Kaiser Natron® Nebenwirkungen

Musst Du bei Kaiser Natron® auf Nebenwirkungen achten?

Vielen sind diese beiden Namen gut bekannt: Bullrich Salz und Kaiser Natron.

Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Natriumhydrogencarbonat (so der Fachbegriff für den Wirkstoff) zwar auftreten, sie sind aber sehr selten. Welche es gibt, wann sie auftreten können und worauf Du achten musst, erklären wir Dir hier ausführlich.

 Kaiser Natron® Nebenwirkungen
(Hinweis: Kaiser Natron® ist eine eingetragene Handelsmarke)

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Kaiser Natron: Welche Nebenwirkungen häufiger sind

Natriumhydrogencarbonat wird gern dann eingesetzt, wenn ein Mensch an Sodbrennen leidet. Da das Pulver (egal ob lose oder in Tablettenform gepresst) basisch wirkt, gleicht es die Übersäuerung im Magen aus. Kaiser Natron und Bullrich Salz werden als Marken daher gern in der Apotheke gekauft, um neutralisierend nach zu schwerem Essen zu wirken.

„Wer die Mittel allerdings über einen längeren Zeitraum regelmäßig einnimmt, kann genau durch diese basische Wirkung den Körper aus dem natürlichen Gleichgewicht bringen.“

1. Typische „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden. Es ist denkbar, dass durch die zu stark neutralisierte Magensäure der eigentliche Speisebrei nicht mehr vollständig für die Passage in den Darm verarbeitet wurde. Entsprechend hat der Darmtrakt nun ein Plus an Arbeit. Das kann sich durch Bauchschmerzen und Völlegefühl samt Blähungen bemerkbar machen. Auch Verstopfungen und Durchfall sind zwei mögliche „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen, da jeder Organismus individuell reagiert.

2. Bei starken Beschwerden ist es ebenfalls denkbar, dass der Speisebrei gar nicht erst in den Darm weitergeleitet wird. Hindert das basische Natron die Magensäure zu sehr an ihrer wichtigen Arbeit, kann der Körper auch mit Erbrechen reagieren. So befördert er die Speisen, die er gegenwärtig nicht richtig verdauen kann, wieder aus dem Körper.

Kaiser Natron Nebenwirkungen – Das Wichtigste im Überblick

  • „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen treten bei gelegentlicher Anwendung selten auf
  • bei einer Überdosierung können zeitnah Magen-Darm-Beschwerden entstehen
  • eine langfristige Überdosierung kann unter anderem Muskelkrämpfe und Nierenprobleme verursachen
  • eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung: die Magen-Verätzung
  • aufgrund aller potenziellen „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen wird Schwangeren/Stillenden/Kindern von der Anwendung abgeraten

Kaiser Natron: Nebenwirkungen bei längerer Überdosierung

Die bereits beschriebenen „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen können bereits nach wenigen Wochen der regelmäßigen Einnahme auftreten. Es gibt jedoch auch mehrere „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen, die vor allem nach monate- oder jahrelanger Dauereinnahme zum Tragen kommen:

1. Durch eine langfristige Einnahme wird dem Körper zu viel Natrium zugeführt. Dieses reichert sich im Blut an und erhöht daher insgesamt den Natrium-Spiegel. Da jedoch Natrium und Calcium einander beeinflussen, sinkt mit steigendem Natrium-Spiegel der Calcium-Spiegel im Blut. Das hat zwei Langzeitwirkungen.

1.1. Zu wenig Calcium schwächt auf Jahre gesehen die Knochensubstanz und kann bereits nach kurzer Zeit zu Muskelkrämpfen führen. Klassisch sind die nächtlichen Wadenkrämpfe.

1.2. Zu viel Natrium begünstigt auch bei vergleichsweise jungen und/oder schlanken Menschen die Entstehung einer Hypertonie. Es kann also zu chronischem Bluthochdruck kommen.

2. Natron kann sich über die Monate und Jahre zudem negativ auf den Wasserhaushalt des Organismus auswirken. Die Nieren werden in ihrer Tätigkeit beeinflusst, was sich schlussendlich auch in der Entstehung von Nierensteinen äußern kann. Diese können extrem schmerzhafte Koliken auslösen und müssen ab einer gewissen Größe operativ entfernt werden.

Selten, aber möglich: die Verätzung des Magens

Es gibt wenige Fälle in denen Patienten nach der übermäßigen Einnahme von Kaiser Natron eine lebensgefährliche Verätzung im Magentrakt durchleben mussten. Diese Nebenwirkung klingt zunächst paradox, da Natron basisch wirkt und damit Säuren neutralisiert. Was geschieht ist jedoch Folgendes:

1. Gelangt viel Natriumhydrogencarbonat in den Körper, kommt es zu einer chemischen Reaktion, bei der Kohlendioxid entsteht.

2. Das Kohlendioxid wird nach der Freisetzung in die Blutbahn aufgenommen.

3. Es kommt zu einer Übersäuerung des gesamten Blutes, einer sogenannten Azidose.

4. Die Azidose kann den gesamten Organismus negativ beeinflussen und beispielsweise das Herz angreifen. Sie kann aber auch im Magen, wo ohnehin durch die natürlich vorkommende Magensäure ein saures Milieu herrscht, den Säureeffekt weiter stärken. Das kann in einer Verätzung des Magens enden.

Die Anwendung von Kaiser Natron während Schwangerschaft und Stillzeit

Die basische Wirkung auf den Magen eines Anwenders kommt natürlich auch während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit unmittelbar zum Tragen. Daher geht die neutralisierende Wirkung über die Nabelschnur beziehungsweise die Muttermilch auch auf das Kind über.

Da der Säure-Base-Haushalt eines Ungeborenen und der eines Babys noch sehr anfällig für Schwankungen ist, empfiehlt sich die Einnahme von Kaiser Natron oder Bullrich Salz nicht. Allgemein gehen Kinderärzte davon aus, dass ein junger Organismus im Idealfall bis zum zwölften Lebensjahr auf Natron als Wirkstoff verzichten sollte.

Kann aus individuellen Gründen kaum auf die Anwendung während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit verzichtet werden, sollte auf jeden Fall vorab mit dem Frauenarzt detailliert Rücksprache gehalten werden.

Musst Du im Alltag vor „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen Angst haben?

Ließt man die Liste der potenziellen „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen, könnte man jetzt zu dem Schluss kommen, dass die Anwendung von Natron sehr gefährlich ist und daher vermieden werden sollte. Das ist jedoch falsch, denn die Betonung muss auf MÖGLICHE „Kaiser Natron“-Nebenwirkungen liegen.

Bei einer gewissenhaften Anwendung ist es sehr unwahrscheinlich, dass auch nur die leichten Beschwerden wie Blähungen auftreten. Noch unwahrscheinlicher sind starke Nebenwirkungen wie Krämpfe, Koliken etc.

Wichtig ist, das Du Kaiser Natron oder Bullrich Salz nur entsprechend der Dosierungsanleitung nimmst. Bei akuten Beschwerden einmalig auf Natron zurückzugreifen, stellt im Regelfall überhaupt kein Problem dar. Hast Du häufiger Sodbrennen oder nimmst das Mittel aus anderen Gründen, ist die vorherige Absprache mit dem Hausarzt sinnvoll.

Der Mediziner kann Dir auf Dein persönliches Beschwerdebild zugeschnitten und passend zu Deiner sonstigen Gesundheit eine individuelle Dosierung vorgeben. Auch an diese solltest Du Dich präzise halten.

Gut zu wissen: Leidest Du häufig oder sogar dauerhaft an Sodbrennen, sollten Bullrich Salz, Kaiser Natron und andere Marken, die auf Natriumhydrogencarbonat zur Säureneutralisierung setzen, ohnehin nur kurzzeitig genommen werden.

Es handelt sich dabei nämlich um eine reine Symptombekämpfung. Du kannst die schmerzhaft aufsteigende Magensäure beruhigen, doch dann solltest Du das Problem dem Arzt vorstellen.

Möglich sind verschiedene Grunderkrankungen oder auch eine dauerhaft ungünstige Ernährung. Dies sollte abgeklärt werden, um langfristige Folgen wie Speiseröhrenkrebs zu vermeiden!

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