Infektion der oberen Atemwege

Ursachen und Therapie bei Infektionen der oberen Atemwege

 Infektionen der oberen Atemwege sind die häufigste Erkrankung des Menschen weltweit. Als Auslöser gelten in der Hauptsache Viren und Bakterien, seltener sind Pilze, Staub, Rauch und Emissionen die Ursache. Die Mehrzahl der Infektionen verläuft harmlos, ohne Therapie kommt es aber in wenigen Fällen zu schweren Folge-Erkrankungen.

Abtasten bei Geräuschen an der Lunge - Urheber: luckyraccoon / 123RF.com
Abtasten bei Geräuschen an der Lunge – Urheber: luckyraccoon / 123RF.com

Funktionen der oberen Atemwege

Mediziner unterscheiden zwischen Infektionen der oberen Atemwege und denen der unteren. Zu den Oberen gehören der Mund und die Nasenhöhle sowie die Nasen-Nebenhöhlen und der Rachen. Zu den unteren Atemwegen zählen der Kehlkopf, die Luftröhre und die Lunge mit den Bronchien. Beim Apparatus respiratorius handelt es sich um ein offenes Atmungs-System, in das Krankheits-Erreger und Fremdpartikel wie Staub oder Emissionen leicht eindringen.

In der Regel ist der Körper in der Lage, sich eigenständig gegen die Eindringlinge zu wehren. Das Immunsystem tötet Keime wie Viren, Bakterien und Pilze ab. Durch das Abhusten oder Abschlucken von Schleim befördert der Körper die Erreger nach außen. Die die oberen Atemwege auskleidenden Schleimhäute filtern kleinste Teilchen aus der Atemluft. Über Flimmerhärchen gelangen sie aus dem Organismus heraus.

 

Viren und Bakterien lösen Infektionen aus

Häufigste Ursache für Infektionen der oberen Atemwege sind Viren und Bakterien, die ein geschwächtes Immunsystem überwinden. Folgende Infektionen sind möglich:

  • Erkältung oder grippaler Infekt,
  • Entzündung der Nasen-Nebenhöhlen,
  • Schnupfen,
  • Mandel-
  • und Rachen-Entzündung.

Parainfluenza-Viren, Coronaviren und Rhinoviren lösen die typischen Erkältungs-Symptome aus. Dazu gehört Schnupfen, eine behinderte Atmung, Kopfschmerzen, Mattigkeit und eine Erhöhung der Körpertemperatur. Entzündete Nasen-Nebenhöhlen gehen mit Druckschmerzen an der Stirn und den Wangen, Kopfschmerzen, Fieber und eitrigem Ausfluss aus der Nase einher. Auslöser sind in der Regel Bakterien.

Für Schnupfen sind Rhinoviren verantwortlich. Mandel-Entzündungen, fachsprachlich Tonsillitis, löst das Bakterium Streptococcus pyogenes aus. Anzeichen für eine Inflammation der Tonsillen sind rote, angeschwollene und mit eitrigem Belag versehene Mandeln, geschwollene Lymphknoten, Schluck-Beschwerden, Fieber und Kopfschmerzen. Eine Rachen-Entzündung verläuft ähnlich mit Hals- und Schluckschmerzen. Eine Kombination aus Viren und Bakterien führt zu genannten Symptomen.

Akute Infektionen der oberen Atemwege verlaufen in der Regel ohne Komplikationen und heilen in einer Spanne von vier bis zehn Tagen von selbst aus. Gelegentlich kommt es zu chronischen Verläufen, die lebenslange medizinische Behandlung erfordern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass die Erreger sich ausbreiten und zu gefährlichen Infektionen der unteren Atemwege führen, wie Bronchitis oder Lungen-Entzündung.

In diesem Fall handelt es sich um eine Infektion mit Pneumokokken. Im chronischen Verlauf treten Asthma, ein Lungen-Emphysem oder eine chronisch obstruktive Bronchitis auf. Diese chronischen Erkrankungen sind nicht heilbar. Unangenehme Folge einer nicht behandelten oberen Atemwegs-Infektion ist eine schmerzhafte Mittelohr-Entzündung.

 

Prophylaxe und Therapie sind bei Atemwegs-Infektionen wichtig

Es gibt mehrere Möglichkeiten zum Vorbeugen von Atemwegs-Infektionen. Neben dem Impfen gegen Grippeviren oder Pneumokokken spielt eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Spuren-Elementen eine Rolle. Sport stärkt das Immunsystem und gründliches Waschen der Hände verhindert Infektionen mit Viren und Bakterien. Das Vermeiden von Stress, Rauchen und übermäßigem Alkohol-Genuss trägt sein Übriges dazu bei. Allergien und kleinere Infekte in jedem Fall zu behandeln, ist ebenfalls ratsam.

Bei der Therapie von Infektionen der oberen Atemwege gibt es die nicht medikamentöse und die medikamentöse Variante. Bei unkompliziertem Verlauf und geöffneten oberen Atemwegen reicht das Inhalieren mit Dampf, das Behandeln mit Wärme und Wickel für Hals, Brust und Nacken aus. Patienten unterstützen die Linderung der Symptome mit warmen Getränken, Bettruhe und gesunder Ernährung. Bei dieser Therapie-Form bekämpfen Mediziner lediglich die Symptome der Infektion. Das Immunsystem sorgt für das Eliminieren der Erreger.

In der medikamentösen Therapie kommen Nasenspray, fiebersenkende Schmerzmittel, Hustenstiller und bronchien-erweiternde Medikamente zum Abmildern der Symptome zum Einsatz. Die Ursachen-Behandlung erfolgt mit Antibiotika, dessen Aufgabe im Abtöten der Bakterien liegt. Gegen Viren als Erreger gibt es keine erfolgreiche Therapie. Hier gilt es, das Immunsystem zu unterstützen und Sekundär-Infektionen mit Bakterien zu vermeiden.

 

Medikamente helfen dem Körper, Atemwegs-Infektionen zu bekämpfen

Obere Atemwegs-Infektionen kommen in der kalten Jahreszeit häufig vor. Viren und Bakterien greifen das durch die Kälte geschwächte Immunsystem an. Ist der Körper nicht mehr in der Lage, diese eigenständig zu bekämpfen, schaffen Medikamente und alternative Behandlungs-Methoden Linderung. Behandeln Patienten ihre Erkrankung nicht, kommt es zu chronischen Verläufen oder sich auf die unteren Atemwege ausbreitende Folge-Infektionen.

 

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weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
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