Generalisierte Angststörung

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Angststörung – wenn Angst zur Krankheit wird

Menschen mit generalisierten Angststörungen leiden unter einem chronischen Zustand von Sorge und Anspannung. Auslöser können scheinbar normale Alltagssituationen oder die stetige Sorge um eine Person oder einen Angehörigen ein. Kreisen die Gedanken fortwährend um potentielle Unfälle und Erkrankungen, wird aus harmloser Sorge eine chronische, generalisierte Angststörung. Wir stellen im folgenden Beitrag Behandlungsmöglichkeiten und Therapien vor, die einen Weg aus der ständigen Angst aufzeigen.

Wann ist von einer generalisierten Angststörung die Rede?

Haben Sie über Wochen und Monate hinweg mit diesen Problemen zu kämpfen, bestimmen Angstzustände schnell den gesamten Tagesablauf. Ihrer Firma geht es schlecht und Sie tragen sich mit der Sorge, Sie könnten Ihre Anstellung verlieren? Es handelt sich hierbei um „normale“ Befürchtungen und Sorgen, die sich aus der Situation heraus erklären lassen. Menschen mit generalisierten Angststörungen jedoch sorgen sich unabhängig davon, ob überhaupt eine Gefahr besteht. Eine Diagnose einer generalisierten Angststörung kann erst dann ausgesprochen werden, wenn bereits alltägliche Ereignisse eine Anspannung oder Angst auslösen und dieser Zustand seit mehr als sechs Monaten andauert.

Anspannung und Angst machen sich in Form folgender Symptome bemerkbar:

  • Hitzegefühl,
  • Reizbarkeit,
  • Schlafstörungen,
  • übermäßiges Herzklopfen,
  • starke Schweißausbrüche,
  • Kribbeln im Magen,
  • Schwindel,
  • Muskelanspannungen und
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.

Betroffene berichten, dass Sie alltägliche Ereignisse, die Angst auslösen, meiden – in der Hoffnung, dies würde zu einer Besserung führen. Die Zusicherung von Angehörigen, dass es ihnen gut geht, können die Sorgen eines Betroffenen nicht schmälern.

Angststörung Frau sitzt und grübbelt
Angststörungen -Urheber: bialasiewicz / 123RF.com

Im Prinzip können diese Symptome erste Anzeichen für eine Erkrankung sein. Wobei erst ein Facharzt bzw. Psychotherapeut eine konkrete Diagnose aussprechen kann. Im Hinblick auf eine Angststörung können Sie davon ausgehen, dass diese nicht einfach wieder verschwindet. Sprechen Sie mit einem Psychotherapeuten über Ihre Familiengeschichte, Ihren aktuellen Gesundheitszustand sowie über körperliche Erkrankungen. Darüber hinaus greifen Therapeuten zum Beispiel auf Fragebögen zurück, um die Intensität und den Schweregrad einer Erkrankung einschätzen zu können.

Bin ich allein? So viele leiden unter Angststörungen!

Mittlerweile leiden fünf von 100 Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben unter generalisierten Angststörungen. Umfragen haben ergeben, dass diese Krankheit bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern auftritt. Eine generalisierte Angststörung in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter ist dagegen selten. Gerade ab dem 45. Lebensjahr häufen sich die Fälle. Wobei in diesem Zusammenhang auffällt, dass der Verlauf und die Formen stark voneinander abweichen.

Die generalisierte Angststörung tritt in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen auf, wie zum Beispiel Depressionen. Gerade wenn es zu weiteren Erkrankungen kommt, ist von einem chronischen Verlauf auszugehen. Im Hinblick auf die Intensität und den Schweregrad treten starke Schwankungen auf. So berichten Betroffene davon, dass es Zeiten gibt, in denen ihre Angst und Anspannung scheinbar verschwindet, und an einem unvorhergesehenen Zeitpunkt wieder mit voller Härte zuschlägt.

Wie kommt es zur generalisierten Angststörung?

Die Ursachen für diese Erkrankung können vielschichtig ausfallen. Bestimmte Einflüsse werden genetisch vererbt. Menschen mit einer Angststörung weisen in spezifischen Bereichen ihres Gehirns eine erhöhte Aktivität auf. Darüber hinaus nehmen Ärzte an, dass die Bereiche im Gehirn, die wiederum für Entspannung sorgen, schlechter oder weniger gut entwickelt sind. Einige der Betroffenen berichten von fehlenden menschlichen Bindungen oder einer fehlenden Bezugsperson in der Kindheit. Entsteht der Eindruck, eine bestimmte Situation nicht durch eigene Kraft ändern oder bestimmen zu können, treten Formen von Anspannung und Angst auf.

Wie wird eine generalisierte Angststörung behandelt?

Vielfach setzen Psychotherapeuten auf eine bestimmte Therapie bzw. Medikamente. In diesem Zusammenhang ist von dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer – SSRI – die Rede. Alternativ wird der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer verschrieben.

Das Ziel der Medikamente und einer Therapie ist es, Ihre Angst in den Griff zu bekommen und diese auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Beruhigungsmittel helfen nur selektiv in der entsprechenden Situation, sollten jedoch nur in absoluten Ausnahmefällen eingenommen werden. Ärzte warnen vor der erhöhten Gefahr der Abhängigkeit. Lernen Sie gemeinsam mit einem Psychotherapeuten, über Ihre Sorgen zu sprechen und mit Ihnen umzugehen. Auf diese Weise lassen sich körperliche und psychische Beschwerden auf lange Sicht herabsetzen.

 

Fazit

Generalisierte Angststörungen wirken sich auf das ganze Leben aus. Eine chronische Angststörung liegt vor, wenn eigentlich normale Alltagssituationen Anspannung und Angst auslösen. Letztendlich ist nur ein Facharzt oder Psychotherapeut in der Lage, eine wirkliche Diagnose zu stellen. Alternativ zu Medikamenten bieten sich homöopathische Mittel an, die bei bestimmten Symptomen eine Linderung versprechen.

 

weiterführende Information:

www.psychenet.de – Weiterführend zu Angststörungen

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