Globuli und Naturheilmittel gegen Lippenherpes

Lippenherpes – eine Krankheit an aller Munde

Lippenherpes (in der medizinischen Fachsprache Herpes labialis genannt) ist eine Infektion mit Herpes Simplex Viren, die im Bereich der Lippen auftritt. In 9 von 10 Fällen ist der Herpes Simplex Virus Typ 1 (HSV-1) verantwortlich. Es handelt sich hierbei um die am häufigsten auftretende Herpes-Form, da 40% der Bevölkerung mindestens einmal von ihr betroffen waren. Bei der Hälfte der Erkrankten zeigt sich ein eine starke Tendenz zu einem wiederholten Aufflammen des Herpes (Rezidivpotential).

Naturheilmittel bei Lippenherpes
Homöopathie gegen Lippenherpes Urheber: loganban / 123RF

Ursachen und Risikofaktoren

Ein akuter Herpes labialis entsteht durch eine Reaktivierung des Virus, der nach einer häufig unbemerkten Erstinfektion lebenslang im Körper verbleibt (Persistenz). Die erste Infektion erfolgt meist im Kindesalter durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen), Schmierinfektion oder durch direkten Hautkontakt mit den Herpes-Bläschen, wie etwa beim Küssen. Der Virus gelangt von der Haut über die Nervenfasern in die Nervenzellen oder Ganglien, in denen er sich verkapselt. Warum Herpes bei vielen Menschen erneut ausbricht, ist nicht eindeutig geklärt. Als wichtige Risikofaktoren für eine solche Reaktivierung gelten jedoch fieberhafte Erkrankungen (Herpes febrilis) oder andere Infektionen, die monatliche Regelblutung bei Frauen (Herpes menstrualis) sowie verstärkter körperlicher und geistiger Stress (Ekel, Schreck, Überanstrengung). Auch starke Sonneneinstrahlung (Herpes solaris) oder eine Schwäche des Immunsystems, z.B. bei Neugeborenen oder HIV-Patienten erhöhen das Risiko eines erneuten Aufflammens des Herpes.

An welchen Symptomen können Sie einen Befall mit Lippenherpes erkennen?

Bei einem erneuten Befall wandern die Herpes Viren von den Nervenzellen wieder zurück in Richtung Haut. Da die Mundpartie besonders reichhaltig an sensorischen Nervenverbindungen ist, findet Herpes labialis besonders in diesem Bereich seinen erneuten Ausdruck. In einigen Fällen spüren die Betroffenen zuerst ein leichtes Brennen, Kribbeln oder ein Spannungsgefühl. In dieser frühen Phase sind Behandlungsversuche am erfolgreichsten. Die daraufhin auftretenden Lippenbläschen als Hauptsymptom kommen jedoch teilweise völlig ohne Vorwarnung über Nacht und finden sich besonders an den Lippen, den Mundwinkeln oder dem Umfeld des Mundes bis zu Nase. Die Bläschen füllen sich mit einer klaren Flüssigkeit und platzen nach einigen Tagen auf. Von diesem Moment an bis zum Verschorfen und Abheilen der Wunde ist eine hohe Infektionsgefahr gegeben. (http://www.apotheken-umschau.de/Lippenherpes) Auch ein leichtes Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit kann vorkommen.

Welche Komplikationen sind möglich bei Herpes labialis?

Durch Kratzen an den juckenden Hautpartien kann eine sogenannte Superinfektion entstehen, bei der sich Bakterien in den Wunden ausbreiten und die in manchen Fällen mit hohem Fieber einhergehen kann. Es ist auch möglich, dass die Herpesbläschen zu größeren Geschwüren (Ulzerationen) werden, die tiefere Gewebeschichten befallen und ebenso eine ernste Komplikation darstellen. Bei der „Mundfäule“ (Gingivostomatitis herpetica) handelt es sich um einen Befall der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, die meist im Kindesalter auftritt. Im Falle von Vorerkrankungen wie Neurodermitis kann es sein, dass sich die Bläschen über einen großen Teil der Hautoberfläche ausbreiten. Eine weitere, lebensbedrohliche Komplikation ist die Gehirnentzündung (Enzephalitits herpetica).

Wie kann Lippenherpes natürlich behandelt werden?

Schulmedizinisch wird meist lokal in Form von Salben oder Gels mit virushemmenden Stoffen (Virostatika) wie Aciclovir oder ähnlichen Mitteln gearbeitet, außerdem kann der Hautstoffwechsel etwa durch Zinksulfat unterstützt werden. Bei schweren Verläufen oder häufigen Reinfektionen kommt auch die innerliche (systemische) Therapie mit Virostatika in Betracht, die aber mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden sein kann. Herpes labialis ist nicht vollständig heilbar, es lassen sich jedoch Neuinfektionen durch konsequente hygienische Maßnahmen verringern. Erneute Ausbrüche können reduziert werden im Rahmen einen allgemeinen Immunstärkung, ausgewogener Ernährung (z.B. viel Vitamin C und E, wenig Zucker und L-Arginin-haltige Nahrungsmittel) sowie gesunder Lebensführung.

 

Welche homöopathischen Medikamente können gegen Herpes labialis eingesetzt werden?

Homöopathische Medikamente richten sich neben den offensichtlichen, körperlichen Beschwerden vor allem nach dem Gemütszustand der Betroffenen. Die empfohlene Dosierung für den Hausgebrauch ist jeweils 5 mal 3 Globuli täglich in der Potenz D12.

Rhus toxicodendron kann hilfreich sein, wenn die Lippenbläschen gelblich sind, stark nässen und mit starkem Juckreiz einhergehen. Die betroffene Person ist tendenziell zurückhaltend, legt Wert auf klare Strukturen und kann während der akuten Krankheitsphase deutlich verkrampft, unruhig oder depressiv sein.

Natrium chloratum ist möglicherweise angezeigt, wenn die Bläschen ringförmig gruppiert sind. Die Erkrankte ist unter Umständen sehr introvertiert und leidet während des Herpesausbruches unter deutlicher Trauer und Einsamkeit.

Sulfur kann helfen bei stark juckenden, aber eher trockenen Herpesbläschen, die eventuell infolge von unterdrückten Hautausschlägen auftreten. Die Betroffenen sind sehr kreativ oder an wesentlichen Fragen des Lebens interessiert, aber zu chaotisch, um dies im Leben umzusetzen.

An Phosphor wäre zu denken, wenn die eher trockenen Bläschen sehr schmerzhaft sind und eine normalerweise offene, kommunikative Person sich in einem nervlich überreizten Zustand mit starker Erschöpfung befindet.

Mit Sepia können Sie eine Behandlung versuchen, wenn die Bläschen krustig und von starken Schmerzen und intensivem Jucken begleitet sind. Häufig ist der Kranke perfektionistisch geprägt, überempfindlich und gereizt.

Lycopodium kann angezeigt sein, wenn die Bläschen vor allem in den Mundwinkeln vorkommen und mit Heißhunger und Schlafstörungen einhergehen. Die Betroffenen leiden häufig unter niedrigem Selbstbewußtsein und wirken nach außen hin überheblich.

Welche anderen Heilmittel gegen Herpes labialis finden sich in der Naturheilkunde?

Die Eigenblutbehandlung ist eine wichtige naturheilkundliche Methode, um die Abwehrkräfte zu stärken, indem das Immunsystem zu einer Reaktion provoziert und damit trainiert wird. Die therapeutische Anwendung einer Eigenblutbehandlung sollten Sie in der Regel Ihrem Arzt oder Heilpraktiker überlassen.

Eine bedeutsame Heilpflanze bei Lippenherpes ist die Zitronenmelisse (Melissa officinalis). Die antiviralen Eigenschaften der Melisse kommen sowohl bei wässriger Lösung (= Tee) als auch bei der Verwendung als Salbe (z.B. Lomaherpan®) zur Geltung. Ähnlich wirksam sind Studien zufolge Auszüge aus anderen Lippenblütlern wie Salbei, Thymian, Rosmarin, Braunelle oder Pfefferminze. Auch weitere ätherische Öle wie Teebaumöl, Kamillenöl oder Zimtöl können äußerlich eingesetzt werden, Sie sollten jedoch wegen ihrer stark reizenden Wirkung bei der Anwendung Vorsicht walten lassen.

Den Sonnenhut (Echinacea purpurea) können Sie ebenfalls äußerlich gegen Lippenherpes einsetzen. Innerlich ist er ein starkes Anregungsmittel für das Immunsystem.

 

Zusammenfassung Lippenherpes

Herpes labialis ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die nicht vollständig geheilt werden kann. Die Behandlung konzentriert sich deshalb auf antivirale Pflanzen oder Präparate, Homöopathika, aber auch die Stärkung des Immunsystems: Bereits einfache Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, warm-kalte Wechselduschen, heiße Fußbäder oder Ordnungstherapie (Stressreduktion im Alltag) können die Ausbrüche von Lippenherpes deutlich reduzieren.

Redaktion: Heilpraktiker Zwiesele

Quellen:

http://www.altmedrev.com/publications/11/2/93.pdf

https://books.google.de/books?id=ryhiCgAAQBAJ&pg=PT2&dq=herpes+labialis&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=herpes%20labialis&f=false

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

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Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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