Echokardiografie – Ultraschalluntersuchung am Herz

Indikation, Ablauf und Dauer der Echokardiografie

Die Echokardiografie ist die Ultraschalluntersuchung des Herzens. Sie kann Aufschluss geben über die Struktur des Herzens, die Pumpfunktion und die Funktion der Herzklappen. Häufig wird die Untersuchung als transthorakale Echokardiografie von außen durch den Brustkorb durchgeführt, für spezielle Fragestellungen ist jedoch auch eine Untersuchung durch die Speiseröhre, die transösophageale Echokardiografie, möglich. Der Untersuchungsablauf ist relativ standardisiert, da das Herz ist festgelegten Schnittebenen begutachtet wird.

Herz / Copyright: Eraxion, Bigstockphoto

 

 

 

Wenn ein Patient mit Beschwerden wie Luftnot oder Brustschmerzen bei Belastung, Schwindel, Herzstolpern oder Wasseransammlungen im Körper kommt, kann das auf eine Herzerkrankung hindeuten. Stellt der Arzt im Rahmen der körperlichen Untersuchung ein Herzgeräusch fest, liegt möglicherweise ein Herzklappenfehler vor. Um diesen Szenarien näher auf den Grund zu gehen, wird meist als eine der ersten nicht-invasiven Untersuchungen eine Echokardiografie durchgeführt.

 

Ablauf der Echokardiografie

„Die transthorakale Echokardiografie beginnt in der Regel damit, dass sich der Patient optimal auf der Untersuchungsliege platziert.“ Das bedeutet, der Patient liegt auf der linken Seite, den linken Arm unter dem Kopf. So werden die Zwischenrippenräume ein wenig erweitert und ein besseres Schallfenster ermöglicht. Patienten, die nicht entsprechend gelagert werden können, bleiben auf dem Rücken liegen – was auch möglich ist, für den Arzt jedoch etwas schwieriger zu untersuchen.
„Es gibt bei der Echokardiografie festgelegte Schnittebenen, in denen das Herz dargestellt wird.“ Es ist wichtig, die Ebenen exakt einzustellen, weil nur dann adäquate Messungen erfolgen können, die einen Vergleich mit den Normwerten ermöglichen. Die Schnittebenen sind:

  •  Parasternal lange Achse
  •  Parasternal kurze Achse
  •  Apikaler Vier- und Fünfkammerblick
  •  Apikaler Zwei- und Dreikammerblick
  •  Subxiphoidaler Blick

 

Einstellung der verschiedenen Ebenen in der Echokardiografie: parasternale Achsen

In der Regel beginnt man die Echokardiografie mit der parasternal langen Achse. Hier wird insbesondere die linke Herzhälfte gut dargestellt. Der Schallkopf wird links neben dem Brustbein, im oberen bis mittleren Bereich des Brustkorbs aufgesetzt. Man sieht den linken Vorhof, die Mitralklappe, die linke Kammer und den linksventrikulären Ausflusstrakt mit Aortenklappe und Aorta ascendens. In dieser Einstellung kann man die Größe von linkem Vorhof und Kammer ausmessen und die Dicke des interventrikulären Septums und der Hinterwand, die einen Hinweis auf eine linksventrikuläre Hypertrophie geben können. Auch ein eventuelles thorakales Aortenaneurysma könnte man in dieser Achse sehen.

Dreht man den Schallkopf um 90 Grad im Uhrzeigersinn, wird die parasternal kurze Achse erreicht. Hier wird einmal komplett durch die Längsachse des Herzens geschwenkt. So sieht man die Klappenebene mit Aorten-, Trikuspidal- und Pulmonalklappe, im weiteren Verlauf die Mitralklappe und anschließend den gesamten Querschnitt der Herzmuskulatur. Hier kann man erste Eindrücke über die Klappenfunktionen gewinnen und eine erste Einschätzung treffen über die Pumpfunktion des Herzens und regionale Wandbewegungsstörungen.

 

Echokardiografie der apikalen und subxiphoidalen Ebenen

„Eine der wichtigsten Einstellungen in der Echokardiografie ist der apikale Blick.“ Der Schallkopf wird dazu im Bereich der Herzspitze platziert, die ein Stück links unterhalb der linken Brustwarze liegt. Im Vierkammerblick sieht man das gesamte Herz mit allen Herzhöhlen und allen Herzklappen außer der Pulmonalklappe. So kann eine gute Ermittlung der Pumpfunktion erfolgen, die sowohl visuell eingeschätzt als auch gemessen werden kann. Auch regionale Wandbewegungsstörungen werden hier besonders gut sichtbar. Ebenso kann die Funktion des rechten Ventrikels und die diastolische Funktion des Herzens ermittelt werden.

Einen Hauptbestandteil dieser Einstellung macht die Diagnostik von Herzklappenfehlern aus. Dazu werden mithilfe der Doppler- und Farbdopplersonographie alle Herzklappen einzeln eingestellt. Durch verschiedene Messungen kann man sowohl Klappenstenosen als auch Klappeninsuffizienzen diagnostizieren und auch deren Schweregrad messen. Durch ein minimales Schwenken des Schallkopfs nach unten wird der Fünfkammerblick eingestellt, bei dem die Aortenklappe und der linksventrikuläre Ausflusstrakt ins Bild rutschen. Hier kann man die Funktion der Aortenklappen gut vermessen.

Dreht man den Schallkopf aus dem Vierkammerblick um 60 Grad gegen den Uhrzeigersinn, gelangt man in den Zwei- und Dreikammerblick, bei dem man die Vorderwand des Herzens noch einmal besser darstellen kann, als in anderen Ebenen.

Oft wird am Ende in Rückenlage noch eine subxiphoidale Achse eingestellt, bei der man von unterhalb des Brustbeins das Herz anlotet. In dieser Übersicht kann man die untere Hohlvene sehen und einschätzen, ob sich vor dem rechten Herzen ein Blutrückstau gebildet hat. Auch ein Perikarderguss kann in dieser Einstellung oft gut dargestellt werden.

 

Bei besonderen Fragestellungen: Transösophageale Echokardiografie

Bei der Sonderform der Untersuchung, der transösophagealen Echokardiografie, wird die Untersuchung durch die Speiseröhre durchgeführt. Auch hier gibt es verschiedene Ebenen und Einstellungen, die ähnlich wie die der transthorakalen Echokardiografie jeweils verschiedene Bereiche des Herzens nacheinander darstellen. „Bei der transösophagealen Echokardiografie kann insbesondere der linke Vorhof und das linke Herzohr gut dargestellt werden.“ Das ist wichtig, wenn man bei Patienten mit Vorhofflimmern einen Thrombus im linken Vorhof ausschließen möchte, zum Beispiel vor einer geplanten Kardioversion.

 

Wie lange dauert die Echokardiografie Untersuchung?

„In der Regel dauert eine Echokardiografie ungefähr 20 Minuten.“ Wenn jedoch spezielle Fragestellungen bestehen, mehrere komplizierte Klappenfehler vorliegen oder der Patient aufgrund anatomischer Besonderheiten oder schlechter Lagerung schwierig zu untersuchen ist, kann die Untersuchung auch länger dauern. Meistens wird jedoch eine Zeit von etwa 45 Minuten nicht überschritten.

 

Tipps für Patienten

Da bei der Echokardiografie spezielle Ebenen angelotet werden, muss der Arzt sehr genau arbeiten. „Schon ein kleines Schwenken des Schallkopfs oder eine kleine Bewegung des Patienten kann das gesamte Bild verrutschen oder komplett verschwinden lassen.“ Wenn sie Fragen zur Untersuchung haben, ist es daher am besten, diese vorher oder hinterher mit dem Arzt zu klären und während der Untersuchung möglichst wenig zu reden. Die Bilder der Echokardiografie werden in der Regel vom Gerät gespeichert und können auch hinterher noch abgerufen und demonstriert werden.