Mundsoor bei Kindern

Mundsoor bei Kindern  -ist die Infektion mit Candida Pilzen im Mund, die Infektion ist analog der Erkrankung Soor – der Pilzinfektion der Haut. Der Name beschreibt alle Krankheiten, die der Pilz Candida (vorrangig Candida albicans) verursacht. Mundsoor tritt sehr häufig bei Babys auf und kann zu weiteren Infektionen führen.

Candida Pilzinfektion bei Kindern

Bei Mundsoor sind die Schleimhäute des Mund und Rachen-raumes, manchmal auch die Speiseröhre betroffen.. Andere Soor Infektionen können auch die Hautfalten, im Oberschenkelbereich, unter den Achseln, in der Analregion, in der Scheide bei Frauen und auf der Eichel bei Männern, infizieren.

Bild: Dr. Klaus D.Peter | Gesundheitszentrum Berstig |51643 Gummersbach | Lizenzfreigabe
Bild: Dr. Klaus D.Peter | Gesundheitszentrum Berstig |51643 Gummersbach | Lizenzfreigabe

Mundsoor die ansteckende Pilzinfektion:

Die Ursache von Mundsoor ist der Pilz Candida albicans (seltener Candida glabrata), der eine Infektion hervorruft. Die Infektion wird jedoch erst zum Problem, wenn sich die Pilze zu sehr vermehren und die Haut/Schleimhaut überwuchern. Dann erst spricht man von Soor.

Die Pilze vermehren sich, wenn sie einen idealen Nährboden vorfinden. Das ist der Fall, wenn sich die Haut- und/oder Schleimhautverhältnisse lokal verändern. Bei Säuglingen begünstigt beispielsweise ein feuchter Windelbereich eine Soor-Infektion (auch Candidiasis genannt). Außerdem kann ein geschwächtes Immunsystem Personen für die Pilzinfektion Soor und Mundsoor anfälliger machen.

Mundsoor Ursachen

Diese Dinge können die Körperabwehr schwächen sowie Soor und Mundsoor begünstigen:

– Antibiotika
– Schwangerschaft
– Zuckerkrankheit (Diabetes)
– Mangelernährung
– Immunschwäche im Alter und bei AIDS-Patienten
– Chemotherapie
– Organtransplantation
– Drogenmissbrauch

Die Candida-Pilze werden direkt (z.B. durch eine Berührung) oder indirekt (z.B. über Nahrungsmittel oder Hygieneartikel) übertragen.

Mundsoor beim Baby

Mundsoor bei Babys ist eine häufig vorkommende Infektion der Mundschleimhaut durch Pilze. Gerade im ersten Lebensjahr ist diese Pilzinfektion sehr oft in Form von Mundsoor anzutreffen. Anzeichen von Mundsoor sind weißliche bis gelbliche Flecken und Beläge in den Mundschleimhäuten, auf den Wangenschleimhaut, sowie am Zahnfleisch und der Zunge.

Sie können den Mundraum Ihres Babys auf Mundsoor prüfen – anhaftende Milchreste aus dem Mund entfernen, lassen sich weißliche Beläge nicht entfernen sollten Sie den Kinderarzt darauf hinweisen, dies könnte Mundsoor sein.

Mundsoor ist eine ansteckende Infektion. Wenn Mundsoor beim Baby auftritt, besteht auch die Gefahr der Übertragung auf die Brustwarzen der Mutter. Das heist es muss immer das Baby und die Mutter behandelt werden.

Mundsoor kann man durch ausreichende Hygiene vorbeugen. Waschen Sie sich immer gründlich die Hände, vor und nach dem Stillen und auch zum Wickeln des Babys. Schnuller sollten vor der Benutzung mindestens 10 Minuten ausgekocht werden, dies tötet Bakterien und Pilze wirksam ab. Wenn Mundsoor auftritt müssen alle Schnuller durch neue ersetzt werden.

Wie gefährlich ist Mundsoor?

Bei Candidose oder Soor handelt es sich um eine Infektion der Haut und Schleimhäute. Diese wird in erster Linie durch den Hefepilz „Candida albicans“ ausgelöst. Unterschieden werden Mundsoor, Haut-Soor, Genital-Soor und Nagel-Soor. Besonders häufig tritt Mundsoor auf, insbesondere bei Babys und meist zusammen mit dem sogenannten „Windel“-Soor. Die vorübergehende Candida-Infektion geht mit weißlich-gelben Flecken in der Mundhöhle einher. Im Normalfall sind Candida-Pilze vielfach auch bei gesunden Menschen vorhanden. Erst wenn sich die Haut oder Schleimhäute negativ verändern, kann es zu einer Soor-Infektion kommen. In diesem Fall wird die Haut dann durch die Candida-Pilze überwuchert.

Die Ursachen

Mundsoor entsteht vorrangig durch die Pilzsorte „Candida albicans“. Daneben gibt es aber auch andere Candida-Arten, die die Erkrankung Mundsoor auslösen können. Sehr oft sind Soor-Pilze unter Zahnprothesen zu finden. Nur wenige Prothesen-Träger verspüren deshalb jedoch Schmerzen. Sitzt eine Prothese nicht gut, kann dies bereits zu einer Vermehrung des Soor-Erregers führen. Erste Warnzeichen, dass eine Candidose vorliegen könnte, sind sogenannte Faulecken, also feuchte Mundwinkel mit geröteten Rhagaden (Rissen). Generell zählt ein verschlossener, feuchter Bereich zu den begünstigenden Faktoren für eine Soor-Infektion. Dies betrifft vor allem den Windelbereich von Babys.

Doch auch andere Faktoren können eine Soor-Infektion begünstigen. Dazu zählen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Antibiotika-Behandlungen, Schwangerschaft, Mangelernährung, Drogen-missbrauch, Chemotherapie sowie Immunschwäche bei älteren oder kranken Menschen (zum Beispiel bei AIDS-Patienten).

Die Symptome

Der bekannte, akute Soor fängt in der Regel mit einer Schleimhautrötung an. Diese nimmt nach und nach ein glattes, trockenes, glänzendes Aussehen an. Zum Teil verschwinden die Zungenpapillen. Nach einigen Tagen (3 bis 4) entstehen weißliche, unregelmäßige, etwa stecknadelgroße Stippchen. Diese ähneln Grießkörnchen und haben ein cremeartiges Aussehen. Insgesamt bilden sie eine leicht gelblich schimmernde Schicht. Typischerweise sind die weißlichen Beläge etwas verschiebbar. Lokal kommen sie am häufigsten auf der Zunge vor.

Die Diagnose

Diagnostiziert wird der Mundsoor durch den Erregernachweis und sein typisches Erscheinungsbild. Um den Soor-Pilz nachzuweisen, wird ein Abstrich genommen. Im Blut befinden sich Antigene (Bestandteile des Pilzes). Bei Erwachsenen kann die Diagnose manchmal nicht ganz eindeutig gestellt werden, weil auch andere Krankheiten ähnliche Symptome hervorrufen. Darunter sind auch verschiedene Vorstufen von Krebserkrankungen, die weißliche Haut- bzw. Schleimhautveränderungen hervorrufen können. In diesen Fällen können die Beläge allerdings nicht abgewischt werden. Es ist also von größter Bedeutung, derartige Veränderungen von einem Arzt abklären zu lassen.

Weitere Auswirkungen von Mundsoor

In einigen Fällen kann es bei Mundsoor zu einer Ausbreitung des Pilzes im Blut kommen. Daraus entsteht eine sogenannte Sepsis (Blutvergiftung), die zu einer lebensbedrohlichen Schocksituation führen kann. Das Herz-Kreislauf-System wird hierbei schwer beeinträchtigt.

 

Die Therapie

Soor – egal ob Mundsoor, Haut-Soor oder eine andere Soor-Art – wird zumeist mit Antipilzmitteln (Antimykotikum) behandelt. Hierzu gehören vor allem Substanzen wie Nystatin oder Amphotericin B. Für den Fall, dass ein Antimykotikum nicht wirkt oder sich der Soor-Erreger generell weiter ausbreitet, wird das Medikament nicht weiter lokal beziehungsweise oral verabreicht. In diesen Fällen wird eine intravenöse, systemische Anwendung notwendig, häufig mit einer bestimmten Wirkstoffkombination.

Neben der medikamentösen Behandlung sollten die Patienten stets auf eine gute Zahn- und Mundhygiene achten. Schlecht sitzende Prothesen können die Verbreitung des Soor-Erregers fördern und sollten in jedem Fall saniert werden. Das Gleiche gilt für schlecht heilende Wunden und andere Infektionsherde.

Vorbeugende Maßnahmen

Mundsoor und andere Soor-Erkrankungen müssen nicht zwangsläufig entstehen. Candida-Pilze sind in der normalen Mundschleimhaut vorhanden und verhalten sich im Allgemeinen unauffällig.

Erst wenn es zu Veränderungen der Haut oder einer Immunschwäche kommt, können die Soor-Pilze zu einer Bedrohung für den Menschen werden. Ist also das Gleichgewicht gestört, haben die Erreger freie Bahn und überwuchern die Haut und die Schleimhäute. Gegen Mundsoor hilft selbstverständlich eine sehr gute Mundhygiene. Auch für alle anderen Soor-Arten gilt: Auf eine gute Hygiene achten. Babys sollten stets einen trockenen Po haben, da sich die Candida-Erreger gern in feuchten Gegenden ausbreiten.

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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