Wer bezahlt die Alkoholtherapie, Entwöhnungsbehandlungen und Entgiftungen:

Kostenübernahme für Sucht-Rehabilitation: Entgiftung und Alkoholtherapie

Laut Aussage offizieller Studien sterben alkoholabhängige Menschen um ein Vielfaches eher, als Menschen, die kein Alkoholproblem haben. So ist einer effektiven und anhaltenden Alkoholtherapie oberste Wichtigkeit beizumessen. Mittlerweile lässt sich der vollständige Verzicht auf Alkohol von den weniger drastischen Alkoholtherapien unterscheiden. Wir gehen in diesem Beitrag der Frage nach: „Wer bezahlt die Alkoholtherapie?“

Therapie Gespräch
Phsychologische Betreuung nach Suchttherapie Urheber: 123RF

Der erfolgreiche Weg aus der Alkoholabhängigkeit

Laut Aussage des Spiegels sind in Deutschland mittlerweile eine halbe Million Menschen alkoholabhängig. Die Dunkelziffer dürfte vergleichsweise höher ausfallen. Obwohl anerkannte Lübecker und Greifswalder Wissenschaftler in einer Studie über lange Zeit herausgefunden haben, dass die Anzahl der Alkoholabhängigen stetig sinkt. Leider begeben sich viele Betroffene erst dann in eine Therapie, wenn der Alkohol und die damit verbundenen Gifte im Körper unwiderrufliche Schädigungen hervorgerufen haben.

Hilfreiche Links zur Kostenübernahme und Ablauf bei Alkoholtherapien, Sucht-Rehabilitation, Entwöhnungsbehandlungen und Entgiftungen:

www.deutsche-rentenversicherung.de

www.suchthilfe.de/therapie/

 

Innovativ: die neuen Therapieformen

Mittlerweile sorgt in Deutschland eine völlig neue Alkoholtherapie für Aufsehen, die bereits in anderen Ländern anerkannt ist. Es ist vom so genannten kontrollierten Trinken die Rede. Die Therapeuten versprechen sich davon, Alkoholabhängige auf diese Weise früher ansprechen zu können und einer weit reichenden Organschädigung entgegenzuwirken. Der teilweise Verzicht auf Alkohol ist auf den Psychologen Joachim Körkel zurückzuführen, der diese Methode Ende der Neunzigerjahre nach Deutschland gebracht hat. Diese Form der Alkoholtherapie hat tatsächlich vergleichbare Ergebnisse erreicht, wie die strikte Abstinenz. Therapeuten versprechen sich von dieser Form der Therapie eine neue Lebenseinstellung der Betroffenen.

Gerade alkoholkranke Menschen können sich von Beginn an nicht vorstellen, sofort vollständig auf Alkohol zu verzichten. Oftmals suchen Alkoholiker die professionelle Hilfe dann viel zu spät auf. Hat sich eine Sucht noch nicht manifestiert, kann diese alternative Methode in logischer Konsequenz erfolgsversprechend sein. Je früher Betroffene mit einer Alkoholtherapie starten, desto höher sind die Erfolgsmöglichkeiten. Mittlerweile bezuschussen schon einige Krankenkassen die unterschiedlichen Therapieansätze.

Kosten für die Beratung und die Entwöhnungs-Therapie bei Alkohol

Ein erster Termin einer psychosozialen Beratung ist für jeden kostenlos. Es sind die Kommunen und die Länder, die zumeist diese Beratungsstellen finanzieren. Bewegen wir uns nun in Richtung der Finanzierung der Alkoholtherapie, treffen wir auf einen äußerst komplexen Themenbereich. So macht es einen drastischen Unterschied, welche Therapieverfahren Sie in Anspruch nehmen, um diese auch von der Krankenkasse bezuschussten zu lassen.

Folgende Therapien übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen derzeit:

  • tiefenpsychologisch fundierte Therapie,
  • Psychoanalyse und

Kostenübernahme und Finanzierung der Krankenkassen

Liegt eine Abhängigkeit im Hinblick auf Alkohol, Medikamente und Drogen vor, handelt es sich um medizinische Rehabilitationsleistungen. Für diese Form der Leistungen kommen in den meisten Fällen sogar die Rentenversicherungen auf. Erst wenn die Rentenversicherung ihre Zuständigkeit nicht erklärt, geht der Blick zur Krankenkasse oder zu einem der Sozialhilfeträger. Die Bezuschussung von Alkoholtherapien unterliegt einem immerwährenden sozialen Wandel. So sind die einzelnen Reglementierungen nicht immer auf den ersten Blick zu verstehen. Wir raten Ihnen dazu, die Beratungsangebote der gesetzlichen Krankenkasse in Anspruch zu nehmen, um sich konkrete Informationen zu Ihrem persönlichen Fall einzuholen.

Im allgemeinen gilt:

  • Kostenübernahme stationäre Erst-Entgiftungen im Krankenhaus oder Klinik erfolgt durch die Krankenkassen
  • Kostenübernahme von ambulanten oder stationären Entwöhnungstherapien, Suchttherapien, Alkoholtherapien erfolgt in den meisten Fällen durch die Rentenversicherung

 

Die erste Beratung und das persönliche Gespräch

In diesem Zusammenhang lassen sich Beratungen online und Telefonberatungen der bundesweiten Sucht und Drogenhilfe unterscheiden. Gerade Betroffene, die sich nicht im Stande fühlen, ihren Alkoholkonsum im Griff zu behalten, sollten sich unverzüglich professionelle Hilfe suchen. Die psychosozialen Beratungsstellen arbeiten mit den richtigen und geschulten Mitarbeitern, die jedem Alkoholabhängigen weiterhelfen können. Darüber hinaus lassen sich weiterführende Themenkreise und Beratungsstellen unterscheiden, die auf einen bestimmten Personenkreis abgestimmt sind, wie zum Beispiel

  • die Jugendberatung,
  • die Frauenberatung,
  • die Mädchenberatung und
  • die Drogenberatung.

Bevorzugen Sie die klassische Form der persönlichen Beratung vor Ort, sollten Sie die für Sie zuständige Beratungsstelle in der Liste der Drogenberatungsstellen von Deutschland aufsuchen. Hier finden Sie die passenden Berater direkt in Ihrer Nähe. Vor dem ersten Beratungsgespräch müssen Sie keinerlei Bedenken oder Ängste haben. Es geht vornehmlich um Ihre persönliche Situation und Ihre Probleme, die mit dem Berater besprochen werden. Dies ist genau die richtige Stelle, alle Fragen, die Sie im Kopf haben, zu stellen und beantworten zu lassen.

Gemeinsam mit dem Berater oder der Beraterin findet ein Alkoholabhängiger Lösungsansätze, die für seinen individuellen Fall infrage kommen. In diesem Zusammenhang können Selbsthilfegruppen und Therapien empfohlen werden und es erfolgt eine Weiterleitung hin zur Krankenkasse und zu einer möglichen Finanzierung.

 

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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