Fieber ab wann soll man ins Krankenhaus?

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, mit der er Bakterien und Viren abzutöten versucht.

Was prinzipiell eine gute Sache ist, kann jedoch schnell aus dem Ruder laufen, denn allzu hohes Fieber nimmt schnell lebensbedrohliche Ausmaße an.

Ganz besonders gilt das für Kleinkinder. Wir möchten Sie darüber aufklären, ab wann man mit Fieber schnellstens ins Krankenhaus sollte und was dort nach der Aufnahme geschieht.

Copyright: Vertolet bigstockphoto Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen ohne Fieber

Warnhinweis:

Steigt das Fieber über 40 °C oder dauert Fieber über 39 °C über längere Zeit an, sollten Sie unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen! Besonders bei Kleinkindern ist es angebracht, bei 38 °C einen Kinderarzt und ab 39 °C die Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen, wenn das Fieber stark ansteigt, längere Zeit andauert oder immer wieder zurückkehrt.

Sinn und Zweck von Fieber

Fieber klingt vielen Menschen wie ein Schreckgespenst, ist aber physiologisch eine sinnvolle Einrichtung. Der Körper fährt die Körpertemperatur hoch, wenn das Eindringen von Bakterien, Viren oder Einzellern gemeldet wurde.

Viele dieser Erreger sind nämlich wählerisch, was ihre optimale Vermehrungstemperatur angeht: Steigt diese über die normale Körpertemperatur des Wirtes, an die sie sich optimal angepaßt haben, hemmt das ihre Vermehrung oder tötet sie sogar ab.

Fieber – Das körpereigene Hygiene-Programm

Wenn man so will, ist das im Prinzip nichts anderes als das Hygiene-Programm Ihrer Waschmaschine, das alle Keime und Pilze unschädlich macht.

Mit ganz so hohen Temperaturen kann der Körper allerdings nicht mithalten – auch die Enzyme des Menschen haben ein Temperatur-Optimum, bei dem sie am besten funktionieren, und alle physiologischen Prozesse sind auf ein Optimum von 37 °C ausgelegt.

Das ist zugleich der Grund, warum Fieber über 40 °C bereits gefährlich zu werden beginnt und man in solchen Fällen unbedingt in einem Krankenhaus medizinische Hilfe in Anspruch nehmen sollte – unabhängig von nächtlicher Stunde, Wochenende, Urlaub oder ähnlichem.

Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass das Fieber schon von selber besser wird und abwarten, bis der Hausarzt seine Praxis aufmacht oder das Wochenende vorbei ist. So etwas kommt grundsätzlich immer ungelegen, was aber nichts am Handlungsbedarf ändert!

Fieber – Ab wann ins Krankenhaus? Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen. Steigt es allerdings zu hoch, kann es lebensbedrohende Ausmaße annehmen.
  2. Die Körpertemperatur kann stark schwanken, ohne dass das mit Fieber zu tun hätte, so beim Sport oder während des weiblichen Zyklus‘.
  3. Von leichtem Fieber spricht man zwischen 38 und 39 °C, vom hohem Fieber über 39 °C und sehr hohem Fieber über 41 °C. Besonders in letzterem Falle solle medizinische Hilfe eingeholt werden.
  4. Besonders achten muss man auf die Fieberentwicklung bei Kindern. Fieber über 39 °C, das längere Zeit anhält und wiederholt auftritt, muss man unbedingt abklären lassen.
  5. Im Krankenhaus steht die Behandlung der Ursache des Symptoms Fieber im Vordergrund. Daneben versucht man die Körpertemperatur medikamentös und mit geeigneten physikalischen Maßnahmen zu senken.

 

Ab wann hat man eigentlich Fieber?

Darüber streiten teilweise die Geister. 37 °C – rektal (im Po) gemessen gelten gemeinhin als normale Körpertemperatur. Die zuständigen Stellen im Gehirn regulieren diese relativ genau, wobei persönliche und temporäre Abweichungen völlig normal sind.

Wir kommen auch durch körperliche Anstrengung, üppiges Essen oder unter Stresseinwirkung ins Schwitzen und bekommen eine erhöhte Körpertemperatur, ohne dass das bedenklich wäre. Ebenso empfinden einige Menschen eine Körpertemperatur als angenehm, bei denen andere Schweißausbrüche bekämen und wiederum andere eine Decke suchen würden.

Gerade bei Frauen erhöht sich durch die hormonellen Umstellungen während des Menstruationszyklus‚ die Körpertemperatur regelmäßig nach dem Eisprung um ein halbes Grad oder mehr (was man auch zur Familienplanung einsetzen kann). Mit Fieber oder Krankheit hat das aber rein gar nichts zu tun.

Was ist leichtes, was hohes Fieber?

In der Regel sieht man Temperaturen zwischen 38 °C und 39 °C als leichtes Fieber an. Von hohem Fieber spricht man ab 39 °C, von sehr hohem Fieber ab 41 °C. Spätestens bei sehr hohem Fieber besteht Handlungsbedarf!

Fieber – Das sollten Sie bei Kindern beachten!

Der Körper eines Kindes reagiert noch wesentlich sensibler auf Fieber als der eines Erwachsenen. Daher sollten Sie mit Säuglingen und Kleinkindern bis zwei Jahren ab 38 °C Fieber sicherheitshalber einen Kinderarzt aufsuchen.

Bei Kindern über zwei Jahren empfiehlt sich das, sobald das Fieber über 39 °C steigt, über mehrere Tage anhält oder regelmäßig auftritt.

Fieber – Ab wann ins Krankenhaus? Darauf sollten Sie als Erwachsener achten!

Erwachsene können wesentlich besser beurteilen, wie gut es ihnen bei Fieber geht. Fühlen Sie sich hundeelend, steigt Ihr Fieber über 40 °C an, dauert länger als drei Tage an oder tritt es wiederholt auf, sollten auch Sie einen Arzt aufsuchen.

Fieber – Ab wann ins Krankenhaus? Die Crux mit dem Notarzt

Bei einer akuten Verschlechterung sollten Sie sich nicht scheuen, die Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen. In lebensbedrohlichen Situationen zahlen die Krankenkassen auch den Einsatz eines Notarztwagens, vor dem viele Normalbürger zurückschrecken. Denn wenn keine medizinische Indikation vorliegt, übernehmen die Krankenkassen den Krankentransport nicht und man bekommt eine saftige Rechnung.

Krämpfe, Bewusstseinseintrübungen und Ohnmacht sind da sicherlich über jeden Verdacht erhaben, sodass Sie auf einen Transport mit dem Auto oder gar ÖPNV verzichten und den Rettungsdienst alarmieren sollten.

Krankenhaus? Aufnahme und Fieberkontrolle

Das erste, was der Notarzt des Rettungsdienstes oder in der Notaufnahme macht, ist natürlich: Fieber messen. Das klassische Thermometer im Popo ist heutzutage kaum mehr üblich, stattdessen verwendet er spezielle Infrarotgeräte, mit denen sich die Temperatur im Ohr oder auf der Stirn erfassen läßt.

Fieber – Diagnose

Wichtig ist natürlich auch die Prüfung sonstiger KrankheitszeichenFieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Daher ist eine eingehende Anamnese und körperliche Untersuchung wichtig.

Verdächtig sind zum Beispiel Auslandsaufenthalte, bei denen man sich allzu schnell eine Infektion über verunreinigtes Trinkwasser oder über Stechmücken eine Malaria eingefangen haben könnte.

In der Regel bestimmt man mit einer Blutprobe ein kleines und gegebenenfalls großes Blutbild, um mehr über die Entzündungswerte zu erfahren und die Ursachen des Fiebers ausfindig machen zu können.

Fieber – Was wird im Krankenhaus getan?

Im Krankenhaus kümmert man sich vorrangig um die Ursachen des Fiebers. Liegt eine Infektion vor, versucht man diese einzudämmen. Bei bakteriellen Entzündungen beispielsweise gibt man ein Antibiotikum, um dem Immunsystem bei der Bekämpfung der Erreger zu helfen. Hinzu kommen fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder entzündungshemmende Substanzen wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR).

Akut hohe Körpertemperaturen jeder Art, neben Fieber auch eine sogenannte Hyperthermie (durch fehlende Flüssigkeitszufuhr, Medikamente oder Überhitzung etwa im Auto), versucht man durch langsame Abkühlung des Körpers und Flüssigkeitszufuhr bei Lagerung mit aufgerichtetem Oberkörper auszugleichen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  1. Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  2. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. ISBN-10: 3110339978.
  3. Helga Donath: Innere Medizin. Lehrbuch für Krankenpflege und Studium. 7. Auflage. Stuttgart 1993: Schattauer-Verlag. ISBN-10: 3794514963.