Wie Eltern Windeldermatitis behandeln & vorbeugen können?

Eines der häufigsten Probleme von Babys ist der wunde Po. Vergleichbare Entzündungen werden als Windeldermatitis bezeichnet. Einige Hebammen, Ärzte und Eltern sprechen auch von Windelsoor. Wenn die Kleinen weinen, steigt die Verzweiflung bei uns Eltern. Dabei können wir bei diesem Problem mit praktischen Tipps und Hinweisen helfen. Lesen Sie unbedingt unseren Ratgeber, um diese Entzündungen zu behandeln und zu vermeiden.

Baby wickeln © Kristin Gründler

Was ist Windeldermatitis?

Im Grunde genommen ist die Windeldermatitis nur eine Hauterkrankung.

Insbesondere im Windelbereich klagen viele Neugeborene und Babys über das Symptom: wunder Po. Zumeist führen externe Reize zu diesen unangenehmen Beschwerden.

Das bedeutet: Reinigen die Eltern die Haut nicht richtig, tritt diese Erkrankung auf. Wird der wunde Po unterschätzt und nicht sofort erkannt, kann sich dieser bis zur Windelsoor ausweiten. Darunter ist eine Infektion mit Bakterien und Pilzen zu verstehen, die Sie nicht so leicht in den Griff bekommen.

Risiken & Ursachen von Windeldermatitis

  • Die Risiken und Ursachen sind vielfältig. Sie können schlichtweg auf zu seltenes Wickeln zurückführen.
  • Aber auch Durchfall und falsche Pflege führen zur Windeldermatitis. Wenn der Po erst einmal Rot leuchtet und schmerzt, ist es mit der Ruhe dahin. Zumal dieses Phänomen mit unangenehmem Juckreiz und Beschwerden einhergeht.
  • In Urin und Stuhl sind Bakterien enthalten. Diese sollten so kurz wie möglich in Kontakt mit der Haut kommen. Überdies fördern Wärme und eine feuchte Umgebung das Ausbilden von Keimen. Hier gibt es Parallelen zu Pilzerkrankungen.
  • Übertriebene Pflege beim Wickeln: Wird die Haut zu häufig gewaschen, begünstigt dies ebenfalls Windeldermatitis. Dabei reagieren viele Babys sogar allergisch und sensibel auf Pflege-Produkte. Demnach sollten Sie besonders auf sensitive und PH-neutrale Pflege achten.
  •  Außerdem können selbst Cremes, Salben und Lotionen den wunden Po hervorrufen.
  • Ist der Stuhlgang häufig dünn flüssig und weich? Dann greift dieser aggressiv die Haut an.
  •  Ferner ruft besonders saure oder scharfe Nahrung diese Reaktion der Haut hervor.

Dabei haben viele Eltern oft das Gefühl, eigentlich alles richtig zu machen.

Die Realität sieht ganz anders aus. Was Mamas und Papas auf der ganzen Welt zur Verzweiflung bringt. Umso wichtiger ist es, die Symptome und Anzeichen für Windeldermatitis richtig zu deuten, um sofort zu handeln.

Die Top Symptome auf einen Blick:

  1.  starke Rötung am Po und im Genitalbereich
  2.  Haut ist leicht aufgeweicht
  3.  kleine Pickelchen
  4.  offene und entzündete Stellen
  5.  Gefühl von Brennen und Jucken
  6.  großflächige Pusteln

Diese anfänglichen Symptome breiten sich unentdeckt und unbemerkt auf Oberschenkel und Bauch aus. Spätestens an dieser Stelle sollten Eltern sich an Ihren Kinderarzt wenden, um schnelle Hilfe einzuleiten. Dementsprechend alarmieren schuppige, rote und entzündete Haut.

Nur so können Sie Ihrem Baby wirklich helfen.

Windeldermatitis effektiv behandeln

Zunächst vereinbaren Sie einen Termin beim Kinderarzt. Dieser wird im Nachhinein eine Untersuchung durchführen und sich die Haut ansehen. Tatsächlich lässt sich Windeldermatitis nur über die konkreten Veränderungen der Haut diagnostizieren. Danach führt der Arzt einen Abstrich der Haut durch, um die Verursacher zu finden: Pilze und Bakterien. So haben die Schädlinge sich unbemerkt eingeschlichen, um Babys haut zuzusetzen. Ausschließlich Medikamente, die entschieden gegen diese Erreger vorgehen, versprechen wirkliche Hilfe auf lange Sicht.

Im Gegensatz kann es wiederholt zu Windeldermatitis kommen. Was sich negativ auf die Behandlung auswirkt. In diesem Fall werden Ärzte den Stuhl und das Blut Ihres Babys im Labor untersuchen. Um die wirkliche Ursache für die Erkrankung zu finden.

Diese Therapie empfehlen Ärzte

Schlussendlich genügen simple Gegenmaßnahmen, um erste Erfolge zu sehen. Gehen gezielt Sie gegen gereizte Haut vor. So kann die Entzündung schneller abklingen. Hier haben wir einige der wirkungsvollsten Maßnahmen zusammengestellt:

  •  Zuerst sollten Eltern häufiger die Windeln wechseln. Mindestens alle 3 Stunden und direkt nach dem Absetzen von Kot und Urin.
  • Beispielsweise reinigen Sie sanft und sorgfältig mit Ölen die entzündete Haut. Achten Sie darauf, nur Öle und warmes Wasser sowie sensitive Pflegetücher an die Haut zu lassen.
  • Prinzipiell sollten Sie niemals stark reiben und dennoch den Po gründlich sauber wischen. Anschließend trocknen Sie die Haut, bevor eine frische Windel angelegt wird.
  • Hier ist es empfehlenswert, mit einem weichen Handtuch zu tropfen. Niemals reiben!
  • Erfragen Sie Gegenmittel beim Arzt. Wundschutz Pasten gelten als wirksam. Beispielsweise ist Zink entzündungshemmend. Überdies helfen desinfizierende Farbstoffe und Gerbstoffe. Denn sie trocknen die nassen Stellen.
  •  Zu guter letzt sollte reichlich Luft an den Po herankommen. Nur so können die entzündeten Stellen wirklich heilen.
  •  In schwierigen Fällen verschreiben Ärzte sogar Cortison Salben, um weitere Entzündungen zu vermeiden.

ACHTUNG: Wenden Sie Cortison nur nach Anweisung des Arztes an und gehen Sie damit sehr vorsichtig vor.

Wie erwähnt sollte jeder Arzt Ihr Baby untersuchen, stellen sich nun weitere Pilzerkrankungen heraus, müssen entsprechende Medikamente verabreicht werden. Oftmals heilt die Windeldermatitis nach ein paar Tagen aus. Im Grunde genommen benötigen Sie nur etwas Geduld und reichhaltige Pflege. Dann wird Babys haut schon bald wieder rosig und zart sein.

Windeldermatitis vorbeugen

In der Tat können Sie Windeldermatitis vorbeugen, um die unangenehmen Beschwerden auszuschalten. Pilze, Bakterien und Infektionen lieben ein gewisses Milieu, dass Sie über die folgerichtige Pflege vermeiden. Hier ein paar praktische Tipps und Hinweise, die Ihr Baby vor Windelsoor bewahren:

  • Besonders häufig bei Durchfall Windeln wechseln und gründlich reinigen.
  • Babys Haut mit warmen Wasser und Öl reinigen.
  • Dabei trocknen Seifen intensiv aus und begünstigen eigentlich den wunden Po, anstelle diesen zu verhindern.
  • Prinzipiell ist es einfach: Feuchtigkeit, Wärme und Bakterien begünstigen diese Erkrankung.
  • Lebertran, Zink und Panthenol ersticken jede Hauterkrankung bereits bei leichten Rötungen im Keim.

Worauf warten Sie noch? Schauen Sie gleich in der eigenen Hausapotheke nach, ob sich diese Gegenmittel darin befinden.

Was raten die Experten?

Schlussendlich empfehlen Profis eine durchdachte Pflege und Reinigung mit spezialisierten Mitteln aus dem Reformhaus, der Drogerie und einem Fachgeschäft. Sind Sie unsicher? Dann lassen Sie sich von anderen Müttern, Hebammen und Ärzten beraten. Gegenwärtig nehmen die Hauterkrankungen zu, wenn eine falsche, eine zu intensive, übertriebene oder unzureichende Pflege vorherrscht. Das ist jedoch kein Grund, um bei einer leichten Rötung in Panik zu verfallen. Nehmen Sie sich Zeit beim Windeln und gehen Sie behutsam und sanft vor. Schließlich ist Babys Haut fünfmal dünner als die der Erwachsenen und in diesem Maße auch viel sensibler.

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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