Hand-Fuß-Mund Krankheit beim Kind

Hand-Fuß-Mund-Krankheit durch Enteroviren der Gruppe A beim Kind

Die Hand-Fuß-Mund Krankheit ist als besonders ansteckende Viruserkrankung bekannt, welche jedoch eher als harmlos eingestuft wird. Im Großen und Ganzen sind von dieser Krankheit in der Mehrzahl Kinder bis zu sechs Jahren betroffen. Wenn Ihr Kind von der Hand-Fuß-Mund Krankheit betroffen ist, darf es auf Grund der hohen Ansteckungsgefahr weder den Kindergarten noch – falls es sich im schulpflichtigen Alter befindet – die Schule besuchen. Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, macht sich die Einhaltung einer differenzierten Hygiene erforderlich.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird vorwiegend durch Enteroviren
Hand-Fuß-Mund-Exanthem – Urheber: tomsickova / 123RF

Was genau unter der Hand-Fuß-Mund Krankheit verstanden wird

Neben Kleinkindern können auch ältere Kinder sowie erwachsene Personen mit einem schwachen Immunsystem sich an der Hand-Fuß-Mund Krankheit anstecken. Klassische Zeichen für diese ist die Bildung von schmerzenden Bläschen im Bereich

  • der Hände
  • der Füße
  • des Mundes.

In aller Regel können Sie mit einer Abheilung der Erkrankung nach einer Zeit von etwa zehn Tagen rechnen ohne weitere Folgen rechnen. Wichtig ist jedoch, dass Sie als Eltern darauf achten, dass Ihr Kind trotz der schmerzenden Bläschen im Bereich des Mundes genügend Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen.

Gehäuft wird bei dieser Krankheit auch fälschlicherweise von einer Maul- und Klauenseuche gesprochen. Die Erkrankung kann das gesamte Jahr über auftreten, meistens wird deren Ausbruch allerdings in den spätsommerlichen sowie herbstlichen Monaten beobachtet.

Welche Symptome sind charakteristisch für die Hand-Fuß-Mund Krankheit?

Wie die Bezeichnung der Erkrankung bereits vermuten lässt, zeigen sich deren Symptome insbesondere an den Händen, Füßen und dem Mund. Ihren Anfang nimmt die Hand-Fuß-Mund Krankheit, indem sie die typischen Symptome einer Grippe zeigt:

  • Absinken der Leistungsfähigkeit
  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Kein Appetit
  • Schmerzen in den Gliedern.

Im weiteren Verlauf treten im Bereich des Mundraumes rote Punkte, die starke Schmerzen auslösen, in Erscheinung. Betroffen hiervon sind insbesondere die Bereiche der Mundschleimhaut, des Zahnfleischs sowie der Zunge. Ferner können diese auch um den gesamten Mund herum auftreten. Nach einem geringen Zeitraum verändern sich die Punkte und nehmen die Gestalt von Aphten oder kleinen Bläschen an. Ungefähr zur gleichen Zeit, zu der die roten Punkte sich im Bereich des Mundraumes entwickeln, tritt ein Ausschlag in Form von kleinen roten Flecken an den Füßen sowie Händen auf. Dieser Ausschlag weist verschiedene Größen und Formen auf. Zu Beginn des Auftretens bemerken Sie noch keine Beschwerden des Ausschlags. An jenen Positionen werden sich jedoch in Kürze Bläschen bilden, die Schmerzen und Juckreiz verursachen können.

Aus diesen Bläschen wird ein Sekret abgesondert, in dem eine ganze Reihe an Viren enthalten ist. Für gewöhnlich sind von diesem Phänomen die Fußsohlen sowie die Innenflächen der Hände betroffen. Ferner kann der Ausschlag aber auch an anderen Bereichen der Hände und Füße, im Ellenbogen-, Genital- und Kniebereich sowie im Gesäß in Erscheinung treten. Dabei übertragen Sie als betroffene Person der Hand-Fuß-Mund Krankheit mit Ihren Händen die aus den Bläschen stammenden Viren selbst an weitere Stellen Ihres Körpers. Hieraus wird ersichtlich, wie bedeutsam eine penible Hygiene während im Verlauf der Erkrankung ist.

Nach Ärztemeinung treten derartige Symptome in rund 20 Prozent der Fälle auf, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Krankheit zum größten Teil ohne Symptome abläuft. Vorzugsweise sind von der Hand-Fuß-Mund Krankheit jüngere Kinder betroffen. Von älteren Kindern und erwachsenen Personen wird eine Ansteckung mit dieser Krankheit in den meisten Fällen gar nicht bemerkt, da die Symptomatik äußerst gering ausfällt. Sollten Sie dennoch den Verdacht haben, hieran erkrankt zu sein, empfiehlt es sich, zu kleinen Kindern Abstand zu halten, um eine Ansteckung zu verhindern.

Sind Sie gerade schwanger, besteht die Gefahr der Ansteckung mit der Hand-Fuß-Mund Krankheit, da Sie – ohne es zu wollen – mit größter Sicherheit mit den auslösenden Viren in Kontakt kommen werden. Der Verlauf der Erkrankung nimmt jedoch in aller Regel sehr milde Umstände an. Anders sieht es aus, wenn Sie unmittelbar vor oder nach der Geburt stehen. Dann besteht die Gefahr der Ansteckung des Neugeborenen. Allerdings können Sie auch hier beruhigt sein, da die Hand-Fuß-Mund Krankheit beim Kind in diesen Fällen im Großen und Ganzen ebenfalls einen milden Verlauf nimmt.

 

Diagnostik der Hand-Fuß-Mund Krankheit

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind an der Hand-Fuß-Mund Krankheit leidet, sollten Sie Ihren Kinder- oder Hausarzt aufsuchen. Dieser kann auf der Basis der von Ihnen dargestellten Symptome sowie der Begutachtung des Hautausschlages schnell und sicher die Diagnose stellen.

Im Verlauf der körperlichen Untersuchung kontrolliert dieser, in wie weit der Bereich des Mundraumes sowie weitere Körperstellen vom Ausschlag betroffen sind. Kann eine eindeutige Diagnose der Hand-Fuß-Mund Krankheit beim Kind gestellt werden, muss sich dieses keinen weiteren Untersuchungen unterziehen. Diese würde ausschließlich dann Sinn machen, wenn es sich um ein extrem ausgeprägtes Krankheitsbild handelt, so dass unter Umständen noch andere Krankheiten hierfür in Betracht gezogen werden könnten. In derartigen Fällen machen sich Blut- und Stuhlentnahmen erforderlich, um das Virus nachzuweisen. Seltener wird auch Nervenwasser benötigt.

 

Ablauf der Behandlung der Hand-Fuß-Mund Krankheit

Im Allgemeinen heilt die Hand-Fuß-Mund Krankheit beim Kind und auch beim Erwachsenen von selbst schnell wieder ab. Eine Behandlung ist daher nicht vonnöten. Einzig gegen die Symptomatik kann vorgegangen werden. So wird vorzugsweise der Wirkstoff Paracetamol gegen Fieber und Schmerzen verordnet. Ihr Kind sollten Sie auf keinen Fall mit Aspirin behandeln, um schwerwiegende Komplikationen, ausgelöst durch Vireninfektionen, zu verhindern.

Treten beim Kind schmerzhafte Bläschen im Mundbereich auf, verschreibt der Kinderarzt eine milde Tinktur. Die lindert die Beschwerden und kann aufgetupft oder als Spülung verwendet werden. Aber auch pflanzliche Mittel, wie beispielsweise Melisse, Kamille oder auch Thymian zeigen positive Wirkungen.

Auf Antibiotika sollten Sie verzichten, da diese ausschließlich gegen bakterielle Erkrankungen und nicht gegen Viren Wirkung zeigen. Greifen Sie bestenfalls zu homöopathischen Mitteln, die ihrem Kind keinen Schaden zufügen. Ein hilfreiches, altes Hausmittel sind beispielsweise Wadenwickel gegen Fieber. Gegen die schmerzenden Bläschen können Sie beim Kind zur Verringerung der Beschwerden diese mit ein wenig Honig bestreichen. Bei auftretenden Schluckbeschwerden hat sich Belladonna cum Mercurio bewährt. Geben Sie je fünf Globuli auf einem Plastiklöffel jeweils fünfmal pro Tag Ihrem Kind.

 

Prognose der Hand-Fuß-Mund Krankheit

Binnen eines Zeitraumes von einer Woche bis zehn Tagen können mit einem Abklingen der Hand-Fuß-Mund Krankheit beim Kind rechnen. In der Regel ist nicht mit Komplikationen zu rechnen. In seltenen Fällen treten bei Säuglingen und immungeschwächten Personen Komplikationen, wie beispielsweise die Infektionsausweitung auf innere Organe oder eine Meningitis auf.

Bis zum Abklingen der Symptome empfiehlt es sich, Ihre Kinder weder in den Kindergarten noch in die Schule zu schicken. Eine Schutzimpfung gegen die Hand-Fuß-Mund Krankheit gibt es bislang nicht. Da es sich hierbei um eine hoch ansteckende Erkrankung handelt, ist es sehr wichtig, auf eine genaue Hygiene zu achten.

 

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weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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