Windelsoor

Windelsoor durch Candidose – Bei Soor im Windelbereich handelt es sich um eine Infektion der Haut und Schleimhäute durch Candida Pilze. Diese wird in erster Linie durch den Hefepilz „Candida albicans“ ausgelöst. Unterschieden werden Mund-Soor, Haut-Soor, Genital-Soor und Nagel-Soor. Besonders häufig tritt Mund-Soor auf, insbesondere bei Babys und meist zusammen mit dem sogenannten Windelsoor.

© praisaeng - Fotolia.com
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Pilzinfektion im Windelbereich bei Kindern

Eigentlich handelt es sich bei Candida albicans um einen harmlosen Hefepilz, der die menschliche Mundhöhle und den Verdauungstrakt bewohnt. Er kann jedoch auch die Erkrankung Soor auslösen, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Wenn ein Baby an Mund-Soor oder Windelsoor erkrankt, ist dies oft besonders gefährlich.

Windelsoor bei Babys

Nahezu jedes Baby hat in der Windelzeit immer mal wieder leichte Hautausschläge. Schuld daran sind die Feuchtigkeit und die Körperwärme, die die empfindliche Babyhaut am Po reizen. Wenn das Baby seine Windel zu lange trägt und die Zersetzungsprodukte aus Urin und Stuhl zu lange auf der Haut verbleiben, kommt es ebenfalls zu einem wunden Po. Zwar sind diese Dinge ganz normal und nicht immer abwendbar, doch ein wunder Po kann zum Beispiel auch dann entstehen, wenn Pilzsporen ihr Unwesen treiben. Es kommt zum sogenannten Windel-Soor.

Was ist Windelsoor?

Hin und wieder ist das Immunsystem eines Babys geschwächt. Gerade in dieser Zeit kommt es häufig zum Windel-Soor. Erkennbar ist diese Form der Soor-Erkrankung vor allem an dem pickeligen, feuerroten Ausschlag, der in einigen Fällen mit nässenden Blasen einhergeht. Der Ausschlag beginnt zumeist in der After-Region und breitet sich dann über den Po und die Oberschenkel weiter aus.

Schmerzhaft wird es, wenn die Haut von Windelsoor offen ist. Spätestens jetzt ist es wichtig, sofort den Arzt aufzusuchen, bevor es zu einer weiteren Ausbreitung des Pilzes kommt. Denn wo sich Windelsoor einmal ausgebreitet hat, da ist die Krankheits-Form „Mund-Soor“ nicht weit. Beide Soor-Erkrankungen treten in der Regel also parallel beim Baby auf. Ist bei dem Säugling Mund-Soor zu erkennen, können die Eltern davon ausgehen, dass er auch unter Windel-Soor leidet.

Wie wird Windelsoor beim Baby behandelt?

Wie die Erwachsenen bekommen auch die Babys ein Antimykotikum (Anti-Pilzmittel) verordnet, das sie über mehrere Tage einnehmen müssen. Für Babys, die die Flasche bekommen, müssen zwingend neue Schnuller/Sauger gekauft werden. Bei Kindern, die gestillt werden, muss auch die Mutter gegen Soor behandelt werden. Nur so kann verhindert werden, dass sich das Kind immer wieder mit dem Soor-Erreger ansteckt. Daneben gibt es einige Maßnahmen, um den hartnäckigen Pilz vom Baby fernzuhalten.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Windelsoor

Besonders wichtig ist es, alle Schnuller/Sauger und Fläschchen regelmäßig zu reinigen beziehungsweise zu sterilisieren. Bettwäsche, Handtücher und Stoffwindeln sollten bei 60 °C gewaschen werden. Stillende Mütter werden in der Regel mitbehandelt und müssen ihre Brustwarzen mit einer pilzhemmenden (antimykotischen) Salbe einreiben, damit sich der Säugling nicht erneut mit Soor ansteckt.

Sinnvoll ist es, die Brustwarzen mit derselben Salbe einzureiben, die auch für die Behandlung des Babys verwendet wird. Da es sich hierbei um ein Mund-Gel handelt, muss dieses vor dem Stillen nicht extra entfernt werden. Zuletzt ist es natürlich auch wichtig, Luft an Babys Po heranzulassen. Das heißt, dass das Kind ruhig einmal öfter ohne Windeln im Bettchen liegen darf. Ein Föhn darf jedoch niemals verwendet werden, um den Baby-Po zu trocknen. Denn kommt dieser mit dem Urin des Kindes in Berührung, kann dies zu einem Elektroschock und somit zum Tode führen.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung der Windelsoor-Erkrankung beim Baby werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um ein erneutes Ausbrechen der Krankheit zu verhindern. Bekanntermaßen ist der Soor bei Babys sehr hartnäckig, weshalb die Behandlung mit einem Antimykotikum in jedem Fall vorschriftsmäßig fortgesetzt werden sollte, selbst dann, wenn von der Windelsoor-Erkrankung eigentlich nichts mehr zu sehen ist.

Was ist Mund-Soor?

Häufig stecken sich Neugeborene bereits während der Geburt in der mütterlichen Scheide mit Soor an. Der Soor-Pilz gelangt dann über den Mund des Kindes in seinen Körper, in den Urin oder Stuhl und anschließend auf die empfindliche Po-Haut.

Zwar handelt es sich um denselben Erreger, jedoch geht Mund-Soor nicht mit Rötungen einher, wie es beim Windel-Soor der Fall ist, sondern mit weißen Belägen. Auf der Zunge treten krümelige Ablagerungen auf, in den Mundwinkeln bilden sich weißliche Beläge. Die Beläge sehen typischerweise aus wie geronnene Milch. Abwischen lassen sie sich allerdings nicht.

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Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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