Neugeborenengelbsucht

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Bei der Neugeborenen-Gelbsucht verfärbt sich Haut und Augen weiß gelblich. Sie verläuft meist harmlos und betrifft etwa sechs von zehn Neugeborenen. Eine starke Neugeborenengelbsucht wird mit Licht bestimmter Wellenlänge behandelt. Diese verstärkt den Abbau von Bilirubin. Bei hohem Bilirubinspiegel besteht sonst die Gefahr einer Hirnschädigung. Bei den anderen krankhaften Formen der Gelbsucht kann eine Bluttransfusion erforderlich werden.

© Bernd Libbach - Fotolia.com
© Bernd Libbach – Fotolia.com

Neugeborenengelbsucht in den ersten Tagen

Soll ich einen Arzt aufsuchen?
Eine gute Hebamme erkennt die Gelbsucht sofort. Einen Arzt sollte man aufsuchen, wenn dieser länger als zwei Wochen andauert, erst eine Woche nach der Geburt einsetzt, wenn sie sich verschlechtert oder mit puderfarbenem Stuhlgang einhergeht. Der Arzt wird Blut abnehmen und den Bilirubinwert bestimmen.

Neugeborenenikterus

Mögliche Symptome

  • – gelbliche Haut und Augenweiß
  • – event. Juckende Haut
  • – Schläfrigkeit, Baby trinkt kaum

Was sind die Ursachen?

Die gelbliche Färbung wird durch eine Ansammlung von Bilirubin im Blut verursacht. Bilirubin entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen in der Leber. Neugeborene verfügen über mehr rote Blutkörperchen. Da ihre Leber noch nicht ausgereift ist, dauert es zudem länger, bis das Bilirubin komplett abgebaut ist. Daher kommt es in der ersten Lebenswoche zur physiologischen Neugeborenengelbsucht, die sich ohne Behandlung nach 10-14 Tagen zurückbildet.

Andere Formen der Gelbsucht können gefährlich sei. So kann es z.B. bei einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind zu einem raschen Zerfall der roten Blutkörperchen kommen. Diese Form tritt innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt auf und ist dringend behandlungsbedürftig. Dauert die Gelbsucht länger als 2 Wochen, kann dies an einer harmlosen Reaktion auf Hormone in der Muttermilch liegen, könnte jedoch auch eine ernsthafte Ursache haben. Bei Frühgeborenen und gestillten Babys kommt es häufiger zu Gelbsucht.

Gelbsucht bei Neugeborenen

In den ersten Lebenstagen hat etwa die Hälfte aller gesunden Babys eine zart gelbliche Haut. Ärzte sprechen hier von einer harmlosen Neugeborenen-Gelbsucht. Grundsätzlich ist die Neugeborenen-Gelbsucht nur von kurzer Dauer und verursacht abgesehen von den schweren Fällen keine Langzeitschäden.

Das angestaute Bilirubin verteilt sich häufig über den gesamten Körper, ist für gesunde Babys jedoch ungefährlich. Stillen ist bei Gelbsucht sehr gut und kann dabei helfen, sie zu kurieren. Nur in seltenen Fällen kann die Neugeborenen-Gelbsucht auf das Nervensystem übergreifen, jedoch nur dann, wenn die Bilirubin-Werte übermäßig hoch sind.

Ist ein Baby von Gelbsucht betroffen, wird es in jedem Fall untersucht und entsprechend behandelt. Die Ärzte greifen ein, wenn sich mehr als 20 Milligramm des Bilirubins pro Deziliter im Blut befinden. Die Gelbsucht wird dann durch die Phototherapie behandelt.

Dabei wird das Baby einem bestimmten blauen Licht ausgesetzt, das das Bilirubin aufspaltet. Anschließend kann es normal ausgeschieden werden. Die Behandlung der Gelbsucht dauert ein bis zwei Tage, natürlich mit Pausen.

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