Was hilft bei Gürtelrose?

Bei der Gürtelrose, auch unter dem Namen Herpes Zoster bekannt, handelt es sich um eine Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren. Die Erreger gelangen durch eine Tröpfcheninfektion in den Organismus und lösen zunächst die Windpocken aus. Danach verbleiben sie im Körper und aktivieren sich bei einer Schwäche der körpereigenen Abwehrkräfte. Die Patienten spüren ein unspezifisches Missempfinden auf der Haut, wo später der charakteristische Ausschlag entsteht. Bereits im Frühstadium lohnt es sich, herauszufinden, was bei Gürtelrose hilft.

Was hilft bei Gürtelrose und wie funktioniert es?

Der Herpes Zoster geht mit einem juckenden Ausschlag, der aus aneinandergereihten Bläschen besteht, einher. Vorrangig das unangenehme Kribbeln und die Nervenschmerzen – auch Neuralgien genannt – belasten die Patienten. Benutzen sie Thermosalbe, profitieren sie von einer Übersensibilisierung der Nerven, sodass keine Weiterleitung der unangenehmen Reize erfolgt.

Das hilft gegen Gürtelrose? – Fünf Tipps

  • Thermosalbe: beschleunigt den Verlauf von Herpes Zoster
  • Kohlwickel: wirken antiseptisch und antibakteriell
  • ätherische Öle: helfen bei Gürtelrose
  • Chilischoten: blockieren Weiterleitung der Schmerzen
  • Milch: beruhigt die Haut und wirkt kühlend

 

Des Weiteren helfen Kohlwickel gegen die charakteristischen Herpes-Zoster-Bläschen, da das Gemüse entzündungshemmende Inhaltsstoffe enthält. Vorrangig lohnt es sich, mehrere Blätter Weißkohl gründlich zu waschen und auf das betroffene Dermatom zu legen. Mit einer Mullbinde befestigst Du sie und lässt sie mehrere Stunden auf der Haut. Bereits nach der ersten Anwendung bemerkst Du eine deutliche Reduktion der Schmerzen.

Zu den unkomplizierten Mitteln, die bei Gürtelrose helfen, zählen die ätherischen Öle. Vermengst Du Lavendelöl mit Wasser, erhältst Du eine Tinktur, die Du problemlos auf die juckenden Hautstellen aufträgst. Aufgrund der enthaltenen Flavonoide besitzt die Flüssigkeit eine antiseptische Wirkung, ebenso wie:

  • Ringelblumenextrakt,
  • Arnikasalbe,
  • Kampfercreme
  • und Weihrauch-Öl.

 

Eine schnelle Hilfe gegen den Herpes Zoster stellt zudem scharfes Essen dar. Verspeist Du Lebensmittel, die Capsaicin, den Wirkstoff der Chilischote beinhalten, kommt es zu einer Verringerung der Nervenschmerzen. Der Grund besteht darin, dass die Substanz die Weiterleitung von Reizen in den Nervenzellen stoppt, sodass die Symptome der Neuralgie verblassen.

Ebenso besteht die Möglichkeit, die Herpes-Zoster-Pusteln mit kalter Milch zu betupfen, um der Haut Feuchtigkeit zu verleihen. Zusätzlich enthält die Flüssigkeit Wirkstoffe, die für eine schnelle Wundheilung sorgen. Die Betroffenen tauchen ein sauberes Tuch in die Milch und legen es sanft für mehrere Minuten auf die Bläschen.

Weiterführende Maßnahmen, die gegen Gürtelrose helfen

Die Gürtelrose stellt aus medizinischer Sicht keine Infektion, sondern lediglich eine Reaktivierung bereits vorhandener Erreger dar. Die Varizella-Zoster-Viren lagern sich nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung in den Ganglien des peripheren Nervensystems an, wobei sie eine latente Infektion auslösen. Die gesunde Immunabwehr hält die Viren problemlos in Schach und verhindert das Ausbrechen des Herpes Zoster. Kommt es jedoch zu einer Schwäche des Immunsystems, „erwachen“ die Erreger und wandern an den Nervensträngen entlang.

Sobald sie die Epidermis erreichen, lösen sie den charakteristischen Ausschlag, bei dem Bläschen und eine intensive Rötung auftreten, aus. Durch die Bewegung in den Nerven unterliegen diese einer permanenten Reizung, die zu den Nervenschmerzen führt. Abhängig von der Ausprägung der Neuralgie spüren die Patienten ein dumpfes Kribbeln oder eine stechende Pein, die in sporadischen Abständen aufflammt.

Welche Symptome weisen auf den Herpes Zoster hin?

Die Gürtelrose unterteilt sich in zwei Krankheitsphasen. Während des Anfangsstadiums, der Prodromalphase, bemerken die Betroffenen ein allgemeines Krankheitsgefühl. Weitere Anzeichen bestehen in einer unerklärbaren Müdigkeit sowie eine örtliche begrenzte Empfindungsstörung der Haut.

Ein bestimmtes Dermatom, das sich häufig am Rücken befindet, unterliegt einem Taubheitsgefühl, unterbrochen von einem leichten Juckreiz. Ebenso erkennst Du eine rötliche Verfärbung der obersten Hautschicht. Die typischen Bläschen sowie Fieber und Gliederschmerzen erscheinen erst im späteren Verlauf der Krankheit. Die Ärzte sprechen von der Akutphase.

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten der Gürtelrose

Die Therapie des Herpes Zoster funktioniert, sofern bei den Patienten noch keine Bläschenbildung einsetzt. Sobald die Pickelchen auftauchen, gilt eine medikamentöse Behandlung als sinnlos. Im Prodromalstadium besteht die Möglichkeit, antivirale Medikamente einzunehmen. Da eine Vernichtung der Varizella-Zoster-Erreger nicht im Bereich des Möglichen liegt, steht die Linderung der Symptome im Vordergrund.

 

Quellen und Literatur

 

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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