So bekommt man Einzelzimmer im Krankenhaus auch als Kassenpatient

Mehrbettzimmer oder Einzelzimmer für gesetzlich Versicherte?

Für viele ist es ein Graus, wenn ein Krankenhausaufenthalt ansteht. Kaum ein anderes öffentliches Gebäude ist mit so vielen negativen Eigenschaften behaftet wie ein Krankenhaus. Schließlich bringen wir mit dieser Institution Beschwerden, Schmerzen und Unwohlsein in Verbindung. Landen Sie dann noch gemeinsam mit vielen anderen Patienten in einem Gruppenzimmer und können über die ganze Nacht kein Auge zumachen, sind die Erholung und die letzten Nerven dahin. Doch auch als Kassenpatient können Sie Einzelzimmer im Krankenhaus bekommen, so geht das:

Gespräch: Was ksotet ein Einzelzimmer im Krankenhaus
Kosten eines Einzelmimmer im Krankenhaus – Urheber: bialasiewicz / 123RF.com

 

In diesem Zusammenhang möchten wir im folgenden Beitrag, auf die Frage zu sprechen kommen, wann Ihnen ein Einzelzimmer im Krankenhaus auch als Kassenpatient zusteht. Wir werden konkrete Antworten finden und helfen besorgten Patienten auf diese Weise weiter.

 

Einzelzimmer im Krankenhaus

Laut einer offiziellen Statistik der Barmer GEK dauert ein Krankenhausaufenthalt im Durchschnitt 8,5 Tage (Stand: 2009). Hier lässt sich ein merklicher Unterschied im Vergleich zu 20 Jahren vorab festmachen, als sich die Patienten in deutschen Krankenhäusern noch 13,4 Tage aufhielten. Der reduzierte Aufenthalt ist zum einen auf eine höhere Effizienz und modernere Geräte zurückzuführen und zum anderen auf die schnelle und ökonomische Abwicklung in den zum Teil komplexen und zeitgemäßen Krankenhäusern.

Neben der Frage, wie lange Sie sich in die Hände der Ärzte in einem Krankenhaus zu begeben haben, plagt viele Patienten die Sorge, gemeinsam mit vielen anderen in einem Mehrbettzimmer zu landen und keinerlei Ruhe zu finden. Was steht mir als Kassenpatient eigentlich zu? Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Frage immer wieder zu weitreichenden Diskussionen führt. Auch wenn Kassenpatienten oftmals nicht auf Rosen gebettet sind, so sollten Sie gerade im Hinblick auf das Krankenhaus Ihre Rechte kennen, um diese vor Ort einzufordern.

 

Was sagt die Stiftung Warentest über Krankenhausaufenthalte?

Sie müssen sich keinerlei Sorgen machen, wenn es um die Qualität und die Wertigkeit der Behandlung geht. Ob privat oder gesetzlich versichert: Helga Kühn Mengel, die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, äußerte sich gegenüber Stiftung Warentest, dass die allgemeine Versorgung in den Krankenhäusern von Deutschland als gut einzuschätzen sei. Der Großteil der Probleme schlägt sich vor allen Dingen im Hinblick auf die Kommunikation zwischen den Ärzten und ihren Patienten nieder. Oftmals müssen Streitschlichter eingesetzt werden, um zwischen beiden Parteien zu vermitteln, das diese zu oft aneinander vorbei reden.

 

Gleiche Behandlung für privat und gesetzlich Versicherte?

Seit 2004 gibt es Patientenbeauftragte, die im Sinne der Gesundheitsreform die Rechte der Patienten durchsetzen. Dies hat gerade in den letzten Jahren zu einigen revolutionären Veränderungen in den Krankenhäusern geführt. Ist eine Behandlung notwendig, um eine Krankheit zu erkennen und zu heilen, hat jeder Patient auf das Recht auf einen Aufenthalt und die fachgerechte Behandlung in einem Krankenhaus. Eine Krankenkasse ist dazu verpflichtet, den Aufenthalt des Patienten in einem Krankenhaus zu bezahlen.

Noch dazu werden die elementaren Vorbereitungsuntersuchungen ebenfalls finanziert. Kommt ein Kind ins Krankenhaus, hat dieses Elternteil das Recht ebenfalls die Kosten für den Aufenthalt im Krankenhaus einzufordern. Letztendlich überprüft der Klinikarzt, ob eine Behandlung im Krankenhaus wirklich notwendig ist und entscheidet immer im Sinne der Gesundheit des Patienten.

 

Was zahle ich pro Tag zur Krankenversicherung dazu?

Neben der ärztlichen Versorgung hat jeder gesetzlich versicherte Patient während des Krankenhausaufenthalts das Recht auf die Pflege und die Versorgung mit Hilfsmitteln, Heilmittel und Arzneimitteln. Erreicht der Patient das Alter von 18 Jahren, so muss dieser pro Tag zehn Euro für den Krankenhausaufenthalt einzahlen. Die obere Bemessungsgrenze für diesen Zeitraum liegt bei 280 € maximal.

Erreichen Sie diesen Betrag, müssen Sie keine weiteren zehn Euro pro Tag zahlen. Darüber hinaus entfällt ab dem 29. Tag im Krankenhaus diese Gebühr. Geht eine Frau zur Entbindung ihres Kindes ins Krankenhaus, muss ebenfalls diese Gebühr nicht bezahlt werden. Haben Sie bereits über 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen für Medikamente und Krankenhausaufenthalt sowie Arztbesuche bezahlt, sind Sie ebenfalls von dieser Gebühr befreit.

 

Zusatzversicherung für den Krankenhausaufenthalt abschließen

Als gesetzlich Versicherter haben Sie in der Regel kein Recht auf ein Einzelzimmer und müssen sich mit einem Mehrbettzimmer zufrieden geben. Doch steht mittlerweile die Option, dass eine Behandlung durch den Oberarzt bzw. Chefarzt sowie ein Einzelzimmer im Bereich der Wahlleistungen ausgewählt werden können. Auf diese Weise rücken die gesetzlich versicherten Patienten auf dieselbe Ebene wie ein Privatpatient. Auch der Privatpatient kommt für sein Einzelzimmer entsprechend auf. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass die Preise für die Einzelzimmer von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich sind. Doch in der Regel müssen Sie mit 100 € pro Tag rechnen.

 

Was kostet ein Einzelzimmer im Krankenhaus

In diesem Zusammenhang gibt es keinerlei Obergrenze, da Sie das Einzelzimmer freiwillig dazu buchen. Jeder gesetzlich Versicherte hat die Möglichkeit für diese Wahlleistungen in einem Krankenhaus eine zusätzliche, private Krankenhauszusatzversicherung abzuschließen. In dieser Zusatzversicherung ist ebenfalls die Behandlung vom Chefarzt mit inbegriffen. Buchen Sie diese Zusatzleistungen hinzu, können Sie schnell in die Bereiche von 1000 € gelangen. Es ist also empfehlenswert, in diesem Zusammenhang auf eine Zusatzversicherung und Komplettpakete zu setzen. Hier sei anzumerken, dass nicht jeder Kassenpatient in der Lage ist, eine entsprechende Zusatzversicherung abzuschließen. So werden oftmals schwer kranke Patienten oder ältere Patienten im Rentenalter für diese Versicherung abgelehnt.

 

Im Allgemeinen ist mittlerweile davon auszugehen, dass immer mehr Patienten ambulant behandelt werden. Der allgemeine Behandlungsstandard ist stark angestiegen, was auch die Qualität und die Wertigkeit der Krankenhäuser anbelangt. Noch immer sind das Krankenhaus und das Personal selbst dafür verantwortlich, wo der Standard und die Zufriedenheit der Patienten sich einpegelt. Legen Sie auch als gesetzlich Versicherter Wert auf einen Aufenthalt in einem Einzelzimmer, empfiehlt sich eine Zusatzversicherung, die jedoch nicht von jedem Patienten abgeschlossen werden kann.

Andernfalls besteht die Chance, unter Wahlleistungen ein Einzelzimmer für ca. 100 € am Tag hinzu buchen. Gesetzlich Versicherte haben in der Regel nur das Recht auf Mehrbettzimmer und zahlen für den Krankenhausaufenthalt im Durchschnitt zehn Euro am Tag.

 

weiterführenden Information:

https://www.test.de/Krankenhaus-Zusatzversicherung-Trotz-Kasse-in-die-erste-Klasse-1133262-2133262/

 

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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