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Glutenintoleranz – Symptome, Diagnose und Behandlung

Unverträglichkeit von Gluten und Weizen

Bei der Glutenintoleranz handelt es sich um eine Funktionsstörung, die nicht durch eine Allergie verursacht wird. Dabei reagiert der Mensch mit einer Unverträglichkeit auf Gluten. Unter Gluten wird ein Klebereiweiß verstanden, welches sich vorwiegend in Getreidekörnern, wie zum Beispiel Dinkel, Gerste, Grünkern, Roggen und Weizen befindet. Aus diesem Grunde müssen Personen, die unter einer Glutenintoleranz leiden, eine Diät einhalten und auf den Konsum bestimmter Nahrungsmittel verzichten. Erfolgt bei einer vorliegenden Glutenunverträglichkeit keine Behandlung, kann es zu einer Schädigung der Schleimhaut des Dünndarms kommen.

 

Getreidekörner

Unverträglichkeit von Gluten – mariuszszczygiel / 123RF.com

 

 

Symptome einer Glutenintoleranz

Worin die Ursachen einer Überempfindlichkeit auf Gluten begründet liegen, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei diesem Phänomen in der Hauptsache um genetisch bedingte Veränderungen handelt. Ferner sollen allerdings auch verschiedene Umweltfaktoren, wie zum Beispiel die Ernährung als Ursachen hierfür in Frage kommen.

Die Symptome der Glutenintoleranz haben Ähnlichkeit mit der Zöliakie. Allerdings tritt eine Unverträglichkeit von Gluten nicht bereits im Kindesalter auf, diese kann sich unter Umständen auch zu einem späteren Zeitpunkt entwickeln. Halten Sie eine strenge Gluten und Weizen freie Diät ein, so besteht die Chance einer Zurückbildung der Glutenintoleranz binnen eines Zeitraumes von ein bis zwei Jahren. Da die Glutenunverträglichkeit bei den betroffenen Personen eine starke Überreaktion seitens des Immunsystems auslöst, wird von einer Autoimmunerkrankung gesprochen. Als Symptome der Glutenintoleranz treten auf:

  • Auftretende Müdigkeit
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Blähungen
  • Depressionen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Hautekzeme
  • Kopfschmerzen
  • Probleme mit der Konzentration
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Verwirrtheit

Ferner ist mit einem verringerten oder auch enorm erhöhten Appetit und einem Nachlassen der Sexualfunktion zu rechnen. Darüber hinaus können Schmerzen und ein Mangel von Kalk in den Knochen auftreten, was schließlich zur Osteoporose führt. Die Reduktion von Körpergewicht, Erkrankungen der Nieren und Entzündungen im Bereich der Magenschleimhaut sind weitere Symptome einer Glutenintoleranz.

Bei Kindern zeigen sich des Öfteren Störungen im Wachstum und verstärkt auftretende Symptome als bei erwachsenen Personen. Nicht selten treten als Reaktion auf die Unverträglichkeit von Gluten Probleme mit der schulischen Leistungsfähigkeit und Verzögerungen in Sachen beginnender Pubertät auf. Außerdem konnten Zusammenhänge zwischen einer Glutenintoleranz mit weiteren Erkrankungen erkannt werden. So tritt die Unverträglichkeit beispielsweise in Verbindung mit

  • Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
  • Diabetes Typ 1
  • Down-Syndrom
  • Mukoviszidose

auf. Dabei ist der Verlauf der Erkrankung bei jeder betroffenen Person ein anderer. Manche Patienten, die unter einer Glutenintoleranz leiden, zeigen jedoch auch keine der genannten Symptome.

Gluten ist vorwiegend – außer in unterschiedlichen Getreidearten – auch in Brot, Müsli und Nudeln enthalten. Aber auch Nahrungsmittel wie Pommes frites, Fruchtjoghurts, Wurst und Schokolade beinhalten Gluten und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

 

Diagnostik der Glutenintoleranz

Die Diagnostik der Unverträglichkeit von Gluten wird mithilfe des Ausschlussverfahrens durchgeführt. Nachdem sämtliche Nahrungsmittelallergien ausgeschlossen werden konnten, wird eine strenge Gluten und Weizen freie Diät angeordnet. Sofern nach einigen Tagen eine wesentliche Besserung der Symptome eintritt, wird im Allgemeinen von einer Glutenintoleranz ausgegangen.

Um ganz sicher zu gehen, können Sie bei Ihrem Arzt auch einen Belastungstest mithilfe von Lebensmitteln machen, welche hohe Mengen an Gluten beinhalten.

 

Die Behandlung bei Glutenintoleranz

Bislang ist nur eine Aussicht auf Behandlung bekannt. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von Nahrung ohne Gluten oder Weizen. Grundsätzlich kann von einer Verbesserung der Glutenintoleranz Symptome ausgegangen werden. Eine strikte Einhaltung der Diät ist hierbei nicht erforderlich. Dies bedeutet im Klartext, dass nach dem Pausieren des Verzehrs von glutenhaltigen Produkten wieder Spuren von Weizen oder Gluten zu sich genommen werden können. Geringere Mengen werden von Personen mit einer Unverträglichkeit gegen Gluten nach dieser Auszeit in den meisten Fällen gut vertragen.

Erfolgt keine Behandlung der Glutenintoleranz, muss mit einer Schädigung der Schleimhaut des Dünndarms gerechnet werden. Eine derartige Schädigung hat zur Folge, dass in der Nahrung vorhandene Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmbar sind. Daraus ergeben sich die oben genannten Symptome.

 

Zusammenfassung und Prognose – Glutenintoleranz

Unter einer Glutenintoleranz wird im Allgemeinen eine nichtallergische Reaktion des menschlichen Organismus gegen Gluten und Weizen verstanden. Fachleute gehen von einer genetischen Veränderung aus. Sind Sie von einer Glutenunverträglichkeit betroffen, dann kann eine Behandlung derselben mithilfe einer glutenfreien Ernährung recht erfolgreich sein. Für gewöhnlich haben Sie sehr gute Chancen, nach einer strikten Einhaltung einer entsprechenden Diät für einen bestimmten Zeitraum wieder geringe Mengen Gluten verzehren zu können. In einigen Fällen jedoch müssen Sie damit rechnen, Ihr gesamtes Leben lang auf Nahrungsmittel zu verzichten, in denen Weizen und Gluten enthalten sind.

 

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