Erhöhte Kreatininwerte

Kreatininwerte im Blut und Urin

Anhand der Kreatininwerte kann erkannt werden, ob Sie gesunde Nieren besitzen. Die Aufgabe des Kreatinins besteht in der Förderung des Muskelaufbaus und wird gern als Nahrungsergänzungsmittel verzehrt. Bekannt als Abbauprodukt von Kreatin bildet Kreatinin den Energiespeicher für die Muskelzellen. Pro Tag kann es zur Ausscheidung von bis zu zwei Prozent des Produkts über den Urin und die Nieren des Menschen kommen. Gebildet wird Kreatin innerhalb der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Nieren. Aber auch durch die Nahrungsaufnahme erhält der Organismus Kreatin.

Kreatinin Wert
Hand zeichnet chemische Strukturformel von Harnsäure / Zerbor Fotolia.com

Wie und warum wird ein Kreatininwert bestimmt?

Im Allgemeinen erfolgt die Bestimmung der Kreatininwerte im Blut, Blutserum oder auch Blutplasma. Da Kreatinin für gewöhnlich über den Urin ausgeschieden wird, ist auch eine Wertebestimmung über den Harn möglich. Im Durchschnitt scheidet der Mensch jeden Tag über die Nieren zwischen 1,2 Gramm bis 1,8 Gramm Kreatinin aus.

Der optimale Kreatininwert liegt bei

Geschlecht Optimaler Kreatininwert
Männer unter 50 Jahre 0,84 bis 1,25 mg/dl
Männer über 50 Jahre 0,81 bis 1,44 mg/dl
Frauen 0,66 bis 1,09 mg/dl

 

Bei Kindern ist dieser Wert stets vom Alter abhängig. Die Bestimmung des Wertes kann durch

  • den Verzehr von Fleisch
  • körperlich schwere Arbeit

verfälscht werden. Aus diesem Grunde ist die Kreatinin Clearance eine sehr gute Alternativlösung. Im Rahmen der Kreatinin Clearance wird Urin innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden gesammelt. Innerhalb des Sammelzeitraumes ist eine körperlich schwere Arbeit nicht gestattet. Darüber hinaus darf auch kein Fleisch verzehrt werden, in welchem sich Kreatin befindet. Die Bestimmung des Wertes erfolgt zur Überprüfung der Nierenfunktion. Sind Sie an Bluthochdruck oder Diabetes erkrankt, wird der Wert ebenfalls bestimmt. Der Kreatininwert wird jedoch erst bei einer Verschlechterung der Funktionalität der Nieren bei mehr als 50 Prozent angezeigt.

Befindet sich Ihr Kreatininwert im Blut im Bereich von 50 bis 120 μmol/l, dann haben Sie einen normalen Wert. Dies hängt jedoch mit der Muskelmasse und dem jeweiligen Alter zusammen.

 

Ursachen für erhöhte Kreatininwerte im Blut

Ist der Kreatininwert zu hoch, kommt eine geschwächte Nierenfunktion als Ursache in Betracht. Sowie das Kreatinin nicht mehr in ausreichender Menge über den Urin ausgeschieden werden kann, erhöhen sich die Kreatininwerte im Blut. Als weitere Ursachen können Verluste von Flüssigkeit und Blut sowie Verletzungen oder Entzündungen im Bereich der Muskulatur angesehen werden.

Ferner kommt es zu einem zu hohen Kreatininwert, wenn ein Kraftsportler zum Zwecke der Leistungssteigerung Kreatinin in Form von Nahrungsergänzungsmittel verzehrt. Ist Ihr Kreatininwert zu hoch, können neben den genannten Kriterien auch Injektionen als Ursachen in Frage kommen. Allerdings muss ein zu hoher Kreatininwert nicht immer auf eine Nierenschwäche zurückgehen. Insbesondere Frauen und Kinder weisen im Allgemeinen geringere Werte auf. Dahingegen haben Menschen von großem Wuchs oder solche, die sehr sportlich und muskulös gebaut sind, prinzipiell höhere Kreatininwerte im Blut, ohne unter einer Störung der Nierenfunktion zu leiden.

Symptome bei erhöhten Kreatininwerten

Sofern die glomeruläre Filtrationsrate – GFR – über einem Wert von 60 liegt, befindet sich das Kreatinin im normalen Bereich. Dies bedeutet, das Abbauprodukt kann vom menschlichen Organismus ausgeglichen werden. Sie als betroffene Person haben in dieser Situation also keinerlei Beschwerden.

Haben Sie hingegen erhöhte Kreatininwerte im Blut, die sich zwischen 60 und 40 befinden, können Symptome wie

  • Abfall der Leistungsbereitschaft
  • Hoher Blutdruck
  • Müdigkeit
  • Verringerter Appetit

auftreten. Fachleute sprechen von einer Dekompensation, wenn die glomeruläre Filtrationsrate sich im Bereich zwischen 40 und 15 befindet. Dabei erhöht sich der Kreatininwert auf zehn Milligramm/Deziliter. Als Symptome nehmen Sie in diesem Fall

  • Juckreiz
  • Körperliche Schwäche
  • Reduktion von Körpergewicht

wahr. Erkranken Sie an einer Niereninsuffizienz, sinkt der GRF auf unter 15 ab. Hierbei betragen die erhöhten Kreatininwerte im Blut mehr als zehn Milligramm/Deziliter. Ein Ihr Leben gefährdender Zustand tritt ein. Basierend auf der zunehmenden Harnvergiftung verspüren Sie Beschwerden wie Bauchschmerzen Durchfall, Erbrechen sowie Übelkeit. Nicht selten treten zusätzliche Symptome in Form von Entzündungen des Herzbeutels, Gehirnschaden, Lungenödem oder sogar ein Absinken ins Koma auf. Ob eine Dialyse erforderlich ist, hängt stets von der Höhe des Kreatininwerts ab.

Die Behandlung einen zu hoch erscheinenden Kreatininwerts

Ist Ihr Kreatininwert zu hoch, so ist die Therapie in der Hauptsache von der Grunderkrankung abhängig. Liegt eine Unterfunktion der Nieren vor, müssen Sie zwingend Ihre Ernährung umstellen. Besonders wichtig dabei ist, auf die Gabe von zu viel Eiweiß zu verzichten, um die Filterleistung der Niere verbessern zu können. Trotzdem ist es erforderlich, eine ausreichende Menge an Kalorien zu sich zu nehmen. Ferner muss die Zufuhr von Flüssigkeit und Salz präzise auf Ihre Erkrankung abgestimmt werden. Mithilfe einer konsequenten Ernährungstherapie können Sie erhöhte Kreatininwerte im Blut wieder in den Griff bekommen.

Wird bei Ihnen ein erhöhter Kreatininwert festgestellt, sollten Sie sich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben. Diesem können verschiedene Grunderkrankungen zugrunde liegen. Bei einer zu starken Erhöhung ist eine Therapie unter ärztlicher Aufsicht unerlässlich.

weiterführend:

http://www.medizin-kompakt.de/labor/harnpflichtige-substanzen/kreatinin

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
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