Leistenbruch – Ursachen, Symptome & Behandlung

Bei einem Leistenbruch handelt es sich um einen Eingeweidebruch, der im Bereich der Leiste auftritt. Die Ursachen können vielfältig sein, so ist die Neigung für einen Leistenbruch in einigen Fällen sogar angeboren. Darüber hinaus neigen viel mehr Männer zur Leistenhernie. Wir wollen im folgenden Artikel die Ursachen, Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten eingehender vorstellen.

Mann mit Bauchschmerzen
© Robert Kneschke

Leistenbruch –  das Wichtigste in der Übersicht:

  • Bei einem Leistenbruch tritt an der Bruchstelle Eingeweide heraus.
  • Die meisten Leistenhernien sind vollkommen ungefährlich.
  • Es gibt erworbene und angeborene Leistenbrüche.
  • Durch Bauchmuskel-Training, Vermeidung von Übergewicht und zu schweren Lasten, können Sie Leistenbrüchen vorbeugen.
  • Es gibt keine andere Methode, als die Operation, um einen Leistenbruch wieder loszuwerden.

Was ist ein Leistenbruch?

Im Bereich der Leiste kommt es bei einer Leistenhernie zu einem Eingeweidebruch. Das Bauchfell tritt sackartig heraus. Im Bereich der Bauchdecke ist eine Lücke vorhanden beim Leistenkanal. Bei den Patienten befindet sich in der Bauchdecke eine Schwachstelle, die als Bruchpforte bezeichnet wird. Der Bruchinhalt, der nach außen tritt, sind zumeist Eingeweide, die immer noch vom Bauchfell umschlossen sind.

Das Ganze sieht aus wie ein Sack oder eine Ausstülpung, die man deutlich von außen sehen und ertasten kann.

Wie viele Patienten leiden unter dem Leistenbruch?

Tatsächlich gehört beim Mann der Leistenbruch zu den häufigsten chirurgischen Operationen.  0,5 % der Bevölkerung erkranken allein jährlich an einem Leistenbruch, der zum einen angeboren oder zum anderen erworben sein kann. Auch wenn Männer mit 80 % wesentlich häufiger von der Leistenhernie betroffen sind, heißt das nicht, dass der Leistenbruch bei Frauen vollkommen unmöglich ist. Selbst 3 % aller Kinder kommen bereits mit einem angeborenen Bruch auf die Welt. Dabei kommt es vorwiegend im rechten Bereich zum Leistenbruch.

 80 % aller Leistenbruch Patienten sind Männer!

Der indirekte Leistenbruch: Hier haben wir es mit einem angeborenen Bruch zu tun, sodass Neugeborene und Kinder bereits mit dieser Schwäche auf die Welt kommen. Sie beobachten den austretenden Bruchsack entlang des Samen-Stranges beim Mann oder des Mutterbandes bei der Frau.

Die eigentliche Bruchpforte ist etwas weiter von der Körpermitte entfernt und liegt seitlich. Entlang der Seite in Richtung Körpermitte kann der Bruchinhalt vordringen.

Der direkte Leistenbruch: Hier haben wir es mit dem erworbenen Leistenbruch vorwiegend bei älteren Männern zu tun. Direkt an der Hinterwand des Leistenkanals tritt der Bruchinhalt durch die geschwächte Bauchwand. Fachärzte sprechen bei diesem Leistenbruch von der medialen Leistenhernie. Bei dieser Form des Leistenbruchs kann der Bruchinhalt niemals in den Hodensack oder in die Schamlippen eindringen.

Ursachen für einen Leistenbruch

Wie wir es bereits bei der Entstehung von Leistenbrüchen herausgestellt haben, führen zumeist Schwachstellen in der Bauchdecke und im Bereich des Leistenkanals zu diesem Bruch. Bei einigen Patienten besteht ein unvollständiger Verschluss der Bauchwand von Geburt an. Bei anderen Männern führen Vernarbungen oder Bauchoperationen zu einer Schwächung des Bindegewebes. Kommt es zu einem erhöhten Druck im Bauchraum, entsteht dieser Bruch.

Anzeichen und Symptome vom Leistenbruch

Zumeist lässt sich der Bruchinhalt, der nach außen tritt, ganz deutlich sehen. Es handelt sich um eine Schwellung im Bereich der Leiste. Gerade am Abend tritt diese Schwellung recht deutlich hervor. Einige Patienten sprechen von einem leicht ziehenden Schmerz, wenn man Druck auf diese Schwellung ausübt.

Diese ziehenden Schmerzen können sich intensivieren, sobald Sie den Bauchraum abtasten. Ob beim Niesen, Husten, beim Pressen oder bei körperlichen Anstrengungen: Jegliche Form der Druckerhöhung wird dadurch ausgelöst. Viele Betroffene mit einem Leistenbruch haben gar keine Beschwerden.

Wann wird ein Leistenbruch gefährlich?

In der Regel sind die meisten Leistenbrüche vollkommen ungefährlich. Klemmen jedoch die Eingeweide in der Bruchpforte und unterbinden die Durchblutung des Gewebes, steigt die Gefahr unaufhaltsam. Dies kann wirklich schwerwiegende Risiken durch einen Darmverschluss nach sich ziehen oder eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung.

Klemmt sich Eingeweide ein, verschlimmert sich der Bruch und es droht ein lebensgefährlicher Zustand.

Behandlung von Leistenbrüchen

An dieser Stelle können wir Ihnen sagen, ein Leistenbruch bildet sich nicht von allein zurück. Er wird sogar immer größer. Da in diesem Zusammenhang die Gefahr des Einklemmens des Eingeweides steigt, kommen Sie um eine Operation nicht mehr drumherum. Die meisten Operationen erfolgen konventionell als offene OP oder minimal invasiv. Eigentlich können die Leistenbrüche mit jedem Verfahren operiert werden, ob mit oder ohne Kunststoffnetz, offen oder endoskopisch. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit dem behandelnden Arzt.

So unterscheiden die Ärzte auch die Diagnoseverfahren. Einige setzen auf ein MRT oder eine Sonographie und andere können bereits über das Ertasten und eine gründliche Untersuchung eine folgerichtige Diagnose erstellen.

Das Ziel aller Ärzte ist es, Nebenerkrankungen und Risiken ausschließen.

Leistenbruch vorbeugen, wie?

Im Grunde genommen kann man seine Bauchmuskeln trainieren. Sie sollten niemals zu schwere Lasten heben und Übergewicht vermeiden. Dann schafft man damit eine Stärkung der Bauchdecke und des Bindegewebes und vermeidet einen Leistenbruch. Jedoch gilt dies nicht für die Patienten, bei denen der Leistenbruch angeboren ist. Hier können Sie leider nichts dagegen tun.