Zwangsgedanken loswerden, aber wie?

Zwanghafte Gedankenkreisläufe erfolgreich durchbrechen?

Zwänge und Zwangsgedanken haben für Betroffenen eine wichtige Funktion. Menschen mit Zwangsgedanken haben nicht die Kraft, Ihre eigenen Gedanken zu kontrollieren und setzen dafür Rituale ein, die Sie unterstützen. Einige versuchen für einen schlechten Gedanken einfach gute Gedanken einzusetzen und entscheiden sich unterbewusst für scheinbar unsinnige Rituale. Zwangsgedanken gehen leider nicht von allein weg, sie werden immer schlimmer. Sie wollen Ihre Zwangsgedanken loswerden, aber wie?

Wer leidet unter Zwangsgedanken?

Leider sind nur sehr wenige Psychotherapeuten in Deutschland in der Lage, Menschen mit Zwängen zu helfen und diese auch folgerichtig zu diagnostizieren. Die Betroffenen berichten davon, dass sie immer wieder von bestimmten Gedanken, Vorstellungen und bestimmten Impulsen geplagt sind. Je deutlicher sich dieser Gedanke manifestiert, desto intensiver werden das eigene Unbehagen und die Angst. Tatsächlich sind aufdringliche Gedanken etwas ganz Normales, die bei jedem Menschen im einmal Leben auftreten. Es ist die Art und Weise, wie Sie mit diesen Zwängen und Zwangsgedanken umgehen. Wie lassen sich Zwangsgedanken eigentlich definieren? Ganz einfach: Sie beinhalten das eigentliche Gegenteil, was Ihr Leben lebenswert macht. Diese Gedanken bewegen sich gegen Ihre eigenen Gedanken, gegen den Strom und bringen Sie aus der Fassung.

Unterdrückung von Zwangsgedanken und die Konsequenzen

Tatsächlich ist es unmöglich, diese Zwangsgedanken zu unterdrücken. Jeder Betroffene, der versucht hat, böse Gedanken, die ihm Angst machen, herunter zu drücken, wird mitbekommen, dass diese noch viel häufiger auftreten. Scheinbar können Sie dann nicht mehr bewusst, an etwas bestimmt Positives denken. In der Folge spielt Ihr Gehirn Ihnen einen Streich und konzentriert sich bzw. fokussiert sich immer wieder auf diese Gedanken, die Sie eigentlich bewusst unterdrücken und verdrängen möchten.

Distanz zu Zwangsgedanken waren

Eine Hilfe in der Behandlung von Zwangsgedanken ist die Distanz, die Sie zu ihnen einnehmen. Identifizieren Sie einen Gedanken, der Ihnen Angst macht. Dieser Gedanke ist kein Anzeichen dafür, dass Sie selbst gefährdet sind oder dass eine reale Gefahr für Sie besteht. Im Prinzip müssen Sie dann auch nichts dagegen unternehmen, wenn Sie den Gedanken klar identifiziert und ausgesprochen haben. Erklären Sie die Zwangsgedanken als fiktiven Zustand. Mit der Angst, Sie haben sich zum Beispiel mit Aids infiziert, sollten Sie darauf zurückkommen, dass es sich hier schlussendlich nur um einen Gedanken handelt. Die Realität sieht anders aus. Einigen gelingt es dabei, die Zwangsgedanken als bloße Vorstellung und Fantasie und nicht als Realität wahrzunehmen. Lassen Sie die Zwangsgedanken gewähren. Dieser Zustand des Gewähren-lassens können wir zum Beispiel mit der Verkehrszählung vergleichen. Tatsächlich lassen Sie die Gedanken wie Autos an sich vorbeiziehen und zählen über den Tag hinweg das jeweilige Aufkommen. Wie oft am Tag haben Sie an Ihre Ängste gedacht?

 

Lassen Sie die Gedanken nun vorbeiziehen

Können Sie über die ersten Selbsthilfemaßnahmen keinerlei Erfolge erzielen und leiden folgerichtig unter Zwangsgedanken? Dann sollten Sie sofort professionelle Unterstützung suchen. Gerade die kognitive, therapeutische Unterstützung ist hier genau der richtige Ansatzpunkt. Gemeinsam mit einem Therapeuten arbeiten Sie an Ihren Ängsten und Zwangsgedanken und entwickeln Lösungsansätze und Strategien, um mit ihnen besser umgehen zu können. Lassen Sie die Zwangsgedanken unbehandelt und steigern sich in die entsprechenden Situationen und Ängste hinein, können sich diese bis hin zu Zwängen manifestieren, die sich auf die gesamte Stimmungslage auswirken. In diesem Zusammenhang verweisen wir beispielsweise auf Waschzwänge, Hygienezwänge oder Kontrollzwänge.

 

Mit diesen Methoden Zwangsgedanken loswerden

Im Prinzip lassen sich Zwangsgedanken mit einem Ohrwurm vergleichen, denn sie treten immer wieder auf und belasten unseren psychosomatischen Zustand. Diese Gedanken können je nach Grad und Intensität variieren und treten unwiderruflich in wechselnden Zeitintervallen auf. Die Ursachen für Zwangsgedanken sind vielschichtig und liegen zumeist in der Vergangenheit oder in der Persönlichkeit der Betroffenen. In vielen Fällen sind Zwangsgedanken in Verbindung mit Angststörungen und Depressionen zu sehen. Selbstzweifel und Unbehagen sowie starke Ängste sind eine logische Folge von Zwangsgedanken, die man einfach nicht mehr loswerden kann. Für viele Betroffene endet dies in einer Negativspirale, aus der Sie nicht mehr allein herauskommen.

 

Folgende Ansatzpunkte eignen sich zur Behandlung von Zwangsgedanken:

  • progressive Muskelentspannung,
  • affirmative Gedanken,
  • Ablenkung,
  • Sport und
  • Endkatastrophenübungen.

Gerade bei der Endkatastrophenübung handelt es sich um ein konsequentes Verfolgen der Zwangsgedanken und um ein Abwägen, mit welchen Risiken diese eigentlich verbunden sind. Was würde auf einen Zwangsgedanken eigentlich folgen? Einige Betroffene erfahren in diesem Zusammenhang dann, dass die eigentliche Problematik gleich gar nicht so schlimm ist. Man sollte mit dieser Methode sehr vorsichtig vorgehen, da sich dies nicht für alle Themenbereiche eignet. Gerade bei der Angst vor schwerwiegenden Krankheiten und Infektionen sollten Sie eine andere Methode im Betracht ziehen.

 

weiterführende Information

Zwangsgedanken

http://www.zwangsstoerung.ch/sh-zwg.htm

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen: 5,00 Punkte, von möglichen 5)