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HELLP Syndrom Spätfolgen für Mutter & Kind

Folgen & Symptome des HELLP Syndrom

Beim HELLP Syndrom haben wir es mit einer schwerwiegenden Erkrankung in der Schwangerschaft zu tun. Die Buchstaben HELLP stehen stellvertretend für eine ganze Kette wichtiger Befunde, die im Zusammenhang mit diesem lebensgefährlichen Syndrom auftreten. Von 300 Schwangeren sind ein bis zwei von diesem Phänomen betroffen. Wir stellen die wichtigsten Anzeichen und den Verlauf in der Übersicht zusammen.

HELLP Syndrom Spätfolgen

HELLP Syndrom Spätfolgen Urheber: mackoflower / 123RF

HELLP Syndrom rechtzeitig erkennen & handeln

Als eine Variante der Präeklampsie wurde 1982 das HELLP zum ersten Mal als ein sehr kompliziertes Syndrom besprochen. Das sind die häufigsten Symptomen:

  • Bluthochdruck,
  • Funktionsstörungen der Leber,
  • Schmerzen im rechten Oberbauch,
  • Eiweiß im Harn,
  • Kopfschmerzen und Sehstörungen,
  • akutes Nierenversagen,
  • Hirnblutungen,
  • Durchfall, Erbrechen und Übelkeit.

 

Eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Symptome, die auf dieses Syndrom verweisen und einen ersten Hinweis auf seine akute Gefahr geben.

Was sind die Ursachen vom HELLP Syndrom?

Bis zum heutigen Tage konnte man den Ursachen noch nicht auf den Grund gehen. Ärzte und Forscher vermuten eine Schädigung der Blutgefäße auf der Innenseite der Plazenta, die zu einer Blutgerinnung führen. Infolgedessen reduziert sich die Anzahl der Thrombozyten und veranlasst eine Ablagerung des überzähligen Fibrins, was die Leber massiv schädigt. In der Universität in Magdeburg konnte man nachweisen, dass gerade der Aktivierung der Thrombozyten eine der wichtigsten Bedeutungen in diesem Zusammenhang zukommt. So verursachen diese die Reaktionen in der Plazenta. Das schädigt nicht nur den Embryo, sondern auch die Nieren einer Schwangeren.

 

Das HELLP Syndrom und seine versteckten Gefahren

Insbesondere der Verlauf und die Dynamik in der Entwicklung des Syndroms sind für Ärzte nur sehr schwer abzuschätzen. In den meisten Fällen veranlassen die Fachärzte einen sofortigen Kaiserschnitt. Die Schwangeren werden intensivmedizinisch betreut, in seltenen Fällen sind die Werte der Betroffenen sogar bis auf 20.000 pro Mikroliter herabgesunken und haben zu einem akuten Zustand geführt.

 

Bei einem eher langsamen Verlauf der Krankheit setzt man auf eine Therapie und den gezielten Einsatz von Medikamenten – wobei dies als Sonderfall beschrieben wird. Oftmals ist vielmehr von einem unvorhergesehenen Verlauf und einer ebenso unberechenbaren Dynamik auszugehen, so dass eine Leberruptur schlimmestenfalls das Leben kosten kann. Nach der 34. Schwangerschaftswoche leitet man sofort die Entbindung ein und veranlasst unweigerlich Untersuchungen im Labor. Oftmals wird dieses Syndrom mit einer Präeklampsie in Verbindung gebracht.

Wir haben es mit einer Erkrankung zu tun, die erst im letzten Schwangerschaftsdrittel auftritt und zu den schwersten Schwangerschaftserkrankungen gehört. So ist bei einem voll ausgebildeten HELLP Syndrom das Leben von Mutter und Kind in Gefahr.

 

Hier eine Auflösung der einzelnen Buchstaben:

 

H – Blutzerfall (Hämolysis)

EL – erhöhte Leberwerte (Elevated Liver Enzyms)

LP – verminderte Blutgerinnung (Low Platelet Count)

 

Das sind die häufigsten Warnzeichen für HELPP Syndrom?

In den meisten Fällen kann dieses Syndrom in wenigen Stunden einen akuten Zustand annehmen. Zu den wichtigsten Alarmsignalen gehören die heftigen Schmerzen direkt im Oberbauch sowie Wassereinlagerungen im Gesicht und in den Extremitäten. Einige Betroffene klagen auch über Sehstörungen. Darüber hinaus stellen die Ärzte eine Gelbfärbung der Haut der Mutter fest ebenso wie Durchfall und Erbrechen, Übelkeit und Hautjucken.

Einige Frauen klagen auch über Schmerzen in der Nierengegend und im gesamten Rückenbereich. Einige viel harmlosere Ursachen und Symptome treten eigentlich schon im früheren Stadium auf, wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Eiweiß im Stuhl.

 

Bei einem voll ausgebildeten HELPP Syndrom haben wir es mit einem akuten Notzustand zu tun. Die Ärzte verabreichen der betroffenen Mutter krampflösende und blutdrucksenkende Medikamente. Bei einem partiellen Syndrom haben wir es mit einem langsamen Krankheitsverlauf zu tun, der insbesondere von unreifen Babys verursacht wird. Die erste ersetzen das Blutplasma der werdenden Mutter durch eine Substitutionslösung oder Frischplasma, um dem weiteren Krankenverlauf entgegenzuwirken.

Leider können wir bis zum heutigen Tage nicht von einer deutlichen Risikogruppe ausgehen. Einzig und allein bei den Müttern mit einem vorhergehenden Nierenleiden oder stetigem Bluthochdruck sowie Neigungen zu Thrombosen auf dieses Syndrom zu achten ist.

 

Fazit

 

Eines steht fest, beobachtet ihr eine der folgenden Symptome, gehört die Betroffene sofort in notärztliche Behandlung. Das HELLP Syndrom stellt einen lebensbedrohlichen Zustand für Mutter und Kind dar, der sofort mit den richtigen Medikamenten behandelt werden muss. Außerdem wird in den meisten Fällen ein sofortiger Kaiserschnitt eingeleitet. Die Ärzte behandeln ihre Patientinnen intensiv medizinisch und verabreichen krampflösende Medikamente.

Bis zum heutigen Tage können keine wirklichen Ursachen für dieses Syndrom gefunden werden. In Sekunden kommt es zu einem starken Abfall der Thrombozyten, was unweigerlich auf diesen Zustand verweist. Statistisch gesehen tritt dieses Syndrom bei maximal 0,85 % der Schwangeren auf, gehört aber zu einer der schwerwiegenden, gefährlichen Erkrankungen im dritten Schwangerschaftsdrittel. Die Sterblichkeit liegt bei diesem Syndrom bei 10-40 % und bezieht sich auf die Mütter und ihre Kinder.

 

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