Erkennen der Herzrhythmusstörungen Symptome

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Herzrhythmusstörungen: das Symptom-Bild im Überblick

Sie möchten mehr über Herzrhythmusstörungen und die Symptome des Beschwerdebildes wissen? Der Fachausdruck für diese Störungen lautet Arrhythmien, denn der Herzmuskel ist aus unterschiedlichen Gründen aus seinem gesunden Takt geraten. Die Symptome fallen je nach Art der Arrhythmie unterschiedlich aus. Ein aufmerksamer Patient kann sie jedoch erkennen und zeitnah einen Arzt aufsuchen.

Herzrhythmusstörungen
Herzrhythmusstörungen copyright: Nerthuz, Bigstockphoto

 

Überblick: zwei Kategorien der Herzrhythmusstörungen und ihre Symptome

Grundlegend lassen sich Herzrhythmusstörungen in zwei Kategorien einteilen:
Entweder schlägt das Herz zu schnell oder zu langsam. Der erste Fall ist häufiger und oft ist gleichzeitig der Pulsschlag unregelmäßig. Das Herz scheint gehetzt und stolpert immer wieder. Der Grund ist eine Unterversorgung des Körpers mit Blut. Der Herzmuskel versucht quasi panisch, das Defizit auszugleichen.

Ein zu langsamer Herzschlag kann in Schockmomenten oder bei Gefäßverschlüssen eintreten und reduziert die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Häufig zeigen sich Beschwerden wie Schwindel und Sehstörungen, da das Gehirn plötzlich unterversorgt ist.

 

Blick ins Detail: Arten der Herzrhythmusstörungen samt Symptome

1. Am häufigsten tritt das sogenannte Vorhofflimmern auf. Der Herzvorhof ist durch hyperaktive Synapsen in einem Zustand des Zitterns und zieht sich nicht mehr komplett zusammen. Das senkt die Pumpkraft des Herzens unmittelbar, denn ohne vollständige Kontraktion, kann der Blutstrom nicht stabil sein. Betroffene verspüren ein „Flattern“ in der Brust. Stockt der Bluttransport zu stark, kann sich ein Thrombus bilden und zu einem Herzinfarkt führen. Es zeigen sich dann klassische Symptomen wie Enge-Gefühl in der Brust, starke und ausstrahlende Schmerzen sowie ein akutes Schwächegefühl.

2. Zu den Herzrhythmusstörungen zählen ferner die sogenannten Extrasystolen. Der Rhythmus kann im Herzvorhof gestört sein und supraventrikuläre Extrasystolen auslösen oder direkt in der Herzkammer zu ventrikuläre Extrasystolen führen. Die Symptome aufgrund dieser zusätzlichen Herzschläge sind Nervosität, leichte Brustschmerzen und moderates Unwohlsein. Tatsächlich kann diese Herzrhythmusstörung aber auch völlig symptomfrei sein.

3. Auch reines Herzrasen ohne plötzliche Rhythmuswechsel wird zu den Herzrhythmusstörungen gezählt. Der Fachausdruck lautet Tachykardie. Im Detail wird zwischen supraventrikulärer Tachykardie und ventrikulärer Tachykardie unterschieden, je nachdem ob das Rasen im Herzvorhof oder in der Herzkammer entsteht. In beiden Fällen sind de Symptome ein gefühltes „Flattern“ in der Brust und leichte Schmerzen.

4. Ein sogenannter AV-Block führt zu verlangsamten Herzschlägen, was Sie durch Energielosigkeit und Sehstörungen bemerken können. Je nach Schweregrad kann das Einsetzen eines Herzschrittmachers zwingend werden, um keinen Herzstillstand zu riskieren.

5. Manche Menschen erkranken auch an einer Funktionsstörung des Sinusknotens. Hierbei verlangsamt sich der Herzschlag stark, während es gleichzeitig zeitweise zu einer Tachykardie kommen kann. Das Sick-Sinus-Syndrom ist entsprechend von Schwächegefühl und Nervosität gleichermaßen begleitet, kennt Herzschmerzen und Kurzatmigkeit ebenso wie Schweißausbrüche.

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Herzrhythmusstörungen copyright: Nerthuz, Bigstockphoto

 

Das Gute zuerst: Herzrhythmusstörungen und Symptome, die harmlos sind

Zunächst ist es wichtig, zu verstehen, dass Arrhythmien nicht per se eine schlimme Grunderkrankungen oder einen nahenden Herzinfarkt anzeigen. Die Wahrheit ist, dass vermutlich jeder Mensch mehrfach in seinem Leben Herzrhythmusstörungen hat. Diese können völlig harmlos für die Gesundheit sein.

Klassische Symptome wie plötzliches Herzrasen sind unbedenklich, wenn dem Phänomen seelische Anspannung (etwa der Beginn einer Prüfung) vorausgeht. Auch eine sportliche Betätigung hat nicht selten diesen Effekt. Der normale Rhythmus wird unterbrochen, da der Organismus sich in „Kampfbereitschaft“ begibt. Neben einer Tachykardie kann auch starkes Herzklopfen (Palpitationen genannt) auftreten. Denkbar sind auch Extraschläge des Herzens, also Extrasystolen.

Ebenso kann eine psychische Anspannung dazu führen, dass ein Herzschlag aussetzt. Den Betroffenen bleibt sprichwörtlich für einen Moment das Herz stehen. Der Arzt nennt dies eine kompensatorische Pause des Herzens. Sie ist harmlos, da der Blutfluss nur kurzzeitig unterbrochen wird und die Versorgung danach sofort wieder gewohnt einsetzt. Ein AV-Block oder das Sick-Sinus-Syndrom liegen nur vor, wenn diese Probleme öfter und auch ohne äußeren Anlass auftreten.

Fazit: Haben Herzrhythmusstörungen diese Symptome, müssen Sie sich keine weiteren Gedanken machen. Natürlich sollte Stress nicht zum Dauerzustand werden, denn das würde den Herzmuskel durchaus belasten.

 

Ernste Herzrythmusstörungen und die Symptome

Tachykardie, Palpitationen, Extrasystolen und auch kompensatorische Pausen häufen sich bei ernsten Herzrhythmusstörungen. Das wirkt sich wiederum auf den gesamten Organismus aus, sodass weitere Probleme wie ein anhaltendes Schwächegefühl, Schwindel und Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsverlusten hinzukommen können.

Bemerken Sie die genannten Symptome in Kombination und ohne Stressfaktoren wie Prüfungsdruck, Sport, Streit oder einem harten Arbeitstag, sollte der Arztbesuch zeitnah erfolgen.

Tipp: Vermerken Sie am besten, zu welchen Tageszeiten und bei welchen Aktivitäten Sie Probleme verspüren. Das erleichtert dem Arzt die Anamnese.

 

Vermuten Sie Herzrhythmusstörungen? Symptome sofort abklären lassen:

Sind Sie unsicher, ob Sie ernste Herzrhythmusstörungen haben, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt die von Ihnen wahrgenommenen Symptome sofort besprechen. Er kann das Herz direkt abhören, ein Langzeit-EKG anordnen oder Sie direkt zur weiteren Untersuchung an einen Kardiologen überweisen.

Quelle und Literatur:
Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011

 

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