Blase trainieren durch Anhalten

So funktioniert das Blasentraining durch Anhalten:

Menschen, die unter einer schwachen Blase leiden, beeinträchtigen den gesamten Alltag. Oftmals kann man gar keinen anderen Gedanken fassen, als den die nächste Toilette zu finden. Dabei ist es sogar möglich, den unentdeckten Blasen- bzw. Harndrang zu unterdrücken und gezielt zu trainieren. Die Basis bildet ein durchdachtes Blasentraining –  indem sie die Blase trainieren anhalten.

Blase trainieren durch Anhalten
Blasenschwäche in den Griff bekommen – Blase trainieren durch Anhalten Copyright: Panom Bounak, Bigstockphoto

Zunächst einmal geht es darum, eine nervige Reizblase wieder in den Griff zu bekommen. Tatsächlich ist es auf diese Weise sogar möglich, verschiedene Formen von Harninkontinenz zu kontrollieren und bewusst darauf einzuwirken. Dahinter steckt kein Zauber, sondern ein durchdachtes Blasentraining. Fachleute sprechen im Alter von einer überaktiven Blase, die eigentlich unter der Beeinflussung des unwillkürlichen Nervensystems steht. Aber auch der willkürliche Teil des Nervensystems hat eine gewisse Wirkung auf den Drang. So ist es jedem Menschen möglich, das Verhalten der Blase bewusst zu kontrollieren und im Zaum zu halten.

 Zu den wichtigsten Basisübungen gehören die folgenden Komponenten:

  • Entspannung
  • Beckenbodentraining
  • Kontinenztraining bzw. Miktionstraining
  • Blasentraining

 

Handelt es sich um Belastungsinkontinenz, eine Dranginkontinenz oder eine Reizblase, die auch überaktive Blase genannt wird, können die oben genannten Methoden einen Schritt näher zu einem kontrollierbaren und einfacheren Leben führen. Krankhafte Ursachen organischen Ursprungs sollten Sie unbedingt von einem Arzt abklären lassen, denn dann werden Sie mit den Methoden keinen wirkungsvollen Fortschritt erzielen.

 

Das erklärte Ziel vom Blasentraining steht fest: Die Betroffenen sollen es schaffen, zurück zu einer vollkommen natürlichen Häufigkeit der Entleerung zukommen. Doch wie lässt sich eine Blase trainieren durch Anhalten?

 

Die Therapeuten raten, die Trinkgewohnheiten vermehrt unter Kontrolle zu stellen und dabei auch die Toilettengänge zu bestimmen. Die Urotherapie ist in diesem Bereich noch vollkommen neu und zielt vor allen Dingen auf verhaltenstherapeutische Ansätze. Wer erfolgreich im Blasentraining sein möchte, muss vor allen Dingen Geduld und Ausdauer mitbringen. Nicht zu unterschätzen ist der eigene Wille, der das ausschlaggebende Instrument ist, Inkontinenz zu beheben.

 

Prinzipiell ist es ratsam, vor der Kontaktaufnahme mit einem Arzt und einer medikamentösen Behandlung erst einmal den alternativen Weg zu gehen und die Blase durch den eigenen Willen zu kontrollieren. Dabei geht der Körper dahin, die eigenen Signale deutlicher und empfindsamer wahrzunehmen, um gezielt darauf zu reagieren. Nur so ist es Betroffenen möglich, auf die Reize richtig zu reagieren und diese Folge richtig einzuschätzen.

 

Zunächst einmal legen Sie ein Miktionstagebuch an. Hinter diesem Begriff versteckt nichts weiter als die Entleerung der Blase. Dieses Tagebuch dokumentiert unter anderem

 

  • die Häufigkeit der Toilettengänge,
  • wie viel Urin abgesetzt wurde,
  • wie viel Flüssigkeit zu sich genommen haben und
  • wann und wie oft Sie es rechtzeitig zur Toilette geschafft haben.

 

Gibt es einige Situationen, in denen Sie eigentlich immer auf Toilette müssen? Zu den häufigsten Gelegenheiten gehören zum Beispiel kalte Füße oder ein tropfender Wasserhahn, der dem Kopf ein Wasserlassen signalisiert. Nicht zu unterschätzen sind in diesem Bereich auch Essgewohnheiten und Trinkgewohnheiten. Wer hier kontrolliert einwirkt, hat die Gelegenheit, schnellstmöglich zum Erfolg zu kommen.

 

Aus einem geführten Tagebuch gehen die aktiven und intensiven Zeiten hervor, in denen die Blase gelehrt wurde. Insbesondere an diesem Zeichen sollte man sich orientieren und versuchen, den Harndrang aufzuhalten. Eingangs ist es empfehlenswert, sich immer in der Nähe einer Toilette aufzuhalten, und das Training regelmäßig in den Alltag mit einzuplanen. Oftmals dauerte Harndrang nur ein paar Augenblicke und Minuten, bevor er wieder nachlässt. Versuchen Sie dabei unterschiedliche Körperhaltungen einzunehmen und sich durch etwas Anderes abzulenken. Dann können Sie möglichst einfach die Zeit des Wartens und Anhaltens der Blase aushalten.

 

Was hilft gegen plötzlichen Harndrang?

  1. Suchen Sie sich einen Stuhl.
  2. Setzen Sie sich auf den Stuhl.
  3. Beugen Sie den Körper nach vorne.
  4. Warten Sie bis der Harndrang nachlässt.

 

Eigentlich wollen Sie durch das Anhalten der Blase den Harndrang unterdrücken und die Zeiten zwischen zwei Toilettengängen ausdehnen. Schritt für Schritt, Tag für Tag und Woche für Woche gewöhnt sich die Blase daran, auch mit einer größeren Füllmenge zurechtzukommen. Dabei entscheiden Sie selbst über die Intervalle, in denen Sie den Harndrang aufhalten.

 

Lieber nicht vorher zur Toilette gehen!

Es ist nicht empfehlenswert, sicherheitshalber die Blase zu entleeren, obwohl Sie nur einen geringen Druck verspüren. Da macht es gar keinen Sinn, dem Ratschlag nachzugehen, einmal auf die Toilette zu gehen. Durch das vorsorgliche Toilette-Gehen, trainieren Sie indirekt die Blase, das Signal immer eher auszulösen. Der Ratschlag an die Kinder, vor einem Ausflug oder einer längeren Autofahrt noch einmal auf die Toilette zu gehen, ist für Betroffene destruktiv.

 

Wie viel am Tag trinken?

Menschen, die unter Inkontinenz und Blasenschwäche leiden, wird geraten zwischen 1700 ml und 2200 ml pro Tag zu sich zu nehmen und womöglich alle 2-3 Stunden zu trinken. Insbesondere am Abend sollten Sie automatisch die Menge an Flüssigkeit reduzieren, damit Sie des Nachts nicht unter Harndrang leiden. Darüber hinaus halten Sie so ein schlüssiges Flüssigkeitskonzept und eine gleichbleibende Menge an Flüssigkeit in der Blase.

 

Wie Sie durch Training Blasenschwäche in den Griff bekommen?

Wer aus Angst vor einem zu häufigen Harndrang zu wenig trinkt, riskiert einen geringen Wassergehalt im Urin. Das kann so weit gehen, dass die Inhaltsstoffe im Urin in hochkonzentrierter und aggressiver Form die Blasenschleimhaut angreifen und sich im Endeffekt die Beschwerden verstärken und ausweiten. Darüber hinaus führt der Körper am Tag ca. 2 l über den Schweiß, den Stuhlgang und den Urin sowie die Lunge ab.

 

Ein gesunder Organismus und Stoffwechsel ist an eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr gebunden. Leider trinken viel zu viele Menschen zu wenig und warten auf den Durst, um für Nachschub zu sorgen. Oft ist es dann schon zu spät und der Körper klagt über Mangelerscheinungen. Kopfschmerzen gehören zu den leidigen Begleiterscheinungen, wenn Sie zu wenig trinken.

Tatsächlich lässt sich jede Blase trainieren durch Anhalten. Die Grundlage für den Erfolg ist ein schlüssiges Konzept bestehend aus regelmäßiger Flüssigkeitszufuhr alle 2-3 Stunden und ein gezieltes Training in der Nähe einer Toilette.

 

Letzte Aktualisierung am

weitere Quellen und Literatur:

  • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. Onlineversion abgerufen
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag
  • Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2009
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte

Medizinischer Hinweis:

Unsere Informationen dürfen nicht als Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder zur Eigenbehandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Fragen konsultieren Sie bitte immer Ihren Arzt.
Ilona Klavon, Medizinische Fachangestellte (MFA)
Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und begleitete als Elternberaterin junge Familien. Für unsere Webseite schreibt sie Fachtexte rund um Gesundheit, Familienalltag, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt. Durch ihre Erfahrung in den Themen kann Sie für unsere Leser Gesundheitsnachrichten und viele verschiedene Gesundheitsthemen verständlich näherbringen.
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