Wenn der Nerv im Nacken klemmt

Ein eingeklemmter Nerv im Nacken verursacht üblicherweise eine akute Schmerz-Symptomatik, die von einer Bewegungseinschränkung und Gefühls- und Empfindungsstörungen der Extremitäten begleitet werden kann.

Angesichts des Leidensdruckes wünscht sich der betroffene Patient eine rasche Linderung der Beschwerden.

Als Differentialdiagnose muss natürlich immer eine ernsthaftere Erkrankung, wie etwa ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule ausgeschlossen werden.

Eingeklemmter Nerv: Typische Symptome

Unabhängig von der Körperregion behindert ein eingeklemmter Nerv ganz grundsätzlich das normale Funktionieren des jeweils blockierten peripheren neuronalen Netzwerkes.

Die Symptomatik, die sich daraus ergibt, hängt natürlich immer auch davon ab, welches die Aufgaben des betroffenen Nervs sind. Im Bereich des peripheren Nervensystems gibt es nämlich Nerven, die eher motorische (bewegungsbezogene) und Nerven die eher sensorische (empfindungsbezogene) Aufgaben erfüllen.

Im Folgenden sollen die typischen Symptome aufgezählt werden, die ein eingeklemmter Nerv im Nacken verursachen kann:

  1. Die typische akute Schmerzsymptomatik präsentiert sich als plötzlich einschießender Schmerz, der sowohl brennend als auch stechend sein kann.
  2. Üblicherweise zeigt sich ein eingeklemmter Nerv im Nacken mit einer weiteren Symptomatik, die über die Schmerzempfindung hinaus geht. Dazu gehören im sensorischen Bereich Missempfindungen, die sich in Form von Kribbeln („Ameisenlaufen“) präsentieren können. Manchmal fühlen sich die betroffenen Areale taub an.
  3. Im motorischen Bereich kann ein eingeklemmter Nerv im Nacken eine Bewegungseinschränkung oder Lähmungen hervorrufen. In diesem Fall liegt meistens ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule zu Grunde und es ist ein einem solchen Fall besonders wichtig, dass sofort ein Arzt eingeschaltet wird, da sonst dauerhafte Einschränkungen der Beweglichkeit drohen.
  4. Eine Einklemmung verursacht Schmerzen und Beschwerden im gesamten Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs, welches überaus weitläufig sein kann. Der Probleme können damit in Körperregionen auftreten, die weit vom Ort der Einklemmung entfernt sind. Beispielhaft sind die heftigen in die Beine oder den Hüftbereich ausstrahlenden Schmerzen, die bei einer Beeinträchtigung des Ischias auftreten können.

Eingeklemmter Nerv: Mögliche Ursachen

Die typische und vielleicht auch die am wenigsten problematische Ursache, die eine Einklemmungen oder Reizungen der Nerven hervorrufen kann, sind Verkühlungen und Verhärtungen bestimmter zentraler Muskelpartien, die zu minimalen Verletzungen führen und auf lange Sicht entzündliche Prozesse der betroffenen Nerven hervorrufen können.

Ein verhärtetes Muskelgewebe kann einen konstanten Druck auf Nerven ausüben, der letztlich auf Grund von chronisch entzündlichen Veränderungen die Leitfähigkeit des Nerven dauerhaft schädigen kann.

Schmerzlinderung bei eingeklemmter Nerv

Durch dauerhafte Fehlhaltungen und auf Grund von einer teilweise extremen Bewegungsarmut im alltäglichen Leben, leiden Frauen und Männer in unserer Zivilisationsgesellschaft überaus häufig an Verhärtungen der Muskulatur, so dass ein Eingeklemmter Nerv im Nacken oder anderswo im Körper ein sehr häufig auftretendes Problem darstellt.

Andererseits können es natürlich auch der Sport und die Bewegung selber sein, die einen entsprechenden Symptomkomplex auslösen. Wenn man eine entsprechende Muskelpartie beim Training zu stark belastet – etwa weil man – den Aufwärmvorgang zu kurz gehalten hat, dann kann es schnell passieren, dass man sich eine Muskelzerrung zuzieht, die mit Reizungen und Enklemmungen eines Nervs einhergeht.

Wie bereits erwähnt kommt es vor, dass der eingeklemmte Nerv im Nacken durch eine schwerwiegendere Störung ausgelöst wird.

Eine akute Ursache für eine Einklemmungen von Nerven ist beispielsweise das sogenannte Schleudertrauma, welches häufig die Folge ruckartiger forcierter Nackenbewegungen ist, wie sie im Rahmen von Unfällen vorkommen.

Insbesondere bei starken bewegungsunabhängigen Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, sowie bei Lähmungserscheinungen liegt möglicherweise ein Bandscheibenvorfall zugrunde, der dann möglicherweise eine operative Vorgehensweise erfordert und sich nicht mehr mit Hilfe von konservativen Therapiemöglichkeiten in den Griff bekommen lässt.

Hier ist eine Bildgebung zur diagnostischen Klärung zwingend erforderlich. Dadurch lassen sich auch Tumorerkrankungen der Wirbelsäule ausschließen, die in seltenen Fällen die genannten Beschwerden auslösen können.

Eingeklemmter Nerv Behandlung

Manuelle Anwendungen und Schmerztherapie

Die Behandlungsoptionen mit denen sich ein eingeklemmter Nerv im Nacken auf Dauer wieder in Griff bekommen lässt, richten sich natürlich nach dem jeweiligen Auslöser der Problematik.

Unterteilen kann man die Behandlungsmethoden in konservative und operative Verfahren, wobei letztere üblicherweise erst dann erforderlich werden, wenn der Einklemmung ein schwerer Bandscheibenvorfall oder eine Tumorerkrankung zugrunde liegen.

Zu den konservativen Verfahren gehören Bewegungsangebote, Physiotherapie, Massagen und ähnliche „sanfte“ Verfahren, die aber häufig auch von einem Schmerzmitteleinsatz (in Tabletten oder Salbenform) begleitet werden, damit der Patient nicht in Versuchung gerät, dauerhaft eine Schonhaltung einzunehmen.

Eine lokale Behandlung mit Hilfe von Schmerzmitteln, die direkt in den betroffenen Bereich injiziert werden, kann durch den Arzt empfohlen werden, da sie eine systematische Aufnahme der Analgetika vermeidet und gleichzeitig der Anwendung schmerzlindernder Salben an der Wirksamkeit überlegen ist.

Wärmeanwendungen und Massagen

Ein eingeklemmter Nerv im Nacken kann erfolgreich mit Wärmeanwendungen behandelt werden, da hierdurch eine bessere Durchblutung der betroffenen Bereiche erreicht wird und ein Entspannungszustand der Muskulatur eintritt.

Die Wärmezufuhr kann dabei mit Hilfe von Wärmflaschen oder Kirschkernkissen erreicht werden, oder aber mit Hilfe von Wärmepflastern, die sich im Zweifel besser in den Alltag integrieren lassen.

Dabei arbeiten die handelsüblichen Wärmepflaster mit unterschiedlichen Methoden: entweder sie sind mit einer Sensorik ausgestattet, die tatsächlich Wärme produziert, oder sie enthalten Wirkstoffe wie Capsaicin und erzeugen auf Grund der „Schärfe“ des Inhaltsstoffes einen wärmenden Effekt.

Mit Hilfe von mehrmals wöchentlich durchgeführten Massageanwendungen, die möglichst auch nach Abklingen der akuten Beschwerden noch weiter angewandt werden sollten, lässt sich ein eingeklemmter Nerv im Nacken durch Entspannung der Muskulatur wieder in einen gewissen Ruhezustand versetzen.

Formen der Prävention

Ein ausgebildeter Physiotherapeut kann seinen Patienten Kräftigungs- und Lockerungsübungen empfehlen, die auch dauerhaft im Alltag angewandt werden können, damit es zukünftig zu einer Vermeidung von pathologischen Bewegungsmustern oder Fehlhaltungen kommt.

Insbesondere bei Weiterbestehen der Beschwerden trotz bereits erfolgter schulmedizinischer Behandlung, kann es sinnvoll sein, sich über alternative Therapieoptionen zu informieren. Bei Schmerzen und Verspannungen haben sich insbesondere die Methoden der Akupunktur schon in vielen Fällen als überaus hilfreich erweisen.

Letzte Aktualisierung am

Literatur:

  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen: 5,00 Punkte, von möglichen 5)