Masern ohne Symptome

Die stille Feiung bei Masern

Bei den Masern handelt es sich um eine typische Kinderkrankheit in Europa. Im Normalfall leiden die betroffenen Kinder zuerst an allgemeinen Krankheitszeichen. Dazu gehören beispielsweise Fieber oder ein kratzender Husten. In einigen Fällen laufen die Masern ohne Symptome ab.

Der Fachbegriff für diesen Krankheitsverlauf nennt sich „stille Feiung“. In diesem Fall zeigen sich bei den kleinen Patienten keine charakteristischen Masern-Pickelchen. Finden sich auf der Haut der Kinder keine Ekzeme, verläuft die Erkrankung stumm.

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Der symptomlose Verlauf der Masern

Ein stummer Verlauf der Kinderkrankheit Masern (Morbilli) kommt ausschließlich in wenigen Fällen vor. Die betroffenen Kinder leiden nicht unter den typischen Anzeichen der Erkrankung.

Bei einigen Patienten zeigen sich alleinig die unspezifischen Krankheitszeichen wie Übelkeit, Fieber oder Halsschmerzen. In der Regel identifizieren die Eltern diese Symptome nicht als Merkmale der Masern. Stattdessen verabreichen sie ihrem Nachwuchs verschiedene Mittel gegen Erkältungen.

Bei anderen Kindern kommen die allgemeinen Krankheitszeichen ausschließlich in abgeschwächter Form oder gar nicht vor. Die Ärzte sprechen von Masern ohne Symptome. Bemerken die betroffenen Patienten keine Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustands, suchen sie keinen Pädiater auf. Der Körper kuriert die Kinderkrankheit selbstständig. Trotzdem befinden sich die Masern verursachenden Viren im Organismus der Kinder. Das bedeutet, dass eine Infektions-Gefahr besteht.

Morbilli gehören zu den Krankheiten, die sich schnell verbreiten. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfchen-Infektion. Verlaufen die Masern ohne Symptome, erhöht sich das Risiko einer vermehrten Ausbreitung der pathogenen Mikro-Organismen. Die betroffenen Kinder fühlen sich kaum oder nicht krank. Daher vermeiden sie den Kontakt zu ihren Spielgefährten nicht. Durch das Sprechen, Niesen oder Husten verbreiten sich die Erreger der Masern.

 

Der typische Masern-Hautausschlag fehlt

Bei einer „stillen Feiung“ zeigen sich auf der Haut der Patienten keine Anzeichen für den typischen Ausschlag. In der Regel leiden die Kinder nicht an dem Juckreiz und der auftretenden Rötung. Die Inkubationszeit liegt bei acht Tagen bis zu zwei Wochen. In der Zeit treten bei einigen Kindern Fieberschübe und grippale Erkältungs-Merkmale auf. Die Arzneien gegen die Grippe helfen nicht gegen Masern.

Weitere Symptome, die bei einer „stillen Feiung“ auftreten, lassen ebenfalls nicht auf die Kinderkrankheit schließen. Oftmals stellen Schnupfen und ein trockener Reizhusten unspezifische Anzeichen dar. Durch die Masern kommt es zu einer Schwächung des Immunsystems. Trotz der fehlenden Masernsymptome zeigen sich bei den Patienten erhöhte Leukozytenwerte. Die Mediziner erkennen die Leukozytose anhand eines großen Blutbilds.

Eine häufige Folge einer stillen Infektion stellt die Bindehaut-Entzündung dar. Die Leukozyten bekämpfen die Masern verursachenden Erreger. Dadurch gelingt es anderen Viren, den Körper der kleinen Patienten zu infizieren. Kommt es bei den Morbilli ohne Symptome zu einer nachfolgenden Bindehaut-Entzündung, bemerken die Eltern folgende Anzeichen:

  • eine hohe Lichtempfindlichkeit,
  • geschwollene Augen der Kinder,
  • ein vermehrter Tränenfluss
  • und der ständige Wunsch nach einem abgedunkelten Zimmer.

Speziell bei kleinen Kindern achten die Eltern auf ein verändertes Verhalten. Husten sie vermehrt oder läuft ihnen oftmals die Nase, suchen sie mit ihnen den Kinderarzt auf. Dieser untersucht den Nachwuchs, um eine Masern-Erkrankung zu bestätigen oder auszuschließen. Auch bei einer stillen Feiung brauchen die kleinen Patienten Medikamente. Die Eltern nehmen ihre Kinder aus dem Kindergarten oder der Schule, um eine Ansteckung anderer Menschen zu vermeiden.

Ein stummer Verlauf bei der Masern-Erkrankung

Zeigen sich die Masern ohne Symptome, sprechen die Mediziner von einer „stillen Feiung“. Vorwiegend tritt die Krankheit bei Kindern auf. Verläuft sie symptomlos, existieren bei den kleinen Patienten keine typischen Anzeichen für die Masern. Sie leiden nicht an dem Juckreiz und dem charakteristischen Ausschlag. Jedoch treten bei dem einen oder anderen Kind unspezifische Krankheitszeichen auf. Dazu zählen Husten, Schnupfen und eine Entzündung der Bindehaut. In diesem Fall suchen die Eltern mit ihren Kleinen den Pädiater auf.

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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