Masern bei Kindern

Masern bei Kindern? Die hochansteckenden Masern Viren gehören zu den Kinderkrankheiten und verursachen Entzündungen und Hautausschlag und können unbehandelt zu schweren Komplikationen führen.

Obwohl die Masern als Kinderkrankheit bekannt sind, können Sie auch bei Erwachsenen die noch nicht an Masern erkrankt waren, ausbrechen. Hier finden Sie Hilfe und Informationen zum Masernvirus und der Masern Erkrankung. Masern-Virus führt gerade bei Kindern schnell zu Erschöpfung und schubartigem Fieber.

masern

Ansteckungsgefahr Masern-Viren bei Kindern

Masern bei Kindern gehören nach dem deutschen Infektionsgesetz zu den Meldepflichtigen Krankheiten, eine frühzeitige Behandlung der Masern-Infektion verhindert Komplikationen und die Ausbreitung der hochansteckenden Masern Viren. Masern Viren sind deshalb so hochinfektiös da Sie sich auch über größere Entfernungen über die Luft übertragen, in der Regel werden Masern über eine Kontaktinfektion übertragen. Die Masern Viren treten über die Bindehäute in den menschlichen Körper ein. Bis zum Ausbruch der Masern Symptome können nach der Ansteckung bis zu 12 Tage vergehen, das gefährlich ist die hohe Ansteckungsgefahr, schon 5 Tage bevor man die typischen Symptome erkennen kann. Masern sind bis zu 4 Tagen nach dem Abklingen der Symptome ansteckend.

Fakten für Eltern zu den Masern

Die Infektionskrankheit Masern steht immer wieder im Brennpunkt der Medien. Brechen kleinere Masern-Epidemien aus – so zuletzt Anfang 2015 in Bayern und Berlin – geraten Impfgegner und Verfechter der Impfpflicht aneinander. Zu diesem Zeitpunkt ist es schwer, die Lage sachlich einzuschätzen. Folgende 18 Fakten zu Masern geben einen ersten Überblick:

 

Masern – Definition

Es handelt sich um eine hoch kontagiöse Virus-Erkrankung. Tröpfchen-Infektion ist für die Übertragung verantwortlich. Durch Husten oder Niesen ist eine Ansteckung ohne direkten Körperkontakt möglich. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen acht bis 14 Tage.

Symptome und Verlauf

Die erste – Prodomal- oder Initialstadium – genannte – Phase dauert drei bis vier Tage. Merkmale sind eine entzündete Augenbindehaut (Konjunktivitis) und erhöhte Lichtempfindlichkeit. Dazu kommen Entzündungen der oberen und mittleren Atemwege mit trockenem, schmerzendem Husten. Auch Kopf- und Halsschmerzen, Übelkeit und hohes Fieber kennzeichnen den Anfang der Krankheit. Einige Tage danach beginnt die Exanthemphase (Exanthem = Ausschlag). Erstes Anzeichen ist eine Rötung des Gaumens. Anschließend bildet sich ein fleckiger, drei bis sechs Millimeter großer Ausschlag mit Knotenbildung, der sich nach und nach über den gesamten Körper ausbreitet. Weitere Fakten bei Masern: Diesen Verlauf begleiten oft eine Schwellung der Lymphknoten, Fieberschübe und Fieberkrämpfe. Bei Kleinkindern und Erwachsenen nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf.

Ansteckungszeit

An Masern Erkrankte sind ab vier Tagen vor und bis vier Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags ansteckend.

Komplikationen und Spätfolgen von Masern

15 Prozent der Morbilli-Patienten bekommen eine Mittelohr-Entzündung, zehn Prozent eine Lungen-Entzündung. In jedem tausendsten Fall lösen die Masern eine Gehirn- oder Gehirnhaut-Entzündung aus. Ein Fünftel von ihnen stirbt und ein Viertel behält schwere Gehirnschäden zurück. Einer von 10.000 Morbilli-Patienten erkrankt an generalisierter Gehirn-Entzündung (SSPE, subakute sklerosierende Panenzephalitis). Sie tritt frühestens zehn Jahre nach der Masern-Infektion auf und führt in 95 Prozent der Fälle zum Tod.

Unterschiedliche Virenstämme

Es sind 23 Genotypen oder Virenstämme bekannt. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) benennt acht Subtypen von A bis H. Von diesen gibt es insgesamt 23 Genotypen.

Masern-Behandlung

Eine spezielle Maserntherapie gibt es nicht. Lediglich die Begleit-Erscheinungen wie Fieber oder Halsschmerzen sind behandelbar.

Meldepflicht

Masern sind seit 2001 in Deutschland meldepflichtig.

Die Zahl der Masern-Fälle schwankt

In Deutschland waren es 2012 165 gemeldete Fälle. Ein Jahr später steckten sich offiziell 1.769 Menschen an.

Nicht nur Kinder bekommen Masern

Obwohl als „Kinderkrankheit“ bekannt, erkranken auch Erwachsene ohne Impfung. Weitere Fakten zu Masern zeigen, dass 95 Prozent der nicht geimpften Menschen, die mit Masern-Viren in Kontakt kommen, erkranken. 2013 waren knapp 40 Prozent der Patienten älter als 20 Jahre.

Postexpositionsprophylaxe hilft

Wer ohne Impfschutz mit Masern in Kontakt kommt, verhindert in vielen Fällen den Ausbruch durch eine Impfung innerhalb von drei Tagen. Dies gilt für Kleinkinder ab neun Monaten ohne Impfung oder Menschen mit unklarem Impfstatus.

Die Generation ab 1970 braucht eine Impfung

Vor 35 Jahren gab es einen nicht sehr wirksamen Impfstoff und nur eine Impfung. Ab 1975 geborene Menschen, die heute älter als 18 Jahre sind, brauchen eine zweite Immunisierung.

Hohe Impfquote in Deutschland

Mehr als 95 Prozent der Schulanfänger in Deutschland haben die erste Impfung, mehr als 90 Prozent die zweite. Ein optimaler Schutz besteht, wenn beide bis Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen, die erste zwischen dem elften und vierzehnten Lebensmonat. Die Masern-Fakten für Ältere belegen: Deutlich niedrigere Impfquoten gibt es bei Erwachsenen.

Keine Ausrottung der Masern Krankheit bis 2015

Der Plan der WHO, Masern bis 2015 auszurotten, ist misslungen. Hauptgrund sind zu wenige ausreichend geimpfte Erwachsene.

Kein 100-prozentiger Schutz gegen Masernvirus

Nach der ersten Impfung liegt der Schutz bei 90 Prozent, nach der zweiten bei 99 Prozent. Einer von 100 Geimpften erkrankt an Masern. Die Fakten belegen: Nicht immunisierte Menschen bekommen die Krankheit zu 90 Prozent, wenn sie mit den Erregern in Kontakt kommen.

Nicht-Geimpfte erkranken häufiger

Laut des Robert-Koch-Instituts waren 85 Prozent der Masernkranken im Jahr 2013 nicht geimpft. Ähnliche Fakten zu einem Masern-Ausbruch in Kalifornien veröffentlichte die US-Seuchenbehörde CDC Ende 2014.

Die Impfung löst keine Masern aus

Bei zwei von 100 Geimpften kommt es zu „Impfmasern“. Hier treten Masern-Symptome abgeschwächt auf. Sie sind nicht ansteckend. Bei fünf bis 15 Prozent schwellen die Lymphknoten an, verbunden mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen. Bei jedem Zwanzigsten rötet sich die Einstichstelle für einige Tage.

Die niedrigsten Impfraten in Deutschland

In den Landkreisen Garmisch, Rosenheim, Bad Tölz und Passau ließen zwischen 2008 und 2010 weniger als 40 Prozent der Eltern ihre Kinder zweimal gegen Masern impfen. Damit bilden sie deutschlandweit die Schlusslichter.

Wer nicht gegen Masern impft, handelt verantwortungslos

Bei ansteckenden Krankheiten tragen Eltern neben der Verantwortung für ihre eigenen Kinder die für fremde. Diese laufen Gefahr, sich anzustecken. Die Fakten bei Masern zeigen: Mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen der Krankheit sind schlimmer als eventuelle Auswirkungen der Impfung.

 

 Masern sind keine Kinderkrankheit

Obwohl Masern meistens bei Kindern vorkommen, ist der Masernvirus auch für Erwachsene gefährlich und kommt auch bei Menschen im Alter von 16 bis ins hohe Alter vor, und zwar dann wenn die Betroffenen noch nicht mit dem Masernvirus in Kontakt gekommen waren. Besondern bei Erwachsenen verursachen Masern oft schwere Krankheitsverläufe und Komplikarionen wie Lungeninfektionen und Hirnentzündungen.

Masern bei Kindern Symptome:

Masern beginnen bei Kindern meist mit allgemeinen Symptomen und Entzündungen:

  • Fieber
  • Husten und Erkältunsgsymptome
  • Entzündungen der Bindehaut und des Nasen-Rachen-Raum

im weiteren Verlauf zeigen sich Masern typische Symptome:

  • kleinere weiße Flecken im Mundraum (Koplik-Flecken)
  • weitere Fieberschübe
  • nach ca. 4 Tagen ausbreitender Ausschlag, dieser beginnt meist hinter den Ohren
  • Ausschlag breitet sich über den ganzen Körper aus
  • beim Rückgang des Ausschlages tritt schuppige Haut auf

Diagnose der Infektion

Masern muss eindeutig vom Facharzt oder Hausarzt diagnostiziert werden um eine Verwechslung mit anderen Infektionskrankheiten wie Scharlach, Röteln oder Windpocken auszuschließen. Der Arzt erkennt Masern an den typischen Koplik-Flecken, eine sichere Diagnose kann durch eine Laboruntersuchung des Blut gestellt werden.

Masern Behandlung

Eine erfolgreiche Behandlung der Masern Infektion muss mit absoluter Bettruhe einhergehen. Viel Flüssigkeit und Ruhe helfen dem Immunsystem die Infektion zu bekämpfen. Zusätzlich werden fiebersenkende Medikamente verabreicht. Ein Medikament gegen das Virus gibt es nicht, somit können nur die Symptome behandelt werden. Nach einer einmal durchgemachten Masern Erkrankung ist der Betroffene lebenslang immun gegen das Masern-Virus.

Masern heilen meist ohne Komlikationen in wenigen Wochen von alleine aus, es kann aber bei Menschen mit geschwächtem Gesundheitszustand oder bei älteren Menschen zu anderen Infektionen kommen. Dabei treten Entzündungen an den Lungen oder Bronchien auf. Sehr selten kann es im weiteren Verlauf nach den Masern zu einer Hirnentzündung kommen.

Die Masernimpfung bei Kindern

Im Allgemeinen ist die Masern-Erkrankung weit zurückgegangen. Die Hälfte aller heute noch auftretenden Fälle ereignet sich bei jungen Erwachsenen und älteren Menschen. In Deutschland treten Masern nicht so häufig wie Scharlach oder Röteln auf, dies liegt auch an den flächendeckenden Impfungen die bei Kleinkinern ab dem 12. Monat durchgeführt werden.

Die Impfung erfolgt mit einem Lebendimpfstoff der in Kpmbination mit der Mumps- Röteln-Impfung durchgeführt wird und einen sicheren Schutz bzw. Immunität gegen Masern garantiert. Seit 2010 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) deshalb allen Erwachsenen, die nur einmal oder gar nicht gegen Masern geimpft wurden, sich entsprechend gegen den Erreger impfen zu lassen.

Eine Impfung gegen Masern wird vor allem auch Personen empfohlen, die in Gemeinschaftseinrichtungen (zum Beispiel Kindergarten, Kinderheim usw.), im Gesundheitsdienst sowie im Bereich der Betreuung von immunschwachen Menschen arbeiten.

Wenn eine Impfung vorgenommen wird, sollte diese vorwiegend als Kombinationsimpfstoff verabreicht werden – die sogenannte MMR (Masern, Mumps, Röteln). Denn auch bei Röteln und Mumps gibt es nicht selten Impflücken.

Kinder erhalten anders als die Erwachsenen immer eine Zwei-Phasen-Impfung. Die erste Impfung ist die bereits erwähnte Kombi-Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln. Diese wird zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat verabreicht. Einige Wochen später wird häufig ein weiteres Mal gegen Masern geimpft. Anderenfalls erhalten die Kinder im zweiten Lebensjahr eine weitere Kombi-Impfung (zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat). Dabei handelt es sich dann nicht um eine „Auffrischungsimpfung“ gegen Masern. Vielmehr soll diese Impfgabe den Impfschutz komplettieren und absichern. Jugendliche und ältere Kinder, die einen unvollständigen Impfschutz haben, sollten die beschriebenen Impfungen schnellstmöglich nachholen.

Nebenwirkungen der Masern-Impfung

Die Impfung gegen Masern ist recht gut verträglich. An der Einstichstelle ist häufig eine Schwellung oder Rötung zu erkennen, weil die körpereigene Abwehr durch die Impfgabe angeregt wird. Auch können in den ersten Tagen allgemeine Symptome wie Kopfschmerzen, allgemeine Mattigkeit, Frösteln, Magen-Darm-Beschwerden oder leichtes Fieber auftreten. Derartige Reaktionen sind jedoch nicht ungewöhnlich und klingen nach wenigen Tagen wieder ab.

Eine Impfgabe enthält lebende, abgeschwächte Masern-Viren. Bei einigen Personen können deshalb nach einiger Zeit „Impf-Masern“ auftreten, die jedoch nicht ansteckend sind. Die geimpfte Person weist dann einen leichten masernähnlichen Hautausschlag sowie Fieber auf. Damit verbunden können die Gelenke schmerzen sowie die Hoden oder die Ohrspeicheldrüse anschwellen. Jugendliche und Erwachsene leiden vereinzelt unter länger anhaltenden Gelenkentzündungen. Schwere Nebenwirkungen treten nur selten auf. Dazu gehören allergische Reaktionen oder eine vorübergehende Verringerung der Blutplättchen.

 

Impfmüdigkeit verursacht Anstieg von Masern-Infektionen in Europa

Noch vor wenigen Jahren plante die Weltgesundheitsorganisation die Masern in Europa bis ins Jahr 2010 vollständig auszurotten. Inzwischen verfolgt die WHO jedoch ein neues Ziel: Bis ins Jahr 2015 sollen die Masern-Infektionen in Europa nun der Vergangenheit angehören. Nur eine Masern Impfung senkt das Risiko

Bereits die zweimalige Impfung reicht aus, um lebenslang gegen das Virus geschützt zu sein. Dennoch entscheiden sich viele Menschen aus Angst gegen diese Impfung. Zu Unrecht, denn der Impfstoff wurde bereits millionenfach eingesetzt, ist langjährig erprobt und Nebenwirkungen können größtenteils ausgeschlossen werden. Betrachtet man die Folgen, die durch eine Erkrankung entstehen können, dann sollte die Entscheidung eigentlich feststehen. Dennoch sind wir noch weit davon entfernt, das Virus vollständig auszurotten. Denn um dieses Ziel zu erreichen, müssten 95 Prozent der Menschen geimpft sein.

 

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
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