Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion äußern sich unterschiedlich. Nur durch einen Labortest sind die Symptome eindeutig als Äußerungen einer Schilddrüsenunterfunktion zu identifizieren. Sie treten auf, wenn die Schilddrüse aus einem bestimmten Grund keine Schilddrüsenhormone bildet. Die Schilddrüsenhormone Thyroxin oder Tetrajodthyronin sowie Trijodthyronin sind involviert in verschiedenen Stoffwechselprozessen des Körpers.Ihr Fehlen macht sich daher auch an unterschiedlichen Stellen des menschlichen Körpers bemerkbar.

Ist eine Schilddrüsenunterfunktion angeboren, liegt die Ursache für die Erkrankung in einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Dazu zählt auch, dass das Kind nicht fähig ist, das lebensnotwendige Spurenelement Jod zu verwerten.

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Sonografie der Schilddrüse Sonography of thyroid gland
Sonografie der Schilddrüse
Sonography of thyroid gland

Die Schilddrüse braucht Jod, um daraus die Schilddrüsenhormone zu produzieren. Typische Symptome bei einer Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen sind:

  1. –        Bewegungsarmut und Trägheit,
  2. –        Trinkfaulheit,
  3. –        überdurchschnittlich viel Schlaf,
  4. –        Verstopfung,
  5. –        langsamere Herzfrequenz,
  6. –        andauernde Neugeborenengelbsucht,
  7. –        große, sichtbare Zunge,
  8. –        bleibendes Neugeborenenkopfhaar,
  9. –        teigige Haut,
  10. –        tiefe Nasenwurzel und ballonförmige Stirn.

Im Normalfall erfolgt die Untersuchung aller Neugeborenen auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Im Zuge der sogenannten Neugeborenenscreenings entnimmt der Arzt am dritten oder fünften Lebenstag aus der Ferse Blut und testet es auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Bleibt die Erkrankung jedoch unerkannt, kommt es zu erheblicher geistiger und körperlicher Unterentwicklung. Kinder weisen folgende Symptome für eine Schilddrüsenfunktion, die unentdeckt geblieben ist, auf:

  • –        Kleinwüchsigkeit mit einem gedrungenen Körper,
  • –        Störung des Sprachvermögens,
  • –        Verzögerung der Pubertät,
  • –        verminderte Intelligenz,
  • –        Störung des Hörvermögens,
  • –        selten auch Kretinismus.

Symptome bei einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion verursacht der Verlust oder die Zerstörung des Schilddrüsengewebes die Erkrankung. Dieser Prozess verdankt sie entweder einer Entzündung beispielsweise durch eine Autoimmunerkrankung, einer Operation an der Schilddrüse, einer Bestrahlung der Schilddrüse oder auch einer Therapie durch Radiojod.

Geht keine Autoimmunerkrankung voraus, lag häufig eine Überfunktion vor, die medikamentös oder chirurgisch zu behandeln war. Chronischer Jodmangel, wie er in manchen Regionen Deutschlands vorkommt, ist in seltenen Fällen ebenfalls eine Ursache für die Unterfunktion der Schilddrüse.

Die Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter sind:

  • –        hohes Schlafbedürfnis und ständige Müdigkeit,
  • –        Konzentrations- und Gedächtnisbeeinträchtigungen,
  • –        Lustlosigkeit,
  • –        Appetitlosigkeit,
  • –        Empfindlichkeit gegenüber Kälte,
  • –        Verstopfung,
  • –       Gewichtszunahme,
  • –       gelbliche, trockene und kühle Haut,
  • –       strohiges Haar und brüchige Nägel,
  • –       langsamere Herzfrequenz,
  • –        verlangsamte Reflexe,
  • –        Muskelschwäche,
  • –        Heiserkeit und häufiges Räuspern,
  • –        verwaschene Sprache,
  • –        Unregelmäßigkeit der Monatsblutungen bei Frauen,
  • –        Minderungen der Libido und Potenz bei Männern,
  • –        eventuell ein Kropf.

Verlässliche Diagnose nur durch Bluttest

Aufgrund ihrer Uneindeutigkeit besonders in hohem Alter sind die Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion selten als solche auszumachen. Gewissheit gibt nur ein Labortest, in dem der Arzt den TSH-Wert überprüfen lässt.

Bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion ist der TSH-Wert zu hoch, die Schilddrüsenhormone befinden sich jedoch in einem Normalbereich. Das TSH ist ein Hormon, das die Hirnanhangsdrüse produziert, um die Schilddrüse zu stimulieren, damit sie die Schilddrüsenhormone herstellt. Eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion macht sich durch die niedrige Konzentration des Schilddrüsenhormons Thyroxin im Blut bemerkbar, wobei der TSH auch zu hoch ist. Die Laborergebnisse zeigen, dass trotz der stimulierenden Hormone nicht entsprechend viele Schilddrüsenhormone im Blut zu finden sind. Dies sind eindeutige Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion.

Bei einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion

Ein weiteres der Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Einlagerung im Unterhautfettgewebe. Das führt dazu, dass die Haut aufgedunsen wirkt. Der medizinische Begriff für dieses Phänomen lautet Myxödem. Deutlich zeigt sich dieses Symptom um die Augen herum und auf dem Handrücken. Stimmbänder und Zunge sind meist auch betroffen, was sich darin äußert, dass die Stimme rau und die Sprache verwaschen klingt. In seltenen Fällen und falls keine Behandlung der Myxödeme erfolgt, kommt es zu einem Myxödemkoma. Zusätzlich zu einer Schilddrüsenunterfunktion liegt hier die Ursache in einer zusätzlichen Schwächung durch eine Infektion oder Operation. Das Myxödemkoma äußert sich in den Symptomen:

  1. –        Schwäche,
  2. –        niedriger Blutdruck,
  3. –        zu niedrige Körpertemperatur,
  4. –        Reglosigkeit,
  5. –        verlangsamte und oberflächliche Atmung.

Eine intensivmedizinische Behandlung ist in einem solchen Fall erforderlich.

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist heutzutage einfach zu behandeln. Jedoch ist die Zugabe der fehlenden Hormone Thyroxin und Trijodthyronin meist lebenslang notwendig. Dazu setzen Mediziner den Wirkstoff Levothyroxin ein, der die Bildung von Trijodthyronin im Blut bewirkt. Ob die Einnahme der Medikamente Wirkung zeigt, ist durch regelmäßige Blutlabortests zu bestätigen. Bei einer richtigen Einstellung der Medikamente kommt es zu keinen negativen Auswirkungen der Unterfunktion auf den betroffenen Patienten. Er bleibt genauso leistungsfähig wie ein normal gesunder Mensch. Bei einer extremen Kropfbildung, also Vergrößerung der Schilddrüse aufgrund des Krankheitsbildes ist unter Umständen eine Teilentfernung zu empfehlen.

Dabei belassen Ärzte meist einen Teil der Schilddrüse, damit sie weiter Hormone bildet. Mit der Einnahme von Jod vermeidet der Patient nach der Operation eine erneute Kropfbildung.