, während der Darmspiegelung diese umgehend zu entfernen.

Bei Darmpolypen handelt es sich um Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die in den Innenbereich des Darms hineinreichen. Meistens befinden sich diese im Dickdarm. Abhängig von ihrem Aussehen und dem Erscheinungsbild des Gewebes unter dem Mikroskop werden von den Ärzten unterschiedliche Formen benannt:

  • adenomatöse
  • hamartöse
  • hyperplastische

Polypen. Die adenomatösen Polypen – auch unter der Bezeichnung Adenome bekannt – kommen am meisten vor.

 

Erhöhtes Risiko zur Erkrankung an Polypen im Darm?

Derartige Schleimhautgebilde kommen laut Experten vorwiegend in Afrika, Asien, Europa und den USA vor. Daraus wird geschlussfolgert, dass neben dem Erreichen eines bestimmten Alters auch der Ernährungs- und Lebensstil eine entscheidende Rolle spielen. Studien zufolge leiden fernerhin

  • Diabetiker
  • Personen, die viel Alkohol trinken
  • Raucher
  • Übergewichtige

vermehrt an Polypen im Darm. Aber auch die Gene tragen zur Beeinflussung mit bei, ob Sie eine Neigung zu Darmpolypen haben oder nicht. Neigt beispielsweise ein naher Verwandter zu dieser Erkrankung, muss damit gerechnet werden, dass bei weiteren Mitgliedern der Familie derartige Wucherungen der Darmschleimhaut auftreten.

Darmpolypen und Risiko an Darmkrebs zu erkranken?

Bei Adenomen handelt es sich um einen Tumor. Dieser muss jedoch nicht unbedingt bösartiger Natur sein. Derartige Adenome gelten jedoch als Vorläufer für Dickdarmkrebs. Mehr als 90 Prozent der Kolonkarzinome entstehen aus dieser Form der Darmpolypen. Das Krebsrisiko steigt, je mehr Adenome im Dickdarm zu finden sind und je mehr sie an Größe zunehmen. Bei familiärer Vorbelastung besteht die Gefahr einer Erkrankung an Darmkrebs bei nahezu 100 Prozent.

Symptome bei Polypen im Darm

Im Allgemeinen verursachen Darmpolypen keinerlei Symptome. Gelegentlich kann es vorkommen, dass ein Polyp blutet. Dann erscheint der Stuhl hellrot. Wenn das Blut längere Zeit im Darm verbleibt, zersetzt es und färbt den Stuhl schwarzbraun. Fachleuten zufolge wird jedoch bei nur rund fünf Prozent der Adenome Blut wahrgenommen. Sehr selten verursachen Darmpolypen Verdauungsstörungen, die sich in Durchfall oder Verstopfungen äußern.

Im Großen und Ganzen werden Darmpolypen eher zufällig während einer Darmspiegelung entdeckt. Personen ab dem 55. Lebensjahr haben einen gesetzlichen Anspruch auf diese Vorsorgeuntersuchung. Im Rahmen der Darmspiegelung wird das Innenleben des Dickdarms untersucht. Wenn ein Arzt Polypen im Darm vorfindet, kann davon ausgegangen werden, dass sich weitere darin befinden. Mithilfe moderner Stuhltests können diese gefunden werden. Polypen haben meist eine Größe von einigen Millimetern, können jedoch auch einige Zentimeter groß werden.

Die Behandlung von Darmpolypen

In der Regel werden Darmpolypen im Rahmen der Darmspiegelung entfernt. Dafür kommen spezielle Instrumente zum Einsatz. Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor auf dessen Gut- oder Bösartigkeit untersucht. Wird Darmkrebs festgestellt, sollte umgehend operiert werden. Anderenfalls muss der Patient sich alle zehn Jahre erneut mittels Darmspiegelung untersuchen lassen. Denn Polypen können sich immer wieder neu entwickeln.

Mithilfe der Darmspiegelung ist eine Krebsfrüherkennung möglich. Sie wird aber auch vorsorglich durchgeführt. Patienten, die diese Untersuchung wahrnehmen, haben gute Chancen, ihr Darmkrebsrisiko auf bis zu 90 Prozent zu senken, wenn dabei Darmpolypen entdeckt und entfernt werden.

Ist ein Vorbeugen gegen Polypen im Darm möglich?

Aktuellen Studien zufolge haben Menschen, die einer regelmäßigen sportlichen Betätigung nachgehen wesentlich weniger Darmpolypen. Hier genügen schon eine halbe bis eine ganze Stunde einfache Bewegung pro Tag, um eine Senkung des Risikos an Darmkrebs und Darmpolypen zu erkranken zu erzielen.

Daneben trägt eine gesunde Ernährung, welche sich aus einer Vielzahl an Obst und Gemüse zusammensetzt und über ausreichende Ballaststoffe verfügt, schützend vor Polypen im Darm aus. Dazu gehört auch, dass auf den Verzehr von rotem Fleisch nahezu verzichtet werden sollte. Ergänzend wirken sich

  • das Achten auf das eigene Körpergewicht
  • der Verzicht auf Alkohol
  • nur gelegentliches Trinken eines Glases Bier oder Wein

positiv auf die Vermeidung von Darmpolypen aus.

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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