Bauchspeicheldrüsenkrebs: Ursachen, Symptome und Behandlung

3336

Aktualisierung am

Geht es um die Behandlung von Krebs und insbesondere um Bauchspeicheldrüsenkrebs, ist die Früherkennung eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die Heilungschancen zu erhöhen. Erst wenn mehr Menschen, die Symptome und die Ursachen von Krebs realisieren, lässt sich dieser Bereich entscheidend verbessern. Ein Teilbereich der Krebserkrankungen sind die Karzinome in der Bauchspeicheldrüse. Leider kommt es gerade hier im Frühstadium äußerst selten zu Symptomen und Anzeichen. Umso wichtiger ist es, die Zeichen des Körpers aufmerksam wahrzunehmen und zu deuten. Wir wollen Ihnen mit diesem Ratgeber zum Bauchspeicheldrüsenkrebs weiterhelfen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs | © pathdoc

Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Fachärzte sprechen vom Pankreaskarzinom. Das ist ein bösartiger Tumor. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Arten von Tumoren je nach Gewebetyp gibt. 95 % gehen auf exokrinen Pankreas zurück. Die bösartigen Tumore sitzen direkt in den Zellen am Bauchspeicheldrüsengang.

Diese Stelle passiert der Verdauungssaft, der aus der Bauchspeicheldrüse auf dem Weg in den Zwölffingerdarm ist. Besonders seltene endogene Pankreas Tumore kommen äußerst selten vor, sodass nur 5 % dieser Tumore unkontrolliert Hormone produzieren. Sehr selten sind diese Formen der Tumorerkrankungen, die zumeist im Erwachsenenalter auftreten.

So erkranken deutschlandweit jedes Jahr ca. 12.000 Patienten. Leider haben wir es hier mit einem äußerst bösartigen Krebs zu tun. Etwa  6 % aller Todesfälle hat dieser Krebs zu verschulden.

Die häufigsten Warnzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Tatsächlich ist die eigentliche Gefahr von Bauchspeicheldrüsenkrebs auf die zurückhaltenden Anzeichen im Anfangsstadium zurückzuführen. So werden viele der Tumore erst im  fortgeschrittenen Stadium entdeckt und sind dann kaum noch zu behandeln.

Patienten zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr gehören zur Risikogruppe für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wobei vor allen Dingen Männer von dieser Krankheit betroffen sind. Umso wichtiger ist es, die Anzeichen und Ursachen so früh wie möglich zu erkennen.

Fachärzte sprechen häufig von diesen unspezifischen Symptomen:

  •  80 % der Patienten leiden unter Schmerzen im Rücken und Bauch,
  •  bei 90 % kommt es zu einem  Gewichtsverlust,
  •  70 % sind von Gelbsucht betroffen,
  •  bei 40-50 % aller Patienten kann es zu Übelkeit und Appetitverlust kommen,
  •  15 % leiden unter Diabetes und Erbrechen.

Diese Werte haben wir den Angaben der Krebsgesellschaft aus dem Infoportal für die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs entnommen. Hier macht man sich seit vielen Jahren stark, gerade die Ursachen und Symptome deutlich herauszustellen, um die Frühdiagnostik zu verbessern.

Wie steht es um die Frühdiagnostik?

Dabei ist anzumerken, dass es bis zum heutigen Tage keine konkrete Frühdiagnostik gibt. Sie müssen Ihren Arzt darum bitten, gezielt auf Pankreaskrebs zu untersuchen. Wobei gerade in einem frühen Stadium die Untersuchungen nur bedingt eine folgerichtige Aussagekraft erreichen.

Stellen Patienten diese unspezifischen Symptome und Warenzeichen an sich fest, sollten Sie dennoch schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen und Ihre Bedenken äußern. Wie bei jeder anderen Krebsart ist es von oberster Wichtigkeit, diese so früh und schnell wie möglich zu erkennen. Das wirkt sich maßgeblich auf die Heilungschancen aus.

Was macht der Arzt bei Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Fachärzte sind nicht in der Lage, die Tumore zu ertasten, da sie ganz tief im Körper liegen. Die folgenden Untersuchungen gelten als Hilfsmittel, um ein Karzinom ausschließen zu können:

  •  Bluttests
  •  Untersuchung per Ultraschall
  •  Computertomographie
  •  Endoskopie

Letzteres wird auch als Magenspiegelung zur Untersuchung von Bauchspeicheldrüse und Galleneingang bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um schmerzhafte Untersuchungen, sodass es keinen Grund gibt, mit dem Arztbesuch zu warten.

Wir empfehlen, die Beschwerden zu schildern und mögliche Vorerkrankungen und Risiken sowie Lebensgewohnheiten zu diskutieren. Diese Komponenten bilden eine Grundlage für eine konkrete Diagnostik.

Wie steht es um die Heilungschancen?

Zu den ersten Therapie Maßnahmen gehört zumeist eine Operation. Die Ärzte werden versuchen, das Tumorgewebe so vollständig wie nur möglich gemeinsam mit den Lymphknoten in der Nähe herauszulösen. Hier sollte der Tumor auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt sein und einen gewissen Abstand zum Rest des Gewebes haben.

Schließlich muss ein Arzt nicht nur den Tumor, sondern auch betroffenes Gewebe entfernen.

Nur so kann er sicherstellen, dass keinerlei Tumorzellen zurückbleiben, die sich wieder vermehren.

Whipple OP – letzte Rettung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Auch hier bildet das Stadium der Erkrankung eine maßgebliche Auswirkung auf den Erfolg einer Operation. Zumeist befindet sich der Tumor im Pankreaskopf. Bei der OP wird der rechte Teil von der Bauchspeicheldrüse ebenso entfernt wie die Gallenblase, der Zwölffingerdarm, ein kleiner Teil des Magens und der Gallengang.

Zunächst unterbricht diese Operation die Verbindung zwischen Magen und Dünndarm, diese muss in einer zweiten OP in Form der Rekonstruktion wiederhergestellt werden. Dabei ist von einem so genannten Whipple die Rede. Wir haben es hier mit einem äußerst komplexen Eingriff zu tun, der ausschließlich in spezialisierten Zentren durchgeführt wird.

Vorbereitung auf die OP & Chemotherapie

Jeder Patient muss sich in einem optimalen Zustand befinden. Da es hier zu vielen Komplikationen kommen kann. Direkt nach der Operation verbleiben die Patienten 3-4 Wochen im Krankenhaus und müssen sich anschließend über mehrere Wochen erholen.

Anders sieht es aus, wenn der Tumor nicht auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt ist. In diesen Fällen erfolgt zumeist eine Chemotherapie. Auf diese Weise soll das Wachstum verlangsamt und tumorbedingte Beschwerden herabgesetzt werden.

Die Behandlung und Diagnostik von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind äußerst komplex und werden einzig und allein von erfahrenen Ärzten durchgeführt.

Vor allen Dingen Patienten der Risikogruppe sollten wachsam bleiben und bei den oben genannten Warnzeichen schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne ( Sie dürfen als erster diesen Artikel bewerten.