Hitzewallungen – die wichtigsten Ursachen?

Wie entstehen Hitzewallungen im Alltag

Insbesondere in den Wechseljahren haben zahlreiche Frauen mit Hitzewallungen mächtige Probleme. Gleich mehrmals am Tag überrollen diese Hitzeattacken den Körper und reißen Sie aus dem Alltag. Nichts ist unangenehmer, als im Büro, während eines wichtigen Termins oder im Supermarkt einen Schweißausbruch zu erleiden. Vielen Betroffenen sind Hitzeattacken äußerst unangenehm und sie wissen nicht, wie damit umzugehen. Aus diesem Grund wollen wir in diesem Beitrag die Ursachen für Hitzewallungen detailliert erläutern, um realistische Tipps und Hinweise zu geben.

Hitzewallungen
Hitzewallungen im Alltag Urheber: atic12 / 123RF

Wir können Sie beruhigen: Wenn Sie unter Hitzewallungen leiden, befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Tatsächlich haben 90 Probleme aller Frauen in den Wechseljahren mit diesen Beschwerden zu kämpfen. Lediglich die Intensität, die Dauer und die Häufigkeit der Hitzewallungen unterscheiden sich von Frau zu Frau. Einige Frauen leiden sehr stark unter den Hitzewallungen und müssen den gesamten Tagesablauf darauf einstellen.

Tatsächlich ist es möglich, dass Sie 3-20 Mal am Tag unter Hitzewallungen leiden. Sie können wenige Minuten und Sekunden dauern und verschwinden so plötzlich wie sie gekommen sind. Betroffene sprechen von einem anfänglichen Druckgefühl im Kopf und einem aufkommenden Unbehagen, bevor die Hitzewallungen einsetzen. Diese werden in Form aufsteigender und absteigender Wellen der Wärme empfunden, die über den Oberkörper bis zum Hals ins Gesicht reichen. Befinden Sie sich mitten in einer Hitzewallung, haben Sie kaum eine Möglichkeit, zu entkommen. Ihnen bleibt nichts weiter übrig, als diesen Ansturm über sich ergehen zu lassen.

 

Was führt eigentlich zu Hitzewallungen?

Folglich kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße im Körper, die sich wiederum in einer Intensivierung der Durchblutung in den äußeren Körperregionen bemerkbar macht. Sie erkennen Hitzewallungen daran, dass sich Ihre Haut rötet, die Hauttemperatur leicht ansteigt und dass es zu Schweißausbrüchen kommt. Das Trügerische: Direkt nach der Hitzewallung kehrt sich das hitzige Körpergefühl meist ins Gegenteil und Sie beginnen, zu frösteln und zu frieren.

Zumeist treten diese Hitzewallungen in Zusammenhang mit starkem Herzklopfen auf. Hier müssen Sie sich zumeist keinerlei Sorgen machen, Sie leiden nicht an einer Herzkrankheit. Es ist lediglich eine natürliche Reaktion des Kreislaufs auf diesen Hitzeschub. Mit dem Abklang der Hitzewallungen wird sich auch der Herzschlag wieder beruhigen, dennoch können Ihnen Hitzewallungen den Schlaf rauben, insbesondere wenn diese mitten in der Nacht auftreten. Sich im Nachhinein schnell zu beruhigen und in den Schlaf zurückzufinden, fällt nicht jeder Frau leicht. In den meisten Fällen ist anzunehmen, dass Damen in den Wechseljahren über ein bis zwei Jahre unter Hitzewallungen leiden und diese wieder vollständig verschwinden.

 

Die häufigsten Ursachen von Hitzewallungen

Die Ursachen für Hitzewallungen unweigerlich in Verbindung mit den Wechseljahren. Wobei an dieser Stelle anzumerken ist, dass der genaue Mechanismus und Zusammenhang zwischen den Wechseljahren und den Hitzewallungen noch völlig unklar ist. Die größte Rolle kommt den hormonellen Veränderungen zu. So sinkt in den Wechseljahren die Konzentration von Östrogen, was für die Wärmeregulation im Körper maßgeblich verantwortlich ist.

Fachärzte und Experten sprechen bei Hitzewallungen von dem Stresshormon Adrenalin, das in der Vorstufe zu den Hitzeschüben führen kann. Folglich ist zu vermuten, dass mit dem Östrogenmangel die Unfähigkeit oder ein Aussetzen der Thermoregulation im Hirn einsetzt. Folgende Faktoren können zu Hitzewallungen führen:

  • Übergewicht,
  • Stress,
  • ein zu warmes Schlafzimmer,
  • starke Gewürze,
  • zu heiße Mahlzeiten,
  • Kaffee und schwarzer Tee,
  • Alkohol und
  • unpassende Kleidung.

Schlussendlich ist auch anzunehmen, dass einige Medikamente zu diesen Hitzewallungen führen können. In diesem Bereich ist von den Antiöstrogenen, den Aromatasehemmer und GnRH-Analoga die Rede. Darüber hinaus können Hitzewallungen auch bei den folgenden Krankheiten in zunehmendem Maße auftreten:

  • Unterzuckerung, vor allen Dingen bei Diabetespatienten,
  • Allergie,
  • Moore im endokrinen System und
  • Schilddrüsenüberfunktion.

Wann werden Hitzewallungen gefährlich?

Auch wenn es im Zuge der Wechseljahre zu äußerst unangenehmen Begleiterscheinungen kommt, sind Hitzewallungen an sich nichts weiter Besorgniserregendes. Doch sollten Sie gerade in extremen Fällen und bei einer erhöhten Belastung diese nicht auf die leichte Schulter nehmen. So ist es möglich, dass in einzelnen Fällen Hitzewallungen zu wiederkehrenden Schlafstörungen und depressiven Symptomen führen. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und diesen um Rat zu fragen. Obendrein ist der Arzt ihr Ansprechpartner bei regelmäßigen Hitzewallungen, die außerhalb der Wechseljahre in jüngeren Jahren auftreten und keinerlei natürliche Ursachen haben.

 

Was macht der Arzt bei Hitzewallungen?

Frauen mit Hitzewallungen gehen zu einem Gynäkologen, der für unberechenbare Schweißausbrüche erst einmal ein diagnostisches Gespräch und eine intensive Untersuchung durchführen wird. Im Zuge der Anamnese gilt es, festzustellen, ob es zu Zyklusschwankungen gekommen ist. In der Folge ist es notwendig, eine gynäkologische, körperliche Untersuchung durchzuführen, um sich die Geschlechtsorgane und die Brüste genauestens anzusehen. In einigen Fällen folgt eine Blutuntersuchung, um vielleicht andere Rückschlüsse auf Geschlechtshormone festzustellen.

 

Welche Therapie empfiehlt sich bei Hitzewallungen?

Therapeuten raten bei Hitzewallungen zu einer sanften, natürlichen Behandlung. Hier halten die Homöopathie und die Pflanzenheilkunde jede Menge unterschiedliche Möglichkeiten für Sie bereit. Insbesondere Traubensilberkerze hat in der Behandlung von Hitzewallungen eine entscheidende Bedeutung neben Fertigpräparaten, die das Östrogen ansteigen lassen. Isoflavone sind unter anderen in den folgenden Wirkstoffen und Lebensmitteln enthalten:

  • Soja,
  • Salbei,
  • Schafgarbe,
  • Frauenmantel oder

Zu den physikalischen Therapieverfahren zählen Moorbäder sowie wechselwarme Fußbäder, die Ihnen helfen, diese Beschwerden in den Griff zu bekommen. In diesem Bereich haben Kneipp Anwendungen schon erstaunliche Verbesserungen erzielt. Hierbei handelt es sich um wechselwarme Duschen. Auch wenn die Wirkung nicht wissenschaftlich erwiesen ist, sprechen viele Frauen aus Erfahrung und empfehlen diese pflanzlichen Anwendungen. Nur in seltenen Fällen, wenn die Hitzeschübe in den Wechseljahren das Leben zu sehr beeinträchtigen, raten Mediziner zu einer Hormonersatztherapie. In diesem Fall nehmen Sie Hormone auf. Doch sollten Sie die Aufnahme von Hormonen mit Vorsicht genießen, da diese erhebliche Risiken in sich bergen.

 

Fazit: Schnelle Hilfe bei Hitzewallungen

Neben den Ursachen gibt es auch einfache Maßnahmen, die einigen Betroffenen bei Hitzewallungen direkt weiterhelfen:

  • So nimmt zum Beispiel Kleidung aus Naturfasern den Schweiß auf und schützt den Körper vor einer folgenreichen Auskühlung.
  • Vermeiden Sie starke gewürzte Mahlzeiten sowie Kaffee und Alkohol.
  • Bewegen Sie sich ausreichend an der frischen Luft und integrieren Sie womöglich einen Spaziergang in jeden Tag.
  • Ernähren Sie sich gesund mit Obst und Gemüse und wirken Sie einem potentiellen Übergewicht von Anfang an entgegen.
  • Gönnen Sie Körper und Seele genügend Ruhe und Entspannung, auf diese Weise werden Sie die Jahre mit den Hitzewallungen überstehen.

 

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
  • Deutsches Ärzteblatt, Studien und aktuelle Nachrichten
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