Kardamom: Einsatz und Heilwirkung

Kardamom in der Naturheilkunde

Kardamom kennen wir als krautige Pflanze, die bei verschiedenen Leiden eingesetzt wird. Sie wächst vorwiegend in Indien und auf Sri Lanka und kann bis zu 3 Meter hoch werden. Die eigentliche heilsame Wirkung geht auf die Samen dieser Pflanze und deren Kapseln zurück. Die Ernte ist äußerst mühsam und erfolgt vor dem eigentlichen Reifeprozess. Es handelt sich um ein kostbares Gewürz, das über traditionell über dem offenen Feuer getrocknet wird.

Kardamom
Kardamom Samen als Naturheilmittel -Urheber: omkar / 123RF

Wann Kardamom einsetzen?

Wir wissen Gewürze mittlerweile nicht nur aufgrund ihrer geschmacklichen Qualitäten zu schätzen. Sie können auch gesundheitsfördernde Wirkung haben. Idealerweise lassen sich beide Vorteile miteinander kombinieren. Kardamom ist eines dieser abwechslungsreichen Gewürze. Im Hinblick auf seine Wirkung haben wir es vor allen Dingen auf das ätherische Öl im Inneren der Samenkapseln abgesehen. Die ayurvedische Lehre sagt diesen Samen eine unbestrittene Heilwirkung nach. Das Wirkungsspektrum ist äußerst vielseitig und wird insbesondere bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Atemwegserkrankungen,
  • Beschwerden in Verbindung mit den Wechseljahren,
  • Mundgeruch und

Kardamom wirkt verdauungsfördernd

Viele setzen Kardamom vor allen Dingen dann ein, wenn die Verdauung streikt. Dieses Gewürz zeigt seine Wirkung im Hinblick auf die Galle, die Speicheldrüsen und den Magen. Im Nachgang sind die Organe in der Lage, vermehrt Sekrete zu bilden und die Mahlzeiten besser zu verdauen. Leiden Sie unter einem unangenehmen Völlegefühl und stellen einen aufgeblähten Bauch fest? Dann sollten Sie über Kardamom Kapseln Ihren Appetit anregen. Schließlich haben bereits die Herrscher der Antike auf dieses Gewürz zurückgegriffen und sich nach üppigen Mahlzeiten Erleichterung verschafft und von der verdauungsfördernden Kraft profitiert.

Kardamom bei Atemwegserkrankungen

Auch bei Atemwegserkrankungen verspricht dieses Gewürz eine merkliche Linderung der Beschwerden. Dies mag ein Grund sein, warum Asthmatiker auf Kardamom setzen. Es löst gemeinsam mit Eukalyptus den festsitzenden Schleim und lässt die entzündeten Schleimhäute abschwellen. Überdies lassen sich über die Einnahme auch die Nebenhöhlen befreien. Einige Patienten berichten, dass sie kurz nach der Einnahme freier durchatmen konnten.

Obendrein sagt man Kardamom eine harntreibende Wirkung nach. Sie sollten dieses Gewürz gemeinsam mit reichlich Flüssigkeit bzw. Wasser einnehmen, um Ihre Nieren gründlich durchzuspielen. Gerade wenn Sie unter Harnwegsinfekten und Entzündungen leiden, sollten Sie sich eine Flüssigkeits-Kardamom-Kur gönnen.

Kardamom wirkt stimmungsaufhellend

Tatsächlich soll Kardamom auch stimmungsaufhellend wirken, sodass dieses Gewürz im Verlauf der Menstruation, bei hormonellen Problemen und in den Wechseljahren eingesetzt wird. Wenn Sie diese Heilpflanze erwärmen, können Sie über die Einnahme den Kreislauf anregen. Das hilft gerade bei kalten Füßen und Händen. Auch gereizte Haut erfährt eine Linderung über den Einsatz dieses Gewürzes.

 

Die heilsame Wirkung der Weihnachtsgewürze

Wir setzen Kardamom als Weihnachtsgewürz ein und profitieren von einem unheimlich intensiven Aroma, das wir eigentlich aus der asiatischen und arabischen Küche kennen. Wussten Sie eigentlich, dass Sie über Kardamom im Kaffee die eigenen Verdauungssäfte anregen? Neben Frauenbeschwerden und Blähungen setzt man vereinzelt auch bei Mundgeruch auf Kardamom.

Die grüne Pflanze ist den Ingwergewächsen zuzuordnen. Doch im Vergleich zu Ingwer setzen wir hier unsere Hoffnung auf den Samen und nicht auf die Wurzel. Bei dem Einsatz und der Verwendung in Süßspeisen müssen Sie nichts weiter beachten und gönnen Ihrem Körper und der Verdauung eine Erholungskur.

Im Volksmund bezeichnen wir diese Heilpflanze als Lebkuchengewürz. In den ätherischen Ölen, die zu 7 % in den Samen enthalten sind, stellen wir die folgenden Verbindungen fest:

  • Linalool,
  • Hydroxyzimtsäure,
  • Cineol,
  • Limone und
  • alpha-Terpineol.

Regen Sie über den Einsatz dieser Heilpflanze die Magensäfte an und fördern die Verdauung. Gerade in der Weihnachtszeit kommen nur wenige Backwaren ohne Kardamom aus. Achtung: Der Geschmack und das Aroma sind äußerst intensiv. Gehen Sie von daher beim Würzen vorsichtig vor.

 

Fazit

Kardamom ist in unseren Breitengraden insbesondere als Lebkuchengewürz bekannt und wird häufig im Herbst und Winter eingesetzt. Nur wenige wissen, dass es sich hierbei um eine Heilpflanze handelt, die wiederum die Produktion der Magensäfte anregt und bei Verdauungsproblemen Linderung verschafft. Darüber hinaus empfiehlt sich der Einsatz von Kardamom als Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen, bei Völlegefühl und Frauenbeschwerden. Tatsächlich steckt die Wirkung dieser Heilpflanze in den Samen und in den ätherischen Ölen, die auch stimmungsaufhellend wirken.

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weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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