Phytotherapie bei Krebs

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Naturheilkunde bei Krebserkrankungen

Die Kombination von Chemotherapie und Phytotherapie wird von chinesischen Forschern nach einer systematischen Übersicht über 18 Studien und insgesamt 1056 Patienten als signifikant für die Verlängerung der Überlebenszeit von Patienten angesehen. Darüber hinaus bemessen die Forscher eine erhöhte Chance auf Zurückbildung eines Tumors, wenn Patienten neben der Chemotherapie auf pflanzliche Arzneimittel zurückgreifen.

Die Chancen steigen angeblich im Vergleich zu konventionellen Therapien. Jedoch sind diese statistischen Ergebnisse mit höchster Vorsicht zu genießen, denn es wurden unterschiedliche Krebsarten und pflanzliche Therapien in einen Topf geworfen. Darüber hinaus sah man die Qualität der einzelnen Studien als umstritten an. Wir nähern uns dieser Thematik aus einer anderen Perspektive und werfen einen Blick auf die Phytotherapie bei Krebs.

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Wirkstoffe von Heilpflanzen Urheber: poselenov / 123RF

Bioaktive Substanzen

Heilpflanzen, Gemüse und Obst gelten als wertvolle Lieferanten für bioaktive Substanzen, deren Wirkung bei bestimmten Krebserkrankungen bereits intensiv untersucht wurde. Darüber hinaus haben vereinzelte Studien in den letzten Jahren herausgefunden, dass die Menschen, die besonders viel Obst und Gemüse zu sich nehmen, seltener an Tumoren im Bereich des Rachens, der Lunge, dem Mund, dem Darm und der Bauchspeicheldrüse erkranken. Als Vergleichswert wurden die Menschen herangezogen, die vergleichsweise wenig Pflanzen zu sich nahmen. Die eigentliche, hoffnungsvollen Wirkung kommt den pflanzlichen Substanzen zu, die ein breites Spektrum von Wirkungsmechanismen mitbringen.

 

Wirksame Pflanzenstoffe gegen Krebs

Vitamin C und E sagt man nach, dass sie als Antioxidation die schadhaften freien Radikale entschärfen. Darüber hinaus lagern sich Polyphenole und Carotinoide direkt im Zellkern ab und schützen diesen vor krebserregenden Substanzen. Im Allgemeinen sagt man Pflanzenstoffen nach, sie seien gerade im Naturverbund am wirkungsvollsten. So ist es empfehlenswert, wechselnde Obst- und Gemüsesorten zu sich zu nehmen, um von dem Gesamtkomplex der Inhaltsstoffe zu profitieren. Darüber hinaus ist der Verzehr von frischen Produkten den von Vitamin- und Mineralpräparaten vorzuziehen.

 

Wirksame Pflanzenextrakte bei Krebs

Eine Studie des deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg hat 2008 interessante Ergebnisse veröffentlicht. Mann hat sich mit der traditionellen chinesischen Medizin und den Heilpflanzen auseinandergesetzt, die seit Jahrhunderten zur Krebsbekämpfung eingesetzt werden. In diesen Heilpflanzen konnten tumorhemmende Substanzen gefunden werden. In der Forschungsreihe wurden die Inhaltsstoffe aus 76 Medizinpflanzen getestet. Allein 18 der Pflanzenextrakte waren in der Lage, eine Krebszelle in einer Kulturschale zu hemmen. Ein Beispiel aus dieser Reihe ist Rotwurzel-Salbei. Diese Heilpflanze enthält allein drei unterschiedliche Inhaltsstoffe, mit einer effektiven Anti-Tumorwirkung.

  • Aus diesem Grund werden schon heute zahlreiche Substanzen der traditionellen Volksmedizin direkt in der Chemotherapie verwendet. Fachärzte setzen zum Beispiel Taxane aus der Eibe bei Brustkrebs und Prostatakrebs ein.
  • Madagaskar-Immergrün: Diese Pflanze ist den Hundsgiftgewächsen zuzuordnen. Ihren Ursprung fand die Heilpflanze als Kräutertee und ist heute Bestandteil von bewährten Krebsmedikamenten.
  • Vincristin und Vinblastin sollen das Tumorwachstum verhindern. Effektiv hemmen diese Stoffe die Zellteilung und DANN-Synthese. Sie finden u.a. bei Brustkrebs und Leukämie Verwendung.

–       Mistel: Eine der klassischen Heilpflanzen ist die Mistel. Es ist von der jeweiligen Tumorlokation abhängig, welche Wirtspflanzen der Mistel verwendet werden. Eiche, Kiefer oder Tanne kommen infrage. Die Mistel stimuliert nicht nur das Immunsystem, sondern hemmt die Verbreitung von Krebszellen.

–       Katzenkralle: Die Inhaltsstoffe der Wurzelrinde dieser Pflanze werden vor allen Dingen bei Lungenkrebs verwendet. Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Substanzen dieser Heilpflanze Giftstoffe unschädlich machen. Überdies soll die Katzenkralle auch die Wirkung von Umweltgiften herabsetzen.

–       Rotwurzel-Salbei: Diese Heilpflanze soll sogar das Wachstum äußerst aggressiver Tumorzellen hemmen. Man sagt den enthaltenen drei Substanzen enorme Antitumorwirkung zu.

–       Obst und Gemüse: Frisches Obst und Gemüse beinhaltet sekundäre Pflanzenstoffe, die im Allgemeinen vor Krankheitserregern schützen. Zum heutigen Zeitpunkt geht die Wissenschaft davon aus, das Obst und Gemüse das Krebsrisiko in Abhängigkeit von der jeweiligen Tumorart um die Hälfte reduzieren kann. Entscheiden Sie sich für eine überwiegend pflanzliche Ernährung, wirken Sie Magenkrebs und Dickdarmkrebs entgegen. Auch das Risiko von Blasenkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Speiseröhrenkrebs sinkt um 20 %.

Gerade die Thematik der Phytotherapie bei Krebs ist eines der Forschungsgebiete, in dem nahezu monatlich neue Studien auf den Markt kommen. Seit vielen Jahrhunderten werden Heilpflanzen in der traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt, um dem Wachstum von Tumorzellen entgegenzuwirken. Madagaskar Immergrün, die Mistel und die Katzenkralle sowie Rotwurzel Salbei sind Heilpflanzen, deren Inhaltsstoffe bereits in wissenschaftlichen Studien effektive Wirkungen erbracht haben.

 

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