Diabetes Mellitus erkennen und behandeln!

So erkennen Sie Diabetes Mellitus

Diabetes Mellitus lässt sich mit dem „honigsüßen Durchfluss“ übersetzen und wird umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit beschrieben. Auch die Bezeichnung der Blutzuckerkrankheit wird als Begriff für diese Beeinträchtigung ausgewählt. Zu den Symptomen gehört das Ausscheiden von Zucker mit dem Urin, sodass es sich hier um eine Stoffwechselkrankheit handelt, die das ganze Leben für sich vereinnahmt. Wir stellen im folgenden Beitrag, die Symptome und Ursachen von Diabetes Mellitus detailliert vor. Zudem präsentierten wir erfolgversprechende Behandlungen und Therapien.

diabetis mellitus erkennen
diabetis mellitus erkennen und behandeln – Urheber: dolgachov / 123RF.com

 

Wie funktioniert die menschliche Verdauung?

Über die Geschmacksprobe des Urins diagnostizierte Thomas Willis 1675 diese Krankheit – folglich kann man im Harn von erkrankten Patienten einen erhöhten Blutzuckerspiegel feststellen – zudem nimmt der Urin einen süßlichen Geschmack an. Wir nehmen mit unserer Nahrung Kohlenhydrate auf. Diese sind in Früchten, in Kartoffeln und Mais sowie in Getreideprodukten und Reis enthalten. Die menschliche Verdauung ist in der Lage, die aufgenommenen Kohlenhydrate in Glukose, sprich: Traubenzucker, abzubauen. Glukose geht anschließend über die Darmwand in das Blut über und verteilt sich im gesamten Organismus.

 

Welche Bedeutung hat Insulin für unseren Körper?

Eine weitere zentrale Rolle im menschlichen Organismus ist das Hormon Insulin. Es wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und gilt als Botenstoff. Insulin organisiert und regelt den Transport von Glukose in das Innere der Zellen. Dort benötigt unser Körper Glukose zur Energiegewinnung, um es folgerichtig über die Glykolyse wieder zu verbrauchen. Darüber hinaus ist es dem Hormoninsulin möglich, eine Speicherung der Glukose in Gang zu setzen. Die Speicherung von Glukose erfolgt als Glykogen in den Muskeln und in der Leber. Auf diese Weise ist es Ihrem Organismus möglich, mit der Nahrungsaufnahme den Blutzuckerspiegel auf einem ausgeglichenen Niveau zu halten.

Zu weitreichenden Problemen kommt es immer dann, wenn die Zellen kaum noch oder gar kein Insulin produzieren. Es kommt zu einer andauernden Glukoseaufnahme und der Neubildung direkt in der Leber. Infolgedessen steigt der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, denn diese sind nicht in der Lage, Insulin zu bilden. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist vor allem in den Morgenstunden festzustellen, hier ist von dem bekannten Dawn-Phänomen die Rede.

 

Was passiert bei Diabetes Mellitus?

Bei Diabetes Mellitus bleibt die Glukose, die über die Nahrung aufgenommen wird, im Blut. Parallel dazu verläuft die Neubildung von Glukose in der Leber vollkommen ungebremst und unorganisiert, das kann zum einen den Verbrauch ausgleichen, aber auch zum anderen übersteigen, was wiederum den menschlichen Blutzucker ansteigen lässt. Wir haben es bei Diabetes Mellitus mit einem äußerst komplexen Prozess zu tun, der sich nur ansatzweise skizzieren und nachvollziehen lässt.

Im Prinzip sind alle Patienten und Betroffene dazu verdammt, den Rest ihres Lebens mit dieser Stoffwechselerkrankung zu leben und ihre Gewohnheiten daraufhin abzustimmen. Eine geschulte und fachliche Beratung sowie Behandlung und eine folgenreiche Therapie gelten als Voraussetzungen, um mit der Diabetes Mellitus gesundheitlich leben zu können. Diese Beratung und Umstellung setzt bei den Ernährungsplänen ein, führt hin zur Medikation und zu einer folgerichtigen Organisation des gesamten Tagesablaufs.

Eine weitere doch recht unbekannte Funktion von Insulin kommt vor allen Dingen der Speicherung von Körperfett in Depots zu. Hier ist von der so genannten adipogenen Wirkung die Rede. Kommt es zu einem anhaltenden und äußerst schweren Insulinmangel, geht auch eine drastische Gewichtsreduktion einher.

 

Die Klassifikation von Diabetes Mellitus

 

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich 1965 für eine Klassifikation und Diagnostik von Diabetes Mellitus entschieden – diese Anordnung wurde 1997 durch die amerikanische Diabetes Gesellschaft aktualisiert und 2000 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft übernommen. So ist es sinnvoll, Diabetes Mellitus nach seiner Behandlung in vier verschiedene Gruppen einzuteilen.

Einzig und allein die Gruppierung nimmt darauf Bezug, dass es sich hierbei nicht um eine Erkrankung handelt. Seit 1998 kennt man die Diabetestypen 1 und 2. Hier geht es folgerichtig um die Ursachen der Zuckerkrankheit. Bei dem Typ 1 der Diabetes kommt es zu einem Insulinmangel über die Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Wohingegen Typ 2 der Diabetes zumeist als eine Art Kombination aus einer Resistenz gegen Insulin, aus einem relativen Insulinmangel oder jeder Form von Sekretstörungen hervorgeht. In diesem Zusammenhang werden auch andere spezifische Diabetestypen von den Ärzten unterschieden.

 

Diabetes Mellitus Typ 1 und 2 richtig unterscheiden

Bei dem Diabetes Typ 1 muss das fehlende Hormon Insulin hinzugeführt werden. Hierfür hat die Gesundheitsbranche spezielle Insulinpräparate vorbereitet, die eine andauernde Therapie veranschlagen. Eine Heilung dieser Diabetesform ist nicht zu erwarten: Es geht lediglich um den Ersatz des körpereigenen Hormons. Jeder Patient des Typ 1 muss diese Therapie bis an das Lebensende durchführen.

Darüber hinaus können Glukosesensoren in Kombination mit einer Insulinpumpe den jeweiligen Stand des Blutzuckerspiegels diagnostizieren. Noch vor Jahren war die kontinuierliche Blutzuckermessung äußerst aufwändig. Heute stehen uns zahlreiche technische Innovationen zur Verfügung. Für diesen Typ 1 sind zumeist genetische Ursachen verantwortlich, im Gegensatz zum Diabetes Typ 2 – hier ist die Hauptursache das Übergewicht.

Ärzte raten Betroffenen des Diabetes Typ 2 vor allen Dingen zu einer vollständigen Umstellung des Lebens, zu einer Gewichtsabnahme und zu regelmäßiger Bewegung. Folgerichtig hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft 2009 neue Leitlinien veröffentlicht, die eine medikamentöse Therapie erst nach den vorhergehenden Maßnahmen empfiehlt. Eine Studie hat ergeben, dass die diagnostizierten Diabetiker dieses Typs über eine Gewichtsabnahme von ca. 10 kg bereits eine merkliche Veränderung des Blutzuckers erreichen. Diese umfassende Lebensänderung zielt auf alle Lebensbereiche und vor allen Dingen die Ernährung ab. Auch wenn es für diesen Schritt mehrere Studien gibt, zeigen Umfragen immer wieder, dass Patienten lieber die Einnahme von Medikamenten hinnehmen, als das komplette Leben zu ändern.

 

Die häufigsten Symptome für Diabetes Mellitus

Aktuelle Studien haben ergeben, dass bereits dreimal in der Woche eine anstrengende dreißigminütige Bewegungseinheit das Risiko von Stoffwechselerkrankungen erheblich herabsetzt. Zu den medikamentösen Therapien gibt es momentan unterschiedliche Studien, in diesem Bereich sollten Sie mit einem Facharzt eine umfassende Beratung durchführen. Schlussendlich gehören zu den Hauptsymptomen der drastische Gewichtsverlust und die Müdigkeit, die als Alarmsignale zu verstehen sind. Hier folgen weitere Anzeichen für eine Diabeteserkrankung:

  • häufiges Wasserlassen,
  • starker Durst,
  • schuppige und juckende Haut,
  • Gewichtsverlust,
  • Müdigkeit,
  • schlecht heilende Wunde,
  • Infektionsanfälligkeit.

Zu einem der wichtigsten Symptome zählt der Atemgeruch nach Azeton. Dieser erinnert an überreifes Obst und ist ein Anzeichen dafür, dass nicht ausreichend Zucker in die Zellen gelangt und der Körper beginnt, seine Fettzellen abzubauen. Achtung: Die Zuspitzung dieses Zustands kann bis in das diabetischen Koma reichen und zu einer Lebensgefahr für jeden Patienten werden.

 

weiterführende Information:

http://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes/Symptome-Anzeichen-fuer-einen-Diabetes-222631.html

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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