Homöopathie und Naturheilmittel gegen Kopfschmerzen

Natürliche Mittel gegen Kopfschmerzen

Was sind Kopfschmerzen? Der medizinische Fachausdruck für Kopfschmerz ist Cephalgie (von griech. cephalos = Kopf und algia = Schmerz). Es bezeichnet eine Schmerzwahrnehmung aufgrund der Reizung empfindlicher Strukturen im Bereich des Kopfes wie Schädeldecke, Hirnhäute, Blutgefäße, Nerven (das Gehirngewebe an sich besitzt keine Schmerzrezeptoren). Über die Hälfte der Bevölkerung leiden in Deutschland mindestens einmal pro Jahr unter Kopfschmerzen, bei 5% ist es sogar einmal täglich.

 

Welche möglichen Ursachen gibt es für Kopfschmerzen?

Teilweise lässt sich den Kopfschmerzen keine konkrete Ursache zuordnen (primärer Kopfschmerz). Darüber hinaus sind sie meistens Ausdruck zahlreicher verschiedener Grunderkrankungen (sekundärer Kopfschmerz):

  • Orthopädisch: z.B. Verspannungen bzw. ungesunde Verformungen der (Hals-)Wirbelsäule wie HWS-Syndrom, Schleudertrauma oder auch Zahnprobleme können Kopfschmerzen verursachen.
  • HNO/Sinnesorgane: Infekte der oberen Atemwege, besonders Nebenhöhlen-, Ohrenentzündungen oder Erkältungen, aber auch Sehstörungen gehen mit Kopfschmerzen einher.
  • Organisch/Stoffwechselbedingt: Kopfschmerzen können z.B. ein Hinweis auf Bluthochdruck (Hypertonie) sowie verschiedene hormonelle und Stoffwechsel-Störungen wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.
  • Infektionen können direkt (Entzündung und Schmerzen im Bereich des zentralen Nervensystems) oder indirekt (giftige Stoffwechselprodukte der Erreger) Kopfschmerzen auslösen.
  • Kopfschmerzen können auch Anzeichen für ernste neurologische Erkrankungen von Epilepsie über Hirntumoren, Schlaganfälle, Hirnhautentzündungen bis hin zu Folgen von Schädel-Hirn-Traumata sein.
  • Stressbedingte Auslöser von Kopfschmerzen sind z.B. psychische Überforderungen, Schlafmangel, Allergien oder Klimawechsel.
  • Andere Belastungen (Noxen) sind z.B. Alkohol, Medikamente, ungesunde Nahrungsmittel, Lärm, giftige Substanzen in unserer Umgebung.

Welches sind die beiden häufigsten Formen von Kopfschmerzen?

Spannungskopfschmerz ist mit ca. 50% der Fälle die meistens diagnostizierte Form. Es handelt sich meistens um einen drückend-ziehenden Schmerz von leichter bis mittlerer Intensität im Bereich des gesamten Kopfes. Sie können von 30 Minuten bis 7 Tagen andauern. Auslöser sind meist Verspannungen der Hals- oder Kiefermuskulatur, aber auch Stress, seelische Leiden oder eine belastende Lebenssituation können dazu führen. Die chronische Form (cSK = mindestens 15 Krankheitstage an 6 aufeinander folgenden Monaten) gilt als schwere Erkrankung. Behandelt wird zuerst oft mit Schmerzmittelkombinationen, aber langfristig finden auch Entspannungstechniken, Ausdauersport oder Stressbewältigungsstrategien Anwendung.

Unter Migräne leiden ca. 10% der Bevölkerung, sie lässt sich in ihrem Erscheinungsbild meist klar vom Spannungskopfschmerz abgrenzen: der Schmerz ist extrem intensiv und pulsierend. Sie tritt wiederholt, anfallsartig und meist einseitig auf. Es kommt zu intensiven Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. In 20% der Fälle kommt es vor den Kopfschmerzen zu einer „Aura“: Störungen des Sehens, Hörens, Riechens, der Sprache oder des Tastsinnes sowie mögliche neurologische Ausfallerscheinungen. Als Behandlung kommen ebenso wie bei Spannungskopfschmerzen verschiedene Schmerzmittel (nicht-steroidale Antirheumatika wie ASS, Paracetamol oder Ibuprofen) sowie Medikamente zum Einsatz, die auf den Nervenstoffwechsel wirken und die Gefäße verengen (Triptane). Ähnlich wie bei Schmerzmitteln gibt es – besonders bei langfristiger Anwendung – immer wieder Nebenwirkungen, so dass eine Veränderung der Lebensführung mit einbezogen werden muss. (http://www.migraeneliga.de/)

 

Worauf sollte bei Kopfschmerzen geachtet werden?

Da je nach zugrunde liegender Ursache eine ernsthaftere Erkrankung den Kopfschmerzen zugrunde liegen kann, sollte beim Vorliegen starker, wiederkehrender, lang andauernder oder mit sonstigen auffälligen Beschwerden einhergehender Kopfschmerzen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Diagnostisch stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: nach einer Befragung des Patienten über Art, Dauer, Intensität und Begleiterscheinungen der Schmerzen können bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT), Röntgen oder Ultraschall Aufschluss über das Geschehen innerhalb des Kopfes geben, während z.B. eine Nervenwasseruntersuchung Hinweise auf eine Infektion liefern kann.

Wenn die Ursachen diagnostisch abgeklärt worden sind, kann begleitend eine naturheilkundliche Therapie durchgeführt werden.

 

Welche homöopathischen Mittel können bei Kopfschmerzen helfen?

Belladonna kann hilfreich sein bei hämmerndem, meist rechtsseitigem Kopfschmerz. Begleitend treten meist ein hochrotes, erhitztes Gesicht, gerötete Augen und ein brennendes Gefühl auf der Haut auf.

Bryonia wird eingesetzt bei plötzlich einsetzenden, migräneartigen Kopfschmerzen, die von der Stirn über den Hinterkopf bis in die Schultern ausstrahlen können. Die Betroffenen brauchen viel Ruhe, bereits die kleinsten Bewegungen verschlimmern die Schmerzen.

Wenn die Schmerzen vom Nacken ausgehen sowie mit Taubheitsgefühlen und Sehstörungen einhergehen, kann man an Gelsemium denken. Die Betroffenen sind oft kraftlos, frieren und zittern.

Bei Kopfschmerzen durch geistiges Arbeiten und das Gefühl von Überforderung im Beruf oder Schule kann Kalium phosphoricum sinnvoll sein. Die Personen schwitzen oft stark, haben Schwindelgefühle und sind vergesslich.

Nux vomica kann angezeigt sein bei Spannungskopfschmerzen mit Nackenbeschwerden, besonders wenn Übelkeit und Erbrechen eine deutliche Rolle spielen. Eine permanente Überforderung und eine ungesunde Lebensweise sind häufige Begleiterscheinungen.

Die homöopathischen Mittel werden in den Potenzen D6 bis D12 gegeben, es empfehlen sich 5 Globuli dreimal täglich bzw. in sehr akuten Zuständen alle halbe Stunde, bis die Symptome nachlassen.

Welche Naturheilmittel können gegen Kopfschmerzen eingesetzt werden?

Bei Kopfschmerzen aufgrund von orthopädischen Problemen (z.B. Fehlhaltungen) können manuelle Therapien wie etwa die Osteopathie hilfreich sein.

Akupunktur durch einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker kann eine Entlastung herbeiführen.

Der Einsatz von Schröpfen oder Blutegeln im Nacken-Schulterbereich ist vor allem bei Spannungskopfschmerz eine interessante Alternative aufgrund der Entkrampfung und besseren Durchblutung im Nackenbereich sowie der Blutdrucksenkung.

Die Weidenrinde besitzt in milderer Form dieselben Eigenschaften wie das aus ihrem Hautwirkstoff (Acetylsalicylsäure) entwickelte Aspirin: Schmerzstillung, Durchblutungsförderung, Entzündungshemmung.

Pfefferminzöl hat, äußerlich auf Stirn und Schläfe eingerieben, bei Spannungskopfschmerz eine ähnlich schmerzstillende Wirkung wie Paracetamol. Vorsicht: es kann hautreizend wirken und darf auf keinen Fall in die Augen gelangen!

Waldmeister kann gegen Kopfschmerzen eingesetzt werden. Eine Überdosierung jedoch wird diese verstärken bzw. kann Kopfschmerzen hervorrufen.

Mutterkraut ist eine der Heilpflanzen, die prophylaktisch wie auch akut gegen Migräne wirken können.

Lavendel und Melisse wirken auf das Nervensystem entspannend, weshalb sie auf Depressionen, Ängste, aber auch jegliche Arten von Kopfschmerzen lindernd wirken können.

Die Mistel kann bei Kopfschmerzen eingesetzt werden, die mit Bluthochdruck einhergehen. Bei niedrigem Blutdruck als Auslöser kann Rosmarin das Mittel der Wahl sein.

 

Zusammenfassung

Da Kopfschmerzen Ausdruck unterschiedlichster Grunderkrankungen sein können, ist eine gründliche Diagnostik sinnvoll. Diese Beschwerden des Nervensystems sind darüber hinaus durch Entspannungsmethoden, bestimmte Formen von Körperarbeit bzw. Sport und naturheilkundliche Mittel durchaus effektiv zu behandeln.

Redaktion: Heilpraktiker Zwiesele

 

 

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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