Die 10 wichtigsten Fragen & Antworten zur Kinderlähmung (Polio)!

Bei der Kinderlähmung oder kurz Polio haben wir es mit einer schweren Infektionskrankheit zu tun. Sie gilt als höchst ansteckend und gefährlich. Dabei ist Polio bis zum heutigen Tage fast ausgerottet worden. Nicht zuletzt die Impfdebatte der letzten Jahre hat eben dieses Thema wieder ans Tageslicht gebracht. Wir wollen nun das Thema Impfen nicht aufs Neue beschwören. Dennoch beantworten die häufigsten Fragen besorgter Eltern.

Kinderlähmung
© Coloures-pic

Was ist Kinderlähmung?

Bei der Poliomyelitis handelt es sich um ein hoch ansteckendes Virus, das mit Fieber einhergeht. Polio führt zu Lähmungen und ist sehr gefährlich. Zumal es in extremen Fällen sogar zum Tode führen kann.

Wann bricht die Krankheit aus?

Tatsächlich vergeht zwischen dem ersten Kontakt und der Ansteckung ein sehr kurzer Zeitraum. Die Inkubationszeit pegelt zwischen drei bis hin zu 35 Tagen.

Die drei Phasen der Kinderlähmung

  1. Geht mit Fieber, Schmerzen und Beschwerden auch eine Einschränkung der Beweglichkeit einher, sollten die Alarm Glocken läuten. Insbesondere wenn Sie von Polio Fällen bereits in Ihrem Umfeld gehört haben.
  2. Zunächst versuchen die Ärzte das Fieber zu senken und die Schmerzen zu lindern. Bettruhe, Entspannung, aber auch eine folgerichtige Pflege gehören in dieser Phase zu einer wichtigen Therapie.
  3. Ungefähr 2 bis 4 Wochen nach Ausbruch der Krankheit beginnt die Physiotherapie. Um spätere Schäden zu vermeiden.

Auch wenn Europa als poliofrei gilt. So können die Viren aus anderen Ländern eingeschleppt werden.

Wer kann Kinderlähmung bekommen?

Eigentlich hatte man laut Angaben der WHO die Kinderlähmung seit 2012 ausgerottet. Leider ist es 2010 wieder zu vereinzelten Krankheitsfällen gekommen. Vermutlich haben sich diese ausgehend von Kasachstan, Russland und Turkmenistan bis nach Europa ausgebreitet. 1998 hat man bei einem 33 Monate alten Baby Polio festgestellt. Weitere vereinzelte Fälle kamen in Bulgarien oder Georgien. So steigt die Gefahr, wenn man davon ausgeht, dass die Erreger durch Urlauber und Reisende eingeführt werden.

Wie wird Kinderlähmung übertragen?

Der eigentliche Verursacher ist der Polio Virus. Dabei können wir drei Typen unterscheiden. Eines haben alle gemeinsam: Sie werden über die Schmierinfektion übertragen und über den Kot ausgeschieden. Infolgedessen müssen zwei Menschen in einen engeren Kontakt treten, um sich zu infizieren oder aber verunreinigtes Wasser zu sich nehmen.

In den frühen Momenten von Polio gehen die Viren auch über die Tröpfcheninfektion auf andere weiter. Das bedeutet: Winzige Tröpfchen in der Luft und Speichel reicht aus, um sich anzustecken. Gerade wenn schlechte hygienische Bedingungen vorherrschen, begünstigt diese eine Ansteckung.

Wenn weisen Sie diesen Poliovirus nur über das Rachen Sekret und frühestens 36 Stunden nach der Infektion nach. 72 Stunden später gelangen die Viren über den Stuhl nach draussen.

Wer ist von der Kinderlähmung betroffen?

Vor Jahren lag die Ansteckung bei Kleinkindern und Säuglingen vergleichsweise hoch. Wobei eigentlich noch ein gewisser Schutz durch die Antikörper der Mutter bestehen.

Was löst Kinderlähmung aus?

In diesem Zusammenhang kommen wir auf den Impfstoff und den Bakteriologen Jonas Salk zu sprechen. Im Grunde genommen haben wir es diesem Mann zu verdanken. Vorab erkrankten unzählige Kinder an dieser rätselhaften Lähmung. Heute steht fest, dass die äußerst aggressiven Polioviren dafür verantwortlich sind.

„Frei von Angst zu sein ist die stärkste aller Emotionen“ (Jonas Salk gegenüber der Los Angeles Times)

Krankes Kind © Unsplash

Wie Kinderlähmung vorbeugen?

Prinzipiell ist die Impfung im Säuglingsalter die sicherste Vorsorge. Zunächst verwendete man den Lebend-Impfstoff als Schluck-Impfung. Heute verwenden die Ärzte in Deutschland nur noch einen inaktivierten Polio-Impfstoff. Was den gesamten Verlauf der Impfungen enorm vereinfacht.

  1. Drei Impfungen im 1.Lebensjahr.
  2. Dann folgt eine Vierte anfangs des 2.Lebensjahres.
  3. Zumeist erfolgt die Auffrischung der Impfung zwischen dem 9. und dem 17. Lebensjahr.

Folglich bildet die Grundimmunisierung einen lebenslangen Schutz gegen Polio.

ACHTUNG: Meldepflicht! Schlussendlich handelt es sich um eine meldepflichtige Krankheit laut Infektions-Schutzgesetzt.

Wie erkenne ich Kinderlähmung – Symptome und Anzeichen?

Zunächst bilden die Anzeichen für Polio einen ersten Verdacht, dem Sie unbedingt nachgehen sollen. Danach wird der Arzt eine Stuhlprobe entnehmen und untersuchen. Hinzu kommt etwas Rachen Spülwasser. Da sich hier die Polio Viren zeigen. Außerdem treten die Lähmungen auch im Gehirnwasser auf – sodass hier ebenso Viren nachgewiesen werden.

Hier die wichtigsten Symptome für Kinderlähmung:

  • Halsschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • husten,
  • Fieber,
  • extreme Schweißentwicklung und
  • Gliederschmerzen.

Leider erinnern diese Anzeichen an eine gewöhnliche Grippe. Zumal bis zu 95 % der Erkrankung vollkommen ohne Symptome abläuft.

Wie wird Polio behandelt?

Allerdings bleibt Ärzten nichts anderes übrig, als die Beschwerden zu behandeln. Derzeit sind keinerlei anti-virale Substanzen für eine gezielte Gegenmaßnahme verfügbar. Hier eine paar sinnvolle Therapieansätze:

  • Zunächst gilt strenge Bettruhe.
  • Zudem müssen Patienten richtig gelagert werden.
  • Ihr Arzt wird mit Schmerzmitteln das Fieber senken.
  • Hinzu kommt eine schonende Pflege.

Sind die ersten Symptome abgeklungen geht es in eine behutsame Krankengymnastik. Tatsächlich können Sie so Lähmungen und den Rückgang der Muskeln entgegenwirken. Beispielsweise gibt man den Patienten Gehhilfen oder orthopädische Mittel.

Bei besonderer Schwere können Lähmungen und Muskelschwäche weiter bestehen bleiben.

Stellen die Ärzte im Gegensatz einen schweren Verlauf fest? Dann kommt es zu Störungen beim Schlucken und Atmen. Leider geht nun kein Weg mehr an der Intensivstation vorbei. Folglich können auch Beatmungsgerte mit nach Hause gegeben werden. Auf jeden Fall sollten Sie eine körperliche Überlastung vermeiden.

Wie steht es um die Aussicht auf Heilung?

Hier entscheiden die ersten sechs Monate. Erfahrungen haben gezeigt, dass eine folgerichtige und intensive Reha von Anfang an eine Basis für eine schnellere Genesung legt. Außerdem ist es möglich, dass sich Lähmungen noch bis zu zwei Jahre nach Ausbruch der Krankheit zurückbilden. Insbesondere Patienten mit einem schweren Verlauf, werden sich wohl nie vollständig erholen. Die beste Chance bleiben, indem Sie der Gefahr konsequent durch eine ausreichende Vorsorge aus dem Weg gehen. Dabei lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt beraten.

Fazit

  • Zusammenfassend gehört Kinderlähmung zu einer gefährlichen Virus Erkrankung, die noch dazu leicht durch Schmierinfektion übertragen wird.
  • Mittlerweile ist Europa polio frei. Dennoch sind wieder vereinzelte Fälle durch eingeschleppte Viren 2012 aufgetreten.
  • Neben Gliederschmerzen gehören Fieber und Kopfweh zu den ersten Symptomen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, um eine schnelle Behandlung einzuleiten.
  • Nach der akuten Phase der Krankheit sollten Sie schnellstmöglich mit der physiotherapeutischen Behandlung beginnen.
  • Noch immer gilt die Grundimmunisierung durch mehrere Impfung als sicherste Vorsorge.
Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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